2.2 LIAN 98 eingesetzt als Protokoll-Simulator


 

 

 

2.2.1 Simulation von seriellen Geräten

 

 

Verbindungskabel

Eine spezielle Verbindungsleitung vom PC zum Testobjekt muss möglicherweise erst gelötet werden. Zum Anschluss an die COM Schnittstellen am PC benötigt man gewöhnlich eine DB9 Buchse.

 

DB9 Buchse ( Front-Ansicht )

DB9 Stecker ( Front-Ansicht )

 

Kabelbelegung RS-232

 

Vollduplex-Verbindung

Die meisten Geräte können Daten in beide Richtungen gleichzeitig übertragen. LIAN 98 und das Testobjekt arbeiten also simultan als Sender und Empfänger. Keiner der beiden Sender muss auf eine Sendefreigabe durch den Partner warten. Die Signale RTS und CTS sind also ohne Bedeutung. LIAN 98 setzt zwar die Signale RTS und DTR auf 1 solange es sende- und empfangsbereit ist, wertet dabei aber die Signale CTS und DSR nicht aus.

 

Kabel ohne "Handshake".

Der einfachste Weg für die Kommunikation zwischen zwei Geräten ist eine Verbindung ohne Verwendung der Steuersignale. Nur die Datenleitungen und Signalmasse sind verbunden, alle anderen Pins haben keine Verbindung. Voraussetzung für die Verwendung dieses vereinfachten Kabels ist, dass das Testobjekt die Steuersignale ( DSR, DCD ) nicht überprüft.

 

Kabel mit "Loop Back Handshake".

Falls ein Gerät die Signale DSR, CTS und DCD auswertet, werden die Brücken zwischen Pin 4 zu Pin 1 und 6 und Pin 7 zu Pin 8 benötigt. Das DCD-Signal ( Data Carrier Detect ) wird von LIAN 98 nicht verwendet, diese Brücke kann entfallen. Üblicherweise zeigt das DCD-Signal die Existenz einer Kommunikationsverbindung zwischen zwei Modems an und wird von einigen Geräten ( Unterstationen, Zentralen, ... ) auch verwendet.

 

In den meisten Fällen funktioniert dieses Kabel mit "Partial Handshake".

 

Halbduplex-Verbindung

Bei der Halbduplexverbindung können sowohl LIAN 98 als auch das Testobjekt als Sender und Empfänger arbeiten, wobei nur eine einzige Datenleitung ( 2-Drahtverbindung ) zur Verfügung steht, die nur abwechselnd zum Senden oder Empfangen benutzt werden kann. Zur Verteilung der Rollen als Sender oder Empfänger dienen die Steuersignale RTS und CTS. Wenn LIAN 98 als Sender arbeiten möchte, aktiviert es das Signal RTS und wartet auf die Bestätigung über das Signal CTS vom Testobjekt. Erhält LIAN 98 das Signal CTS werden die Daten gesendet und anschliessend das RTS-Signal zurückgenommen. In allen anderen Fällen abeitet LIAN 98 ausschliesslich als Empfänger.

Solange die LIAN 98 Software sende- und empfangsbereit ist, setzt sie das Signal DTR aktiv um dem Testobjekt die Betriebsbereitschaft anzuzeigen und erwartet ebenso vom Testobjekt ein aktives DSR-Signal.

 

Kabel mit "Full Handshake".

 

Modem-Verbindung

 

 

 

 

Kabelbelegung RS-422 / RS-485 ( 4-draht Verbindung )

 

 

 

Kabelbelegung RS-485 ( 2-draht Verbindung )

 

 

 

Kanalkonfiguration

Vorerst müssen in der Kanalkonfiguration die COM Port Einstellungen, wie COM-Schnittstelle, Baudrate, Datenbyte, Stoppbits, Parität und Timeout, auf ihre Richtigkeit geprüft werden. ( siehe KNF File : Konfiguration )

 

z.B. Kanaleinstellungen IEC 60870-5-101

 

Mit der Einstellung "symmetrisch/ unsymmetrisch" wird festgelegt, ob eine Station "Punkt zu Punkt" oder im Aufrufverkehr betrieben wird.

 

RTI : Master Simulation

 

 

Einstellungen in der Simulationsliste

In der Simulationsliste unter der Registerkarte "RTI ( Master )" muss die korrekte Link- und ASDU-Adresse ( Stationsadresse ) eingetragen sein. Die anderen Einstellungen können vorerst so übernommen werden.

Weitere Erklärungen zu den einzelnen Parameter siehe "SIM File : Simulation" und in der Beschreibung des jeweils verwendeten Protokolls.

 

z.B. Master-Simulation IEC 60870-5-101

 

Master-Simulation starten

Soweit die vorangegangenen Einstellungen durchgeführt bzw. überprüft wurden, kann die Simulation gestartet werden. Öffnen Sie das entspechend parametrierte Kanalfenster ( Kanal 1 ...12 ) und aktivieren Sie die Master-Simulation indem Sie den Button "RTI" drücken.

 

Master-Simulation IEC 60870-5-101

 

RTU : Unterstationssimulation

 

 

Einstellungen in der Simulationsliste

In der Simulationsliste unter der Registerkarte "RTU ( Slave )" muss die korrekte Link- und ASDU-Adresse eingetragen sein. Die anderen Einstellungen können vorerst so übernommen werden.

Weitere Erklärungen zu den einzelnen Parameter siehe "SIM File : Simulation" und in der Beschreibung des jeweils verwendeten Protokolls.

 

z. B. Slave-Simulation IEC 60870-5-101

 

Slave-Simulation starten

Soweit die vorangegangenen Einstellungen durchgeführt bzw. überprüft wurden, kann die Simulation gestartet werden. Öffnen Sie das entspechend parametrierte Kanalfenster ( Kanal 1 ...12 ) und aktivieren Sie die Slave-Simulation indem Sie den Button "RTU" drücken.

 

Slave-Simulation IEC 60870-5-101

 

2.2.2 Simulation von Netzwerk-Geräten

 

Bevor LIAN 98 gestartet wird, muss zuerst der PC mit dem Netzwerk-Hub oder Switch verbunden werden, anderenfalls ist in LIAN 98 eine Parametrierung des Netzwerks nicht möglich.

 

RTI : Client Simulation

 

 

Kanalkonfiguration

Vorerst müssen in der Kanalkonfiguration die Netzwerk-Einstellungen, wie Netzwerkkarte, Netzwerkprotokoll, IP-Adresse, Port-Nummer und Timeout, auf ihre Richtigkeit geprüft werden. ( siehe KNF File : Konfiguration )

 

Kanaleinstellungen Client IEC 60870-5-104

 

Ist beim Öffnen der Registerkarte keine IP-Adresse eingetragen, so ist in Windows das Netzwerk nicht richtig eingerichtet oder es besteht keine Verbindung zum Netzwerk-Hub ( Netzwerkkabel ? ). Falls mehrere Netzwerkarten vorhanden sind, wählen Sie hier die zu verwendende Karte aus.

Nur dem Server wird eine feste Port-Nummer zugewiesen. Somit muss bei der Client-Simulation für "Dieser Computer" die Port-Nummer = 0 eingetragen sein.

 

Einstellungen in der Simulationsliste

In der Simulationsliste unter der Registerkarte "RTI ( Master )" muss die korrekte ASDU-Adresse ( Stationsadresse ) und die IP-Adresse des Servers eingetragen sein. Die anderen Einstellungen können vorerst so übernommen werden.

Weitere Erklärungen zu den einzelnen Parameter siehe "SIM File : Simulation" und in der Beschreibung des jeweils verwendeten Protokolls.

 

Client-Simulation IEC 60870-5-104

 

Client-Simulation starten

Soweit die vorangegangenen Einstellungen durchgeführt bzw. überprüft wurden, kann die Simulation gestartet werden. Öffnen Sie das entspechend parametrierte Kanalfenster ( Kanal 1 ...12 ) und aktivieren Sie die Client-Simulation indem Sie den Button "RTI" drücken.

 

Client-Simulation IEC 60870-5-104

 

RTU : Server Simulation

 

 

Kanalkonfiguration

Vorerst müssen in der Kanalkonfiguration die Netzwerk-Einstellungen, wie Netzwerkkarte, Netzwerkprotokoll, IP-Adresse, Port-Nummer und Timeout, auf ihre Richtigkeit geprüft werden. ( siehe KNF File : Konfiguration )

 

Kanaleinstellungen Server IEC 60870-5-104

 

Ist beim Öffnen der Registerkarte keine IP-Adresse eingetragen, so ist in Windows das Netzwerk nicht richtig eingerichtet oder es besteht keine Verbindung zum Netzwerk-Hub ( Netzwerkkabel ? ). Falls mehrere Netzwerkarten vorhanden sind, wählen Sie hier die zu verwendende Karte aus.

Nur dem Server wird eine feste Port-Nummer zugewiesen. Somit muss bei der Server-Simulation für "Dieser Computer" die Port-Nummer = 2404 eingetragen sein.

 

Einstellungen in der Simulationsliste

In der Simulationsliste unter der Registerkarte "RTU ( Slave )" muss die korrekte ASDU-Adresse ( Stationsadresse ) des Servers eingetragen sein. Die anderen Einstellungen können vorerst so übernommen werden.

Weitere Erklärungen zu den einzelnen Parameter siehe "SIM File : Simulation" und in der Beschreibung des jeweils verwendeten Protokolls.

 

Server-Simulation IEC 60870-5-104

 

Server-Simulation starten

Soweit die vorangegangenen Einstellungen durchgeführt bzw. überprüft wurden, kann die Simulation gestartet werden. Öffnen Sie das entspechend parametrierte Kanalfenster ( Kanal 1 ...12 ) und aktivieren Sie die Server-Simulation indem Sie den Button "RTU" drücken.

 

Client-Simulation IEC 60870-5-104

 

 


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Handbuch LIAN 98


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