3.12 AWD : Automatischer Wähldienst ( IEC 60870-5-101, AEG SEAB-1F )


 

Mit dem automatischen Wähldienst ist es möglich, eine Station ( Unterstation oder Zentrale ) über die Telefonleitung zu testen. Die LIAN 98 Software kann über ein Modem und Telefonleitung eine Verbindung zur Unterstation bzw. Zentrale aufbauen und Daten senden bzw. von dieser empfangen. So können erforderliche Tests bequem vom Büro aus über die Telefonleitung durchgeführt werden.

Die LIAN 98 Software kann mit bis zu zwölf Modems an den Schnittstellen COM1 bis COM24 parallel arbeiten. In der Abbildung über folgenden Link ( Beispiel : IEC 60870-5-101: 2-Kanal Modembetrieb ) wird Kanal 1 mit Kanal 2 über zwei Modems und eine Telefonleitung verbunden. Kanal 1 arbeitet dabei als Zentrale ( RTI Simulation ) und Kanal 2 als Unterstation ( RTU Simulation ).

Für IEC 60870-5-101 und AEG SEAB-1F erfolgt die Anmeldung beim Partner mit Hilfe eines Kennworts. Das Kennwort wird immer von der Seite gesendet, die den Verbindungsaufbau initiiert hat und wird von der Gegenseite geprüft. Ist diese Prüfung erfolgreich, wird mit dem Betrieb begonnen. Falls nicht, unterbricht die prüfende Seite die Verbindung. Das Kennwort ist immer 16 Zeichen lang. Werden vom Anwender weniger als 16 Zeichen eingegeben füllt LIAN 98 vor dem Senden den Rest mit Leerzeichen auf.

Der automatische Wähldienst in LIAN 98 wurde mit zwei externen Modems "FP-Modem-EU" der Firma "Panasonic Electric Works Europa AG" getestet. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals recht herzlich bei der Firma Panasonic ( früher Matsushita ) für ihre Unterstützung und die umfangreichen Praxistests bedanken.

Webseite : Panasonic Electric Works in Europe / Modem-Datenblatt : FP-Modem-EU ( .pdf )

 


Modemverbindung aufbauen

Mit    über die Symbolleiste im Kanalfenster ( <Kanal 1 ...12> ) wird das Modem-Statusfenster geöffnet. LIAN 98 ist nun bereit, Anrufe über die Telefonleitung entgegen zu nehmen. Alle erforderlichen Parameter für den Verbindungsaufbau werden in diesem Fenster angegeben. Die Parameter bleiben auch nach einem Neustart von LIAN 98 erhalten.

Mit dem Button "verbinden" im Statusfenster wird von LIAN 98 der Partner angewählt. Ist die Telefonverbindung mit "CONNECTED" erfolgreich aufgebaut, sendet LIAN 98 nach einer Wartezeit von 2 Sekunden das Kennwort. LIAN 98 wartet nun ( nur bei RTI Simulation ) etwa 10 Sekunden, ob der Partner wegen eines falschen Kennworts die Verbindung wieder aufgelegt, bevor mit der RTI Simulation begonnen wird. Die RTU Simulation wird sofort gestartet.

Nimmt LIAN 98 einen eingehenden Anruf entgegen, erwartet die Software innerhalb von 15 Sekunden nach erfolgreichem Verbindungsaufbau ein gültiges Kennwort. Ist das Kennwort gültig, wird die Simulation gestartet.

 

LIAN 98 wählt über Modem eine Unterstation an und simuliert anschliessend den Master.

 

Modem

Hier wird das Modem angezeigt, das diesem Kanal zugeordnet ist. Die Auswahl des entsprechenden Modems erfolgt bereits in der Konfiguration ( <KNF-File> ).

Rufnummer

Rufnummer der Partner-Station, die angewählt werden soll, ohne Leerzeichen und Klammern.
( z.B. 09131755714 ).

Die Rufnummer darf maximal 32 Zeichen lang sein.

RTI Kennwort

Nur für die Protokolle IEC 60870-5-101 and AEG SEAB-1F erforderlich !

LIAN 98 wählt über Modem die Masterstation an und sendet nach dem Aufbau der Telefonverbindung vorab das RTI-Kennwort und wartet danach etwa 5 Sekunden, ob der Master die Verbindung wegen eines Kennwortfehlers wieder beendet. Falls in dieser Zeit nicht aufgelegt wird, simuliert LIAN 98 die Unterstation.

Wählt eine Unterstation über Modem LIAN 98 an, so sendet diese Station nach dem Aufbau der Telefonverbindung ein Kennwort, welches LIAN 98 mit dem RTI-Kennwort vergleicht. Ist der Vergleich positiv, so übernimmt LIAN 98 die Aufgaben einer Masterstation. Im Fehlerfall wird die Verbindung wieder beendet.

Das RTI Kennwort darf maximal 16 Zeichen lang sein.

RTU Kennwort

Nur für die Protokolle IEC 60870-5-101 and AEG SEAB-1F erforderlich !

LIAN 98 wählt über das Modem eine Unterstation an und sendet nach dem Aufbau der Telefonverbindung das RTU-Kennwort zu dieser Station. Danach wartet LIAN 98 etwa 10 Sekunden, ob diese Station die Verbindung wegen eines Kennwortfehlers wieder beendet. Falls in dieser Zeit nicht aufgelegt wird, übernimmt LIAN 98 die Aufgaben einer Masterstation.

Wählt eine Masterstation über Modem LIAN 98 an, so sendet dieser Master nach dem Aufbau der Telefonverbindung ein Kennwort, welches LIAN 98 mit dem RTU-Kennwort vergleicht. Ist der Vergleich positiv, so übernimmt LIAN 98 die Aufgaben einer Unterstation. Im Fehlerfall wird die Verbindung wieder beendet.

Das RTU Kennwort darf maximal 16 Zeichen lang sein.

aktiviere, ...

LIAN 98 aktiviert nach erfolgreichem Verbindungsaufbau entweder die RTI- oder die RTU Simulation.

verbinden

Sind alle notwendigen Angaben eingetragen, drücken Sie einfach den Button "verbinden". LIAN 98 startet die Verbindungsaufbau-Prozedur.

 

LIAN 98 wird über Modem von der Zentralstation angerufen und simuliert anschliessend eine Unterstation.

 

LIAN 98 wählt über Modem eine Unterstation an. Der Verbindungsaufbau ist fehlgeschlagen.

 


Modemverbindung beenden

Die Modemverbindung und auch die Simulation wird mit dem Stopp-Button    in der Symbolleiste im Kanalfenster ( <Kanal 1 ...12> ) beendet. Das Statusfenster bleibt dabei geöffnet und LIAN 98 kann erneut Anrufe entgegennehmen oder selbst die Verbindungen wieder aufbauen.
Mit dem Button "Modem deaktiviert"    wird das Modem-Statusfenster geschlossen und es können keine weiteren eingehenden Anrufe entgegengenommen werden.

 

LIAN 98 simuliert eine Zentralstation und die Unterstation beendet die Verbindung.

 


Modem installieren

Es kann für jeden Kanal ein eigenes Modem installiert und angeschlossen sein. LIAN 98 kann bis zu zwölf Modems im Bereich von COM1 bis COM24 parallel bearbeiten. Damit man später mit den Modems bzw. den COM Zuordnungen nicht durcheinander kommt, sollte man bei der Installation von mehreren Modems folgendermassen vorgehen : Als erstes das Modem für die COM1, danach für die COM2, usw. für jede weitere COM installieren. Windows installiert dann das erste Modem ( COM1 ) unter dem Modem Namen ( FP-Modem-EU = COM1 ) und ergänzt für jedes weitere Modem den Modemnamen mit einer aufsteigenden Nummer ab 2 ( FP-Modem-EU #2 = COM2, FP-Modem-EU #3 = COM3, FP Modem EU #4 = COM4, ... ).
 
Einzelheiten zur Vorgehensweise bei der Installation des Modems entnehmen Sie bitte dem Modem Handbuch.

 


Modem einstellen

Bevor das Modem in Betrieb genommen werden kann, muss nach der Installation über den Geräte-Manager die so genannte "Maximale Übertragungsrate" richtig gestellt werden. Dieser Parameter muss auf die aktuelle Baudrate, die bei der Übertragung verwendet wird, gesetzt werden.

Geschieht das nicht, so wird das Kennwort zum Beginn des Verbindungsaufbaus mit der falschen Baudrate übertragen und deshalb vom Partner nicht korrekt verstanden. Dies führt dazu, dass der Verbindungsaufbau vom Partner abgelehnt wird.

Nur Microsoft® weiss warum Windows® zum Senden die maximale und nicht die eingestellte Übertragungsrate verwendet ???!!!

Wichtig : Die "Maximale Übertragungsrate" muss immer gleich der "verwendete Übertragungsrate" sein !!!

Falls das Modem das Freizeichen nicht versteht, den Parameter "Vor dem wählen auf Freizeichen warten" deaktivieren.

 

 

Alle weiteren Einstellungen können nun aus der LIAN 98 Software durchgeführt werden.

Die "Telefon und Modemoptionen" in der Windows-Systemsteuerung werden in LIAN 98 aus dem Kanalfenster mit dem Button "Setup Modem" aufgerufen. Die Einstellungen in Windows® müssen selbstverständlich mit den Einstellungen im Kanalfenster übereinstimmen.

 

 

Die Einstellungen für Windows® können auch direkt über die Windows-Systemsteuerung "Telefon und Modem" durchgeführt werden.

 

 

 

 

 

 


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Wuerzburger Ring 39,  D 91056 Erlangen

Handbuch LIAN 98


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