ABB RP 570/ 571 : Telegrammstruktur

 

Übertragung einzelner Telegrammbytes

Die kleinste Informationseinheit innerhalb des Protokolls ist ein Byte. Jedes Übertragungsbyte setzt sich zusammen - aus einem Startzeichen, 8 Datenbits, einem Paritätsbit und einem Stoppbit. Das Paritätsbit ergänzt das Byte auf gerade Parität. Innerhalb der Datenbits wird das niederwertigste Bit zuerst gesendet ( LSB first ).

Logisch 0 : + 12 Volt  /  Logisch 1 : - 12 Volt

 

Telegrammformat mit variabler Länge

Der Informationsteil im Telegramm ist in seiner Länge variabel. Zusätzlich zu diesem in Länge und Inhalt variablen Informationsteil ist den Nutzdaten ein Telegrammkopf ( Header ) mit fester Länge vorangestellt.

Das Telegramm mit variabler Länge wird für die Datenübertragung der Anwenderdaten zwischen der Zentrale und der Unterstation und in umgekehrter Richtung verwendet.

 

Datentelegramm RP 570/ 571 :

 

 

Telegrammformat mit fester Länge

Das Telegramm mit fester Länge ist 5 Bytes lang und ist durch das Startzeichen 10H erkennbar.

 

RTU-Nummer

Die RTU-Nummer adressiert den Empfänger der Nachricht, abgesendet vom Master zur Unterstationsebene oder kennzeichnet den Absender der Nachricht in Melderichtung. Die RTU-Nummer liegt im Bereich von 1... 255. Die RTU-Nummer 0 wird verwendet, wenn der Master Befehle an alle Unterstationen gleichzeitig senden will. Diese Befehle werden von den Empfängern nicht quittiert. Nur bestimmte Telegramme dürfen mit der "Broadcast-Adresse = 0" gesendet werden.

 

CMD-Bit ( Command/ Richtungsbit )

CMD = 1 : Telegramm vom Master zur Unterstation.
CMD = 0 : Telegramm von der Unterstation zum Master.

 

Funktionsfeld

Das Funktionsfeld kennzeichnet eindeutig das Telegramm und ist in Steuer- und Überwachungsrichtung unterschiedlich.

 

Steuerrichtung

 

Überwachungsrichtung

 

M / D

M/D = 1 entspricht dem Dialog-Mode, d.h. der Empfänger muss den Auftrag quittieren.
M/D = 0 entspricht dem Monolog-Mode, d.h. der Master erwartet keine Quittung.

Normalerweise werden alle an einen Empfänger gerichteten Telegramme im Dialog-Mode gesendet, allerdings sind auch Ausnahmen zugelassen, wie z.B. Stell- und Regelungsbefehle. Alle Broadcast-Telegramme werden im Monolog-Mode gesendet.

 

SEQ ( Sequenznummer/ Satzfolgekennung )

Die Sequenznummer ist ein Zähler ( 0... 3 ) für alle Telegramme im Dialog-Mode in Steuerrichtung, der nach jedem senden eines Telegramms immer um eins erhöht wird. Er dient zur gezielten Telegrammwiederholung bei Kommunikationsstörungen. Telegramme im Monolog-Mode verändern die SEQ nicht.

 

Funktionscode

Der Funktionscode innerhalb des Funktionsfeldes kennzeichnet den Telegrammtyp.

 

Telegramme in Steuerrichtung

 

Funktionscode   Startbyte  
0

Request A
Abfrage nach Daten der Priorität 1. Antwort erfolgt mit CCR1 wenn keine Daten vorliegen. Er wird nur unter bestimmter Voraussetzungen bei Linienbetrieb eingesetzt.

10H RA
1 Setpoint Message ( Sollwert- / Bitmusterausgabe )

Es wird zwischen folgenden Befehlsformaten unterschieden :
- Analoger Sollwertbefehl  ( -2048.. +2047 )
- Digitaler Sollwertbefehl  ( 15 Bit transparent )
Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.
68H SPM
2

Function Table ( Parameter-Datensätze )
Mit Hilfe des Parameter-Datensatzes können Projektierungsdaten vom Master zur Unterstation übertragen werden. Für jeden Datenpunkt ( Befehl, Meldung, Messwert, .. ) ist mindestens ein FTAB-Telegramm erforderlich. Weitere Telegramme können zur vollständigen Parametrierung folgen. Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.

68H FTAB
3

Inhibit Command ( Zweistufiger Prozessbefehl, Abwahlbefehl )
Der Abwahlbefehl storniert eine zuvor mit dem Anwahlbefehl ( CBXC ) getroffene Selektion. Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.

68H IHC
4 Request X 68H RX
5

Check Back before Execute ( Zweistufiger Prozessbefehl, Anwahlbefehl )
Der Anwahlbefehl wählt in der Unterstation das zu schaltende Objekt aus, das mit einem abschliessenden Ausführungsbefehl ( EXC ) geschaltet wird. Antwort erfolgt mit CBR oder NXR als Quittung zum Auftrag.

68H CBXC
6

Function Command ( system-intern )
Mit diesem Befehl kann der Master Aktionen in der Unterstation einleiten. Die Form der Aktion bzw. Reaktion wird durch die Datenfelder vorgegeben. Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.

68H FCOM
7

Reset Sequence Number
Dient zur Synchronisation der Satzfolgekennung ( SEQ-Nummer ) zwischen dem Master und der untergeordneten Ebene. Antwort erfolgt mit EXR als positive Quittung zum Auftrag.

10H RSEQ
8

Request B
Das normale Polling-Telegramm zur Abfrage von Daten. Antwort erfolgt mit CCR2 wenn keine Daten vorliegen.

10H RB
9

Immediate Execute Command ( Einstufiger Prozessbefehl )
Dieser Befehl dient zur Ausführung eines einstufigen Impulsbefehls. Befehle sind grundsätzlich Doppelbefehle, wobei die Ausgabezeit für jedes Befehlsobjekt mittels Parameterdatensatz eingestellt ist. Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.

68H IXC
10 Funktionscode wird nicht verwendet !    
11 General Output Message ( Textbefehl )

Der Textbefehl ist in vier Varianten verfügbar :
- Binärer Textbefehl  ( 1 Bit )
- Binärer Textbefehl  ( 2 Bit )
- Binärer Textbefehl  ( 16 Bit transparent )
- Analoger Textbefehl  ( -2048.. +2047 )
Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.
68H GOM
12

Time Sync Instruction ( Zeitsynchronisierbefehl )
Mit dem Zeitsynchronisierbefehl wird das Datum und die Uhrzeit zur Zeitsynchronisation an die unterlagerten Ebene übertragen. Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.

68H TSI
13

Execute Command ( Zweistufiger Prozessbefehl, Ausführungsbefehl )
Der zweistufige Prozessbefehl setzt sich zusammen aus einem Anwahlbefehl ( CBXC ) zur Auswahl des zu schaltenden Objekts und einem Ausführungsbefehl. Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.

68H EXC
14

Transparent Data in Command direction ( Transparente Befehle )
Dient zum File-Transfer und zur Online-Diagnose. Antwort erfolgt mit EXR oder NXR als Quittung zum Auftrag.

68H TDC
       
15

Status Check Instruction ( RP 570 - Generalabfragebefehl )
Der Generalabfragebefehl hat mehrere Funktionen, wie die Aufnahme bzw. Wiederaufnahme der Kommunikation oder Abfrage des Processabbildes zur Laufzeit. Antwort erfolgt mit EXRR nach einem Neuanlauf der Unterstation oder EXR bzw. NXR als Quittung zum Auftrag.

10H SCI
15 Status Check Instruction ( RP 571 - Generalabfragebefehl ) 68H SCI

 

Telegramme in Überwachungsrichtung

 

Funktionscode   Startbyte  
0

Cycle Complete Response, priority level 1 ( keine weiteren Daten Priorität 1 )
Das Telegramm wird als Quittung auf den Abfragebefehl "Request A" gesendet, falls keine weiteren Daten mit Priorität 1 zur Übertragung anstehen.

10H CCR1
1

Cycle Complete Response, priority level 2 ( keine weiteren Daten )
Das Telegramm wird als Quittung auf den Abfragebefehl "Request B" gesendet, falls keine weiteren Daten zur Übertragung anstehen.

10H CCR2
       
2

Execute Response, RTU restarted ( RP 570 - Anlaufquittung )
Dieses Telegramm wird nach einem Restart als Quittung auf Befehl "Status Check Instruction" ( SCI ) einmalig gesendet.

10H EXRR
2 Execute Response, RTU restarted ( RP 571 - Anlaufquittung ) 68H EXRR
       
3 Executed Response ( RP 570 - positive Ausführungsquittung ) 10H EXR
3 Executed Response ( RP 571 - positive Ausführungsquittung ) 68H EXR
       
4 Not Executed Response ( RP 570 - negative Ausführungsquittung ) 10H NXR
4 Not Executed Response ( RP 571 - negative Ausführungsquittung ) 68H NXR
       
5

Terminal Status Message ( Systemstatustelegramm )
Ein Systemstatustelegramm wird abgesetzt, wenn sich mindestens ein Bit in einem der beiden Statusworte ( Ident 1 oder Ident 2 ) geändert hat. Die Übertragung erfolgt auf die Abfragen "Request A" oder "Request B".

68H TSTA
6 Terminal Status Message, Satellites 68H TSTS
7

Terminal Event Message ( System-Ereignismeldung )
System-Ereignismeldung sind Spontanmeldungen an das Leitsystem. Vor dem Senden werden sie in eine Queue eingetragen. Innerhalb eines Zyklus 1 wird nur ein Ereignistelegramm erzeugt. Die Übertragung erfolgt auf die Abfragen "Request A" oder "Request B".

68H TEV
8 Terminal Event Message, Satellites 68H TEVS
9 Memory Contents Message 68H MCM
10

Check Back Response ( Zweistufiger Prozessbefehl, Anwahl-Quittung )
Dieses Telegramm wird als positive Ausführungsquittung auf einen Anwahlbefehl "Check Back before Execute" ( CBXC ) gesendet.

68H CBR
11

System Message ( Systemmeldungen )
Systemmeldungen enthalten Informationen über Ereignisse und aufgetretene Fehler. Vor dem Senden werden sie in eine Queue eingetragen. Innerhalb eines Zyklus wird nur ein Ereignistelegramm erzeugt. Die Übertragung erfolgt auf die Abfrage "Request B".

68H SYSM
12 Polling Request Instruction 10H PRI
13 Acknowledge ( RP 571 ) 10H ACK
14

Transparent Data in Response direction ( Transparente Meldungen )
Tranparente Meldungen sind die Reaktion auf tranparente Befehle ( TDC ). Sie werden im normalen Abfrage-Zyklus "Request B" übertragen. Dient zum File-Transfer und zur Online-Diagnose.

68H TDR
15 Negative Acknowledge ( RP 571 ) 68H NACK
16 nicht verwendet    
17 nicht verwendet    
18 nicht verwendet    
19 nicht verwendet    
20

Analog Value without Status, priority 1 ( Messwerte )
Messwerttelegramme ohne Status werden erzeugt bei spontaner Änderung des Messwerts und bei zyklisch zu übertragenden Messwerten. Die Übertragung erfolgt auf die Abfragen "Request A" oder "Request B".

68H AVM
21

Analog Value without Status, priority 2/ 3 ( Messwerte )
Die Übertragung erfolgt nur auf die Abfrage "Request B".

68H AVM
22

Analog Value with Status, priority 1 ( Messwerte )
Messwerttelegramme mit Status werden erzeugt bei spontaner Änderung des Messwerts oder dessen Status, bei Generalabfrage und bei zyklisch zu übertragenden Messwerten. Die Übertragung erfolgt auf die Abfragen "Request A" oder "Request B".

68H AVS
23

Analog Value with Status, priority 2/ 3 ( Messwerte )
Die Übertragung erfolgt nur auf die Abfrage "Request B".

68H AVS
24

Indication without Status, priority 1 ( Prozessmeldungen )
Meldungstelegramme ohne Status werden erzeugt bei spontaner Änderung eines Meldungsdatenpunktes innerhalb eines Meldungsblockes. Ein Meldungsblock enthält entweder 16 Einzel- oder 8 Doppelmeldungen oder eine beliebige Mischung davon. Maximal 10 Blöcke können in einem Telegramm zusammengefasst werden. Die Übertragung erfolgt auf die Abfragen "Request A" oder "Request B".

68H IDM
25

Indication without Status, priority 2/ 3 ( Prozessmeldungen )
Die Übertragung erfolgt nur auf die Abfrage "Request B".

68H IDM
26

Indication with Status, priority 1 ( Prozessmeldungen )
Meldungstelegramme mit Status werden erzeugt bei spontaner Änderung eines Meldungsdatenpunktes oder dessen Status und bei Generalabfrage. Maximal 6 Meldungsblöcke können in einem Telegramm zusammengefasst werden. Die Übertragung erfolgt auf die Abfragen "Request A" oder "Request B".

68H IDS
27

Indication with Status, priority 2/ 3 ( Prozessmeldungen )
Die Übertragung erfolgt nur auf die Abfrage "Request B".

68H IDS
28

Digital Value Message, priority 1 ( Zustandsmeldungen )
Die Übertragung erfolgt auf die Abfragen "Request A" oder "Request B".

68H DVM
29

Digital Value Message, priority 2/ 3 ( Zustandsmeldungen )
Die Übertragung erfolgt nur auf die Abfrage "Request B".

68H DVM
30

Pulse Counter Message, priority 1 ( Zählwerte )
Die Übertragung erfolgt auf die Abfragen "Request A" oder "Request B".

68H PCM
31

Pulse Counter Message, priority 2/ 3 ( Zählwerte )
Die Übertragung erfolgt nur auf die Abfrage "Request B".

68H PCM
32

Event Recording Message for Indications ( Echtzeitmeldung )
Die Übertragung erfolgt nur auf die Abfrage "Request B".

68H ERMI
33

Event Recording Message for Analog Measured Values ( Echtzeitmesswert )
Die Übertragung erfolgt nur auf die Abfrage "Request B".

68H ERMA
34 Event Recording Message for Digital Measured Values 68H ERMD
35 Post Mortem Review Message, Indicating event 68H PMRI
36 Post Morten Review Message, Values 68H PMRV
37 Digital Value Long Message, priority 1 68H DVL
38 Digital Value Long Message, priority 2/ 3 68H DVL
39 Pulse Counter, priority 1 68H PCT
40 Pulse Counter, priority 2/ 3 68H PCT
41 Event Recording Message for Indications with Relative Time 68H ERMIR
42 nicht verwendet    
43 Event Recording Message Fault Distance 68H ERMFD
44 Event Recording Message for Commands 68H ERMC
45 nicht verwendet    
       
63 nicht verwendet    
64 Analog Value without Status, priority 1, CCR included 68H AVM
65 Analog Value without Status, priority 2/ 3, CCR included 68H AVM
66 Analog Value with Status, priority 1, CCR included 68H AVS
67 Analog Value with Status, priority 2/ 3, CCR included 68H AVS
68 Indication without Status, priority 1, CCR included 68H IDM
69 Indication without Status, priority 2/ 3, CCR included 68H IDM
70 Indication with Status, priority 1, CCR included 68H IDS
71 Indication with Status, priority 2/ 3, CCR included 68H IDS
72 Digital Value Message, priority 1, CCR included 68H DVM
73 Digital Value Message, priority 2/ 3, CCR included 68H DVM
74 Pulse Counter Message, priority 1, CCR included 68H PCM
75 Pulse Counter Message, priority 2/ 3, CCR included 68H PCM
76 Digital Value Long Message, priority 1, CCR included 68H DVL
77 Digital Value Long Message, priority 2/ 3, CCR included 68H DVL
78 Pulse Counter, priority 1, CCR included 68H PCT
79 Pulse Counter, priority 2/ 3, CCR included 68H PCT
80 nicht verwendet    
       

 

 


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