4.2.4 Protokoll : IEC 60870-5-104


 

Telegramm Struktur

IEC 60870-5-104 ist der Netzwerkzugriff für IEC 60870-5-101 unter Benützung der Standard Transport Profile.

Es ermöglicht die Übertragung von ASDU's, wie in IEC 60870-5-101 definiert, über eine Vielzahl von digitalen Daten-Netzwerken. IEC 60870-5-104 ist eine Kombination aus der Anwendungsschicht von IEC 60870-5-101 und den Transportfunktionen, die von einer TCP/ IP ( Transmission Control Protokoll/ Internet Protokoll ) Schnittstelle zur Verfügung gestellt werden. Innerhalb der TCP/ IP können verschiedenen Netzwerk Typen verwendet werden, welche X.25, FR ( Frame Relay ) und ISDN ( Integrated Service Data Network ) enthalten.

 

Information zum Aufbau des Telegramm- und Ethernet-Rahmens siehe
<IEC 60870-5-104 : Telegramm-Struktur>

 


IEC 60870-5-104 : Konfiguration

 

Bevor LIAN 98 gestartet wird, muss zuerst der PC mit dem Netzwerk-Hub oder Switch verbunden werden, anderenfalls ist in LIAN 98 eine Parametrierung des Netzwerks nicht möglich.

 

 

Über den unteren Button ( Kanal 1 ...12 ) sind folgende Einstellungen möglich :

 

Dieser Computer

 

Netzwerkkarte

Falls mehrere Netzwerkkarten im PC eingebaut sind, wird hier die gewünschte Karte für den Test ausgewählt.

Netzwerkprotokoll

Es muss das passende Protokoll ( TCP/ IP ) für den Test eingestellt werden.

Host Name

Hier nur ein Anzeigefeld, keine Eingabe möglich !

In diesem Feld wird der Host-Name angezeigt, der bei der Netzwerkinstallation für diesen PC vergegeben wurde. Einstellbar über Netzwerk-Einstellungen in der Windows Systemsteuerung.

IP Adresse

Hier nur ein Anzeigefeld, keine Eingabe möglich !

In dem Feld wird die IP-Adresse angezeigt, die der ausgewählten Netzwerkkarte zugeordnet ist. Einstellbar über die Netzwerk-Einstellungen in der Windows Systemsteuerung.

Ist beim Öffnen der Registerkarte keine IP-Adresse eingetragen, so ist in Windows das Netzwerk nicht richtig eingerichtet oder es besteht keine Verbindung zum Netzwerk-Hub oder Switch.

Port Nummer

Falls LIAN 98 als Client ( RTI-Simulation ) verwendet wird, muss als Port Nummer = 0 eingetragen sein. Beim Aufbau der Verbindung wird LIAN 98 automatisch eine freie Port-Nummer zugeordnet.
Falls LIAN 98 als Server ( RTU-Simulation ) verwendet wird, muss für IEC 104 die Port Nummer = 2404 angegeben werden.

 

Server/ Testobjekt

 

Port Nummer

Falls LIAN 98 als Client ( Master-Simulation ) verwendet wird, muss die Port-Nummer der zu testenden Station eingetragen sein. Normalerweise ist das die Port Nummer = 2404.
Falls LIAN 98 als Server ( Slave-Simulation ) verwendet wird, ist diese Port Nummer irrelevant.

 

Datenempfang/ Aufzeichnung

 

Timeout [msec]

Empfehlung : 100 msec
Ist die Zeit, die LIAN 98 wartet, bevor die empfangenen Netzwerk-Pakete weiterverarbeitet werden. Ein Timeout signalisiert auch das Ende der Übertragung.

 

Einstellungen im Kanalfenster

 

 

ASDU Adressfelder

2 Bytes ( fest ), strukturiert oder unstrukturiert kann gewählt werden.

. Ausgabeformat

dez / hex

Die Darstellung der ASDU-Adresse bei der Bildschirmausgabe erfolgt entsprechend der Einstellung des Ausgabeformats entweder als Dezimal- oder Hexadezimal-Zahl.

. Bitstruktur

Die 16-Bit ASDU-Adresse kann bei eingestellter Strukturierung in maximal 4 Bit-Felder unterteilt werden. Bei der Default-Unterteilung wird die Adresse byteweise strukturiert ( 8 + 8 ). Es können aber auch beliebige Werte ( z. B. 2 + 6 + 8 ) eingegeben werden. Die Angabe erfolgt immer vom höherwertigen Bit beginnend und die Summe aller Bits muss selbstverständlich 16 ergeben.

Objekt Adressfelder

3 Bytes ( fest ), strukturiert oder unstrukturiert kann gewählt werden.

. Ausgabeformat

dez / hex

Die Darstellung der Objekt-Adresse bei der Bildschirmausgabe erfolgt entsprechend der Einstellung des Ausgabeformats entweder als Dezimal- oder Hexadezimal-Zahl.

. Bitstruktur

Die 24-Bit Objekt-Adresse kann bei eingestellter Strukturierung in max. 6 Bit-Felder unterteilt werden. Bei der Default-Unterteilung wird die Adresse byteweise strukturiert ( 8 + 8 + 8 ). Es können aber auch beliebige Werte ( z. B. 2 + 6 + 4 + 4 + 8 ) eingegeben werden. Die Angabe erfolgt immer vom höherwertigen Bit beginnend und die Summe aller Bits muss selbstverständlich 24 ergeben.

 


IEC 60870-5-104 : Simulation

 

IEC 60870-5-104 : RTI ( Client/ Master )-Simulation

 

In der folgenden PDF-Datei ist eine typische Client-Simulation mit LIAN 98 dargestellt :

<Client-Simulation mit LIAN 98>

 

LIAN 98 simuliert einen CLIENT ( Master ) und kann mit bis zu 32 angeschlossenen SERVER ( Unterstationen ) gleichzeitig kommunizieren. Vorausgesetzt, dass diese Server unterschiedliche IP-Adressen haben.

 

 

ASDU Adresse
( Ziel = Server )

Ist die ASDU Adresse des Servers mit dem man hauptsächlich testet. Alle zu sendenden Telegramme werden mit dieser ASDU-Adresse aus der SIM-Liste versehen und an den entsprechenden Server gesendet.

Ausnahme :
. Enthält ein TDB Puffer einen "AN ALLE - Befehl" mit der ASDU-Adresse = 65535 (2 Oktett-Adresse), so wird das Telegramm unverändert mit dieser Adresse an alle in der Serverliste eingetragenen Server gesendet.
. Ist im TDB Puffer bereits eine gültige ASDU-Adresse aus der Serverliste vorgegeben, so wird das Telegramm unverändert mit der eingetragenen Adresse an den Server gesendet, dem diese Adresse zugeordnet ist.

IP Adresse
( Ziel = Server )

Ist die IP Adresse des Servers mit dem man hauptsächlich testet.

Herkunftsadresse
( Quelle = Client )

Alle zu sendenden Telegramme werden während der Master Simulation mit dieser Herkunftsadresse versehen.

t0
Connection establishment

[ sec ] Netzwerk-Verbindungsaufbauüberwachungszeit
Überwachungszeit für den Aufbau der Netzwerkverbindung zum Server.

t1
Response Timeout

[ sec ] Quittungsüberwachungszeit
Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Sekunden, die LIAN 98 maximal auf eine Quittung vom Server wartet.

t2
A C K R S N
in case of no data message

[ sec ]
Spätestens nach dieser Zeit, ab dem letzten empfangenen Telegramm vom Server, wird eine S-Format Quittung ( A C K R S N ) gesendet.

t3
Used for sending test frames

[ sec ]
Spätestens nach dieser Zeit, ab dem letzten empfangenen Telegramm vom Server, wird ein U-Format Frame ( T E S T F R ) gesendet.

unacknowledged I frames (k) maximum ( A C K R S N )

Maximale Differenz ( k ) zwischen der empfangenen Sequenznummer ( RSN ) und der letzten quittierten RSN. Der Sender stoppt die Übertragung nack k nichtquittierten I-Frames.

ACK latest after receiving I frames (w)

Der Parameter ( w ) gibt die Anzahl der empfangenen I-Frames an, nach denen spätestens die RSN von LIAN 98 mit einem S-Format Frame ( A C K R S N ) quittiert werden soll.

Sende A C K R S N

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 einen S-Format Frame ( A C K R S N ) an den oder die Server senden, anderenfalls wird die RSN nicht quittiert. Anzugeben ist noch die Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "A C K R S N" gespeichert ist.

Aktiviere Zeitsynchronisation

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Verbindungsaufbau als erstes einen Uhrzeit Synchronisationsbefehl ( ID 103 ) senden und gegebenenfalls zyklisch ( Zeit SYNC Zyklus ) wiederholen.

Zeit SYNC Zyklus

1 - 1440 Minuten

Abhängig von dieser Zeit wird LIAN 98 als Masterstation den Uhrzeit Synchronisationsbefehl immer wieder senden.

Zeit SYNC Befehl

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "C_CS_NA_1" ( ID 103, COT 6 ) gespeichert ist.

Rechnerzeit verwenden

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird vor dem Senden der Telegramme die Systemzeit des PC's als Zeitmarke eingetragen. Anderenfalls bleibt das Telegramm unverändert, wie es zuvor vom Anwender editiert wurde.

Aktiviere Generalabfrage

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Verbindungsaufbau einen General Abfragebefehl senden und gegebenenfalls zyklisch ( GA Zykluszeit ) wiederholen.

GA Zykluszeit

1 - 1440 Minuten

Abhängig von dieser Zeit wird LIAN 98 als Masterstation den General Abfragebefehl immer wieder senden.

GA Befehl

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "C_IC_NA_1" ( ID 100, COT 6 ) gespeichert ist.

Teste mit angeschlossenem Router

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, geht LIAN 98 davon aus, dass alle angegebenen Unterstationen über einen Router angeschlossen sind und somit die gleiche IP-Adresse haben.( IEC104 -> IEC101 )

Server Adressen einfügen
Anzahl Adressen
löschen
einfügen

Multiserver Betrieb :
In der Serverliste werden alle Server ( max. 32 Stationen ) eingetragen, die von LIAN 98 bearbeitet werden sollen. LIAN 98 stellt dann während der Master Simulation eine Verbindung zu all diesen Stationen her.

Zum Eintragen der Adressen gehen Sie wie folgt vor :

"Server Adressen einfügen" aktivieren ( Button "einfügen" erscheint ).
In den Feldern "Adresse der ASDU" / "IP Adresse" die einzutragende Station angeben. Mit "einfügen" die Adressen in die Server Liste übernehmen. Nachdem alle Stationen eingetragen sind, "Server Adressen einfügen" wieder deaktivieren ( Button "einfügen" verschwindet wieder ).

Zum Löschen die Server in der Liste auswählen und auf "entfernen" klicken.

Sende STARTDT

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Verbindungsaufbau einen U-Format Frame "STARTDT" an den oder die Server senden. Anzugeben ist noch die Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "STARTDT" gespeichert ist.

Sende STOPPDT

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 vor dem Verbindungsabbau einen U-Format Frame "STOPPDT" an den oder die Server senden. Anzugeben ist noch die Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "STOPPDT" gespeichert ist.

Sende TESTFR

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 einen U-Format Frame "TESTFR" ( siehe: t3 - Used for sending test frames ) an den oder die Server senden. Anzugeben ist noch die Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "TESTFR" gespeichert ist.

Sende TESTFR Quittung

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 einen vom Server empfangenen "TESTFR" mit einem U-Format Frame "TESTFR" quittieren.

Sende: Befehl ausführen
( execute command )

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der Master Simulation nach dem Empfang "Bestätigung der Aktivierung, Befehl anwählen" ( COT 7, Befehl anwählen ) automatisch eine "Aktivierung, Befehl ausführen" ( COT 6, Befehl ausführen ) senden.

ACTCON response timeout
( Bestätigung der Aktivierung )

Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Sekunden, die LIAN 98 als Master maximal auf die "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) bzw. "Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung" ( COT 9 ) warten soll, bevor die Meldung "*F: ACTCON fehlt !" abgesetzt wird.

ACTTERM response timeout
( Beendigung der Aktivierung )

Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Sekunden, die LIAN 98 als Master maximal auf die "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) warten soll, bevor die Meldung "*F: ACTTERM fehlt !" abgesetzt wird.

Aktiviere Test Prozedur

ja / nein

Die Prüfprozedur wird benutzt, um die gesamte Schleife von der überwachenden Station zur überwachten Station und zurück zu prüfen.

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Verbindungsaufbau einen Prüfbefehl ( ID 107 ) senden und gegebenenfalls zyklisch ( Test Zykluszeit ) wiederholen. Diese ASDU wird von der überwachten Station als Prüfbestätigungsnachricht gespiegelt.

Test Zykluszeit

0 - 255 Sekunden

Abhängig von dieser Zeit wird LIAN 98 als Masterstation den Prüfbefehl zyklisch senden.

Prüfbefehl

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "C_TS_TA_1" ( ID 107, COT 6 ) gespeichert ist.

 

IEC 60870-5-104 : RTU ( Server/ Slave )-Simulation

 

In der folgenden PDF-Datei ist eine typische Server-Simulation mit LIAN 98 dargestellt :

<Server-Simulation mit LIAN 98>

 

LIAN 98 simuliert einen SERVER ( Unterstation ) und kann gleichzeitig mit bis zu 4 angeschlossen CLIENTS ( Master ) kommunizieren.

 

 

ASDU Adresse
( Quelle = Server )

Diese ASDU Adresse ist die Quelladresse und wird in jedes Telegramm eingetragen, das während einer Slave Simulation gesendet wird.

Herkunftsadresse
( Ziel = Client )

Vor dem Senden wird während der Slave Simulation in allen zu sendenden Telegrammen diese Herkunftsadresse eingetragen und an den Client gesendet, dem diese Adresse zugeordnet ist.

Multi-Client Betrieb : ( max. 8 Clients )
Ist in den Sendetelegrammen als Herkunftsadresse eine 0 editiert, werden die Telegramme an den Client mit dieser Herkunftsadresse gesendet. Ist im Telegramm eine gültige Adresse ( bereit bestehenden Client-Verbindung ) angegeben, wird das Telegramm nur zu diesem Client gesendet. Jeder Master muss eine eindeutige Herkunftsadresse haben. LIAN 98 verwaltet die Herkunfts- und IP-Adressen aller Clients, die eine Verbindung zu LIAN 98 aufgebaut haben.

t0
Connection establishment

[ sec ]
Nur für Client wichtig !

t1
Response Timeout

[ sec ] Quittungsüberwachungszeit
Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Sekunden, die das Programm maximal auf eine Quittung vom Client warten soll.

t2
A C K
in case of no date message

[ sec ]
Spätestens nach dieser Zeit, ab dem letzten empfangenen Telegramm vom Client, wird eine S-Format Quittung ( A C K R S N ) gesendet.

t3
for sending test frames

[ sec ]
Spätestens nach dieser Zeit, ab dem letzten empfangenen Telegramm vom Client, wird ein U-Format Frame ( T E S T F R ) gesendet.

max. difference RSN to send
A C K R S N

Maximale Differenz ( k ) zwischen der empfangenen Sequenznummer ( RSN ) und der letzten quittierten RSN.

Latest  A C K
after receiving I-frames

Der Parameter ( w ) gibt die Anzahl der empfangenen I-Format Frames an, nach denen spätestens die RSN von LIAN 98 mit einer S-Format Quittung ( A C K R S N ) quittiert werden soll.

Sende ACKRSN

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 einen S-Format Frame ( ACKRSN ) an den oder die Clients senden, anderenfalls wird die RSN nicht quittiert. Anzugeben ist noch die Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "ACKRSN" gespeichert ist.

STARTDT / STOPPDT gesteuert

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, erwartet LIAN 98 als Server nach dem Verbindungsaufbau ein STARTDT vom Client bevor I-Format Frames übertragen werden. Ebenso wird vor dem Verbindungsabbau ein STOPPDT vom Client erwartet.

Initialisierungsende

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird nach dem Verbindungsaufbau durch einen Client von LIAN 98 automatisch "Initialisierungsende" übertragen.
Anzugeben ist noch die Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "M_EI_NA_1" ( ID 70, COT 4 ) gespeichert ist.

Sende TESTFR

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 einen U-Format Frame "TESTFR" ( siehe: t3 - Used for sending test frames ) an den oder die Clients senden. Anzugeben ist noch die Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "TESTFR" gespeichert ist.

Aktiviere Zeitsynchronisation

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird in der Aktivierungsquittung ( ACTCON ) eines Uhrzeit-Synchronisationsbefehls die aktuelle Systemzeit des PC's zurückgegeben. Anderenfalls wird die empfangene Uhrzeit nur gespiegelt.

Rechnerzeit aktualisieren

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird beim Empfangen eines Uhrzeit-Synchronisationsbefehls ( ID 103, COT 6 ) auch die Systemzeit des PC's mit den empfangenen Werten aktualisiert.

Zeitkorrektur
( für Systemzeit des PC's )

0 - 9 999 msec ( Telegramm-Laufzeitkorrektur )

Für das Einstellen der Systemzeit des PC's mit einem Uhrzeit Synchronisationsbefehls kann hier ein Korrektur-Wert angegeben werden, der auf den aktuellen Wert im Synchronisationsbefehl aufaddiert wird.

Rechnerzeit verwenden

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird vor dem Senden der Telegramme die Systemzeit des PC's als Zeitmarke eingetragen. Anderenfalls bleibt das Telegramm unverändert, wie es zuvor vom Anwender editiert wurde.

Sende STARTDT confirm

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 einen vom Client empfangenen "STARTDT" mit einem U-Format Frame "STARTDT" quittieren.

Sende STOPPDT confirm

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 einen vom Client empfangenen "STOPPDT" mit einem U-Format Frame "STOPPDT" quittieren.

Sende TESTFR confirm

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 einen vom Client empfangenen "TESTFR" mit einem U-Format Frame "TESTFR" quittieren.

Sende ACTCON respond

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der Server Simulation nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( COT 6 ) bzw. "Abbruch der Aktivierung" ( COT 8 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) bzw. "Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung" ( COT 9 ) senden.

Sende ACTTERM respond

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der Server Simulation nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( COT 6 ) automatisch eine "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) zeitverzögert um "ACTTERM delay time" senden.

ACTTERM delay time

Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Sekunden, um die LIAN 98 das Senden der "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) verzögert.

Sende ACTCON respond
auf Testbefehl

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der Server Simulation nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( ID 107, COT 6 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( ID 107, COT 7 ) senden.

Empfang von Meldungen
in Steuerrichtung

ja / nein

Empfängt LIAN 98 während der Unterstationssimulation ein Meldetelegramm in Steuerrichtung wird das Telegramm mit einer Fehlermeldung gekennzeichnet. Bei entsprechender Parametrierung mit "ja" wird diese Fehlermeldung unterdrückt.

 

IEC 60870-5-104 : Simulationsablauf

 

Simulation der Anwendungsfunktionen :

 

Zyklische Datenübertragung

Zyklische Datenübertragung wird angewandt um eine ständige Updatefunktion der aktuellen Werte von Prozessvariablen ( z. B. Messwerten ) zu gewährleisten.

Eine zyklische Übertragung wird in LIAN 98 entweder durch das Absetzen von zyklischen Sendeaufträgen ( siehe "Senden" ) oder durch eine nicht terminierte Sendesequenz ( siehe "Sendesequenzliste" ) erreicht.

Generalabfrage

Die Generalabfrage wird benutzt, um die überwachende Station nach der Initialisierungsprozedur zu aktualisieren oder wenn durch die überwachende Station ein Informationsverlust festgestellt wird.

Die Generalabfrage-Funktion der überwachenden Station fordert die überwachte Station auf, die aktuellen Werte aller ihrer Prozessvariablen zu übertragen. Die Abfrageprozedur ist beendet, wenn die überwachende Station die Nachricht "Ende der Generalabfrage" erhält.

Die Übertragung der Information wird durch einen Abfragebefehl ( ID 100, COT 6 ) der überwachenden Station an die überwachte Station ausgelöst, die mit einer Abfragebestätigung ( ID 100, COT 7 ) antwortet. Die überwachte Station überträgt die abgefragten Informationen mittels eines oder mehrerer Meldetelegramme. Die letzte Information der ASDU ist gefolgt von einem "Ende der Generalabfrage" Telegramm ( ID 100, COT 10 ), das anzeigt, dass alle Informationen übertragen sind

Bei der Unterstationssimulation werden die Abfragebestätigung ( ACTCON ) und das Ende der Generalabfrage (ACTTERM ) in LIAN 98 automatisch erzeugt, falls das laut dem Eintrag in der Simulationsliste gewünscht wird. Das Senden der abgefragten Anwenderdaten wird durch einen Eintrag im Aktionsfilter erreicht ( siehe auch "Aktionsfilter" ) oder falls Prozessdaten geladen sind, durch das Abarbeiten der Datenpunktliste ( siehe auch "Datenpunkt Simulation" ).

Uhrzeitsynchronisation

Uhrzeiten von überwachten Stationen werden am Anfang durch die überwachende Station nach der Initialisierung und danach in zeitlichen Abständen immer wieder synchronisiert.

Ein Uhrzeitsynchronisationsbefehl ( ID 103 ), der die gesamte aktuelle Uhrzeit enthält, wird von der überwachenden Station gesendet. Nach Ausführung der Uhrzeitsynchronisation erzeugt die überwachte Station ein Bestätigungstelegramm, das die lokale Zeit vor der Synchronisation beinhaltet.

Befehlsübertragung

Die überwachende Station sendet einen "ANWAHL Befehl" ( ID 58... 63, COT 6 ) zur überwachten Station, die mit einer "ANWAHL Bestätigung" ( COT 7 ) antwortet, wenn sie bereit ist, den angekündigten Befehl anzunehmen. Die Zeit zwischen "ANWAHL Befehl" und "ANWAHL Bestätigung" wird durch ein konfigurierbares Zeitüberwachungsintervall ( Wartezeit auf Quittung ) kontrolliert.

Eine erfolgreiche Anwahlprozedur kann durch einen Abbruch deaktiviert werden. Dieser Abbruch wird durch den "ABBRUCH Befehl" ( COT 8 ) übertragen und die überwachte Station antwortet mit einer "ABBRUCH Bestätigung" ( COT 9 ). Die Zeit zwischen diesen Nachrichten wird durch einen Timeout ( Wartezeit auf Quittung ) kontrolliert.

Nach einer erfolgreichen Anwahl wird ein "AUSFÜHREN Befehl" ( ID 58... 64 ) zur überwachten Station gesendet, die mit einer "AUSFÜHREN Bestätigung" antwortet ( positiv wenn die bestimmte Steueraktion beginnt, andernfalls negativ ). Diese Prozedur kann nicht unterbrochen werden und die Zeit zwischen dem "AUSFÜHREN Befehl" und der "AUSFÜHREN Bestätigung" wird von einem konfigurierbaren Zeitüberwachungsintervall kontrolliert. Ein "AUSFÜHREN ENDE" ( COT 10 ) Telegramm wird von der überwachten Station ausgestellt, wenn die Anwendungsprozedur erfolgreich abgeschlossen ist. Die angesprochene Anlage sollte nun ihren Zustand ändern und sowie der neue Zustand erreicht ist, dies der überwachenden Station mit einem spontanen Datentelegramm angezeigen.

Bei der Unterstationssimulation werden die Bestätigungen ( ACTCON ) für den "ANWAHL Befehl" und den "AUSFÜHREN Befehl" bzw. "AUSFÜHREN ENDE" ( ACTTERM ) in LIAN 98 automatische erzeugt, falls das laut dem Eintrag in der Simulationsliste gewünscht wird. Das Senden der Zustandsänderung kann manuell oder durch einen Eintrag im Aktionsfilter ( sh. "Aktionsfilter" ) erreicht werden. Sind Prozessdaten geladen und ist der entsprechende Datenpunkt vorhanden, wird die Zustandsänderung aus der Datenpunktliste gesendet ( siehe auch "Datenpunkt Simulation" ).

 

 

 

IEC 60870-5-104 : Aufzeichnung ( Capture network communication )

 

LIAN 98 kann aus dem Ethernet IEC-60870-5-104 Datenpakete aufzeichnen, vorausgesetzt die Daten sind an der LAN-Schnittstelle des PC's verfügbar, auf dem LIAN 98 ausgeführt wird. Das bedeutet, dass der PC direkt mit dem gleichen Netzwerk-Hub verbunden sein muss wie der IEC-60870-5-104 Client ( Master ).

Falls die Leitstellen-Software ebenfalls unter einem MS Windows® Betriebssystem läuft, ist es möglich, auf diesem PC gleichzeitig mit LIAN 98 an der Netzwerkkarte ( kein Netzwerk-Hub erforderlich ) die ein- und ausgehenden Netzwerk-Pakete mitzuschreiben.

 

 

Ethernet Typ

0800H ( fest )
Diese Feld zeigt die Art des MAC Client Protokolls an. Für IEC60870-5-104 wird das Internet Protokoll ( IP ) verwendet.
( Hier nur ein Anzeigefeld, keine Eingabe möglich ! )

IP Version

4 ( fest )
Dieses Feld zeigt das Format des IP Headers an. Für IEC60870-5-104 wird die Version = 4 ( IPv4 ) verwendet.
( Hier nur ein Anzeigefeld, keine Eingabe möglich ! )

Protokoll

6 ( fest )
Diese Feld zeigt das Protokoll der nächsten Ebene an, das im Datenteil des Internet Datengramms benützt wird.
Für IEC60870-5-104 wird das Transmission Control Protokoll ( TCP ) verwendet.
( Hier nur ein Anzeigefeld, keine Eingabe möglich ! )

IP Adresse Client

Die IP-Adresse eines IEC 60870-5-104 Clients ( Master ). Der Netzwerkverkehr zwischen diesem Client und dem oder den Servern wird aufgezeichnet. Die gewünschten Stationen müssen in der Serverliste angegeben sein und der PC muss mit dem Client über den gleichen Netzwerk-Hub verbunden sein.

IP Adresse Server
( Eingabefeld )

Dieses Feld wird benötigt um IP-Adressen von Servern in die Serverliste einzutragen.

Port Nummer Server
( Eingabefeld )

Dieses Feld wird benötigt um Port-Nummern von Servern in die Serverliste einzutragen.
( Für IEC 60870-5-104 wird normalerweise das Port = 2404 verwendet. )

Server Adressen einfügen
Anzahl Adressen
löschen
einfügen

Multiserver Betrieb :
In der Serverliste werden alle Server ( max. 32 Stationen ) eingetragen, von denen die Übertragung aufgezeichnet werden soll. LIAN 98 filtert während des Mithörbetriebs die Datenpakete der angegebenen IP Adressen heraus und zeichnet nur diese auf.

Zum Eintragen der Adressen gehen Sie wie folgt vor :

"Server Adressen einfügen" aktivieren ( Button "einfügen" erscheint ).
In den Feldern "IP Adresse Server" / "Port Nummer Server" den einzutragenden Server angeben. Mit "einfügen" die Adressen in die Serverliste übernehmen. Nachdem alle aufzuzeichnenden Stationen eingetragen sind, "Server Adressen einfügen" wieder deaktivieren ( Button "einfügen" verschwindet wieder ).

Zum Löschen den oder die Server in der Liste auswählen und auf "entfernen" klicken.

 

Das Bild zeigt die Anwenderdaten der Übertragungsblöcke. Bei Bedarf können die Header ( MAC-, IP- und TCP-Header ) einzeln zugeschaltet werden. Das Ausgabeformat wird über FMT File - Ausgabeformat gesteuert. Selbstverständlich kann die zusätzliche hexadezimal Ausgabe abgeschaltet werden.

In der Seitenansicht ( siehe Ansicht einer Netzwerk-Aufzeichnung ) ist die Ausgabe der Header abgeschaltet. Es werden nur die Anwender Daten angezeigt. Die Übertragungsrichtung wird von LIAN 98 erkannt. Eine grüne Status-Zeile zeigt die Richtung Client zum Server an und die gelbe Status-Zeile die Richtung Server zum Client. Status Zeilen ohne zusätzliche Daten sind Header-Übertragungen ohne Anwenderdaten, die bei der Netzwerkübertragung als Quittungen benötigt werden.

 

Informationen zum Aufbau des Telegramm- und Ethernet-Rahmens siehe
IEC 60870-5-104 : Ethernet-Rahmen

 

IEC 60870-5-104 : Datenpunkt Simulation

 

Im Leitstellenrechner sind alle prozessabhängen Daten in einem Datenhaltungssystem abgelegt. LIAN 98 bietet nun die Möglichkeit diese Prozessdaten zu importieren und bei der Simulation zu verwenden.
( siehe auch : <PAR File : Prozessdaten-Beschreibung> )

 

 

Datenpunkte verwenden
( PAR-Liste )

ja / nein

Enthält die Parameterliste gültige Prozessdaten, so können diese auch für die Simulation verwendet werden. Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 bei der Simulation auch diese Prozessdaten berücksichtigen. Zum Beispiel wird LIAN 98 während der Server Simulation nach dem Empfang eines Schaltbefehls ( ID 45, 46, 58 und 59 ), abhängig von den Datenpunktbeschreibungen, den korrekten Schalterstellungswechsel an den Client zurückmelden.

 

 

Simulationsbereich

Die Prozessdaten-Beschreibung ist zeilenweise organisiert und kann bis zu 5800 Datenpunkte enthalten, wobei jeder Datenpunkt jeweils einer Zeile entspricht.
Mit dem Einschalten des Prozess-Sende-Buttons werden die Datenpunkte, beginnend ab "Zeile von", in Prozesstelegrammen verpackt und gesendet. Die Übertragung wird bei "Zeile bis" oder durch wiederholtes Drücken beendet.

Zeile von

1 ... Anzahl Datenpunkte

LIAN 98 beginnt ab dieser oder einer nachfolgenden Zeile mit dem Erzeugen und Senden von Prozesstelegrammen. Voraussetzung ist, dass der Datentyp auch zum Simulationsmodus passt. RTI Simulation verwendet nur Datentypen in Steuerrichtung und RTU Simulation Datentypen in Überwachungsrichtung.

Zeile bis

> zeile von ; maximal Anzahl Datenpunkte

LIAN 98 beendet bei dieser oder einer vorangegangenen Zeile das Erzeugen und Senden von Prozesstelegrammen.

 

 

Sperrzeit [sec]

0 ... 255

Ist die Zeit, die zwischen dem Senden von zwei aufeinanderfolgenden Prozesstelegrammen eingehalten wird. Ist diese Zeit auf 0 gesetzt wird intern eine Sperrzeit von 100 msec verwendet.

Anzahl Durchläufe

1 ... 255

Die Bearbeitung des Simulationsbereiches kann beliebig wiederholt werden, abhängig vom Parameter "Anzahl Durchläufe".

 

Sende Zustandsänderung
auf Schaltbefehl

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der RTU-Simulation, nach dem Empfang eines Schaltbefehls ( ID 45, 46, 58 und 59 ), den korrekten Schalterstellungswechsel an den Client zurückmelden, sofern in den Datenpunktbeschreibungen die Rückmeldung vorhanden ist.

Sende abgefragte
Information auf GA-Befehl

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der RTU-Simulation, nach dem Empfang eines Generalabfragebefehls ( ID 100 ), anhand der Meldungen aus der PAR-Liste, abgefragte Information an den Client senden. Die Auswahl der Meldungen wird durch den Simulationsbereich "Zeile von" und "Zeile bis" eingeschränkt.

Störstellungsunterdrückung

ja / nein

 

Anzahl Telegramme
pro GA-Block

1 ... 128

Der Parameter gibt die Anzahl der abgefragten Meldungen an, die jeweils blockweise zu Telegrammen aufgebaut und anschliessend gesendet werden. Nachdem ein Block aufgebaut wurde, wird entsprechend des Parameters "Sperrzeit zwischen GA-Blöcken" vor dem Aufbau des nächste Blockes eine Pause eingelegt. Die Blockung und Sperrzeit variiert in Abhängigkeit von der verwendeten Baudrate.

Sperrzeit
zwischen GA-Blöcken

1 ... 36000 [x 100 msec]

Der Aufbau eines GA Blockes benötigt wesentlich weniger Zeit als das anschliessende Senden. Die Übertragungszeit wird dabei von der Baudrate bestimmt. Die Sperrzeit zwischen den Blöcken enstspicht in etwa der Übertragungszeit für die Telegramme in einem Block. Bei 9600 Baud und einer Blockung von 10 Telegrammen sind ca. 3 Sekunden angebracht.

 

IEC 60870-5-104 : Routing Daten

 

Ein weiteres Highlight von LIAN 98 ist der Einsatz der Software als Protokoll-Router zwischen den Protokollen IEC 104 und IEC 101, bzw. Siemens SINAUT ST1. Bei Verwendung aller zwölf Kanälen können IEC101- oder SINAUT ST1 Unterstationen über die Känale 1...11 angeschlossen werden und über Kanal 12 ( TCP/ IP Netzwerk ) mit einem IEC104-Client kommunizieren.

Siehe auch :
  <IEC 60870-5-104 Server/ IEC101 Router>
  <IEC 60870-5-101 Master/ IEC104 Router>
  <Siemens SINAUT ST1 Master/ IEC104 Router>

 

 

aktiviere Router

ja / nein

Ist dieser Parameter aktiviert, startet LIAN 98 für den zugeordneten Kanal den "IEC104 Server" mit Router-Funktion und wartet auf den Verbindungsaufbau mit dem Leitstellensystem. Die Zuordnung zum Kanal wird in der Konfiguration ( KNF ) über den Parameter "Simulationsliste" eingestellt.
( siehe auch : IEC 60870-5-104 : RTU ( Server/ Slave )-Simulation )

Telegrammformat

Mit diesem Parameter wird das Telegrammformat der angeschlossenen Unterstationen ausgewählt.

. IEC 60870-5-101
. Siemens SINAUT ST 1

Route Testbefehl

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Empfang eines Testbefehls ( ID 107, COT 6 ) diesen nach IEC 101 ( ID 104, COT 6 ) umwandeln und an die Unterstation weitergeben. Dadurch kann der komplette Übertragungsweg vom Leitsystem zur Unterstation und zurück geprüft werden.

Stationsadressen einfügen
Anzahl Adressen
löschen
einfügen

In der Stationsliste werden alle angeschlossenen Unterstationen eingetragen, die vom LIAN 98 Router berücksichtigt werden sollen.

Zum Eintragen der Adressen gehen Sie wie folgt vor :

"Stationsadressen einfügen" aktivieren ( Button "einfügen" erscheint ).
In den Feldern "Linkadresse" / "Adresse der ASDU" / "Kanalnummer" die einzutragende Station angeben. Mit "einfügen" die Adresse in die Stationsliste übernehmen. Nachdem alle Stationen eingetragen sind, "Stationsadressen einfügen" wieder deaktivieren ( Button "einfügen" verschwindet wieder ).

Zum Löschen ein oder mehrere Stationen in der Liste auswählen und auf "entfernen" klicken.

 


IEC 60870-5-104 : Vorfilter/ Vortrigger

 

Bei der Filter- oder Trigger-Eingabe muss unbedingt das APCI-Format ( I, S oder U ) angeben werden. Mit dem APCI-Format wird festgelegt, ob die Filter-Definition für ein Telegramm mit fester Länge oder ein Telegramm mit variabler Länge gültig ist.

 

IEC 60870-5-104 : Empfangsfilter

 

Empfangsfilter dienen dazu, die Aufzeichnung auf bestimmte, vorher genau definierte Datensätze zu beschränken. Bei einer entsprechenden Filterwahl wird eine gezielte Datenvorauswahl erreicht, wodurch bereits bei der Aufzeichnung eine Datenreduktion für die spätere Analyse erzielt wird.

 

 

Filter freigeben

ja / nein

Mit dieser Option können für einen Kanal bereits eingestellte Filter vorübergehend deaktiviert werden ohne diese zu löschen.

protokoll-spezifische Filtermaske

Hier lässt sich die Auswertung nach telegramm-spezifischen Merkmalen filtern, wobei mehrere ODER- verknüpfte Filtermasken für einen Kanal bestimmt werden können.

= Es werden nur Werte gleich 'von' durchgelassen.
# Es werden nur Werte ungleich 'von' durchgelassen.
< Es werden nur Werte kleiner 'von' durchgelassen.
> Es werden nur Werte grösser 'von' durchgelassen.
b Der Bereich wird durch 'von' und 'bis' definiert.
hinzufügen Fügt das nächste ODER-Element hinzu.
entfernen Entfernt das aktuelle Oder-Element.

 

IEC 60870-5-104 : Aktionsfilter

 

Für die Simulation bzw. die Durchführung von Datentests lassen sich beim Empfang bestimmter Sätze Sendeaktionen auslösen. Zu diesem Zweck besteht die Möglichkeit, Aktionsfilter zu definieren, die eine Sendefolge starten bzw. einen oder mehrere Telegrammpuffer ( TDB ) senden.

 

 

Aktionsfilter freigeben

ja / nein

Mit dieser Option können für einen Kanal bereits eingestellte Aktionsfilter vorübergehend deaktiviert werden ohne diese zu löschen.

protokoll-spezifische Filtermaske

Der Aktionsfilter wird über telegramm-spezifische Merkmale, entsprechend einer Filtereinstellung, beschrieben. Zusätzlich muss zu jedem Aktionsfilter eine Zuweisung zu einem Sendepuffer oder alternativ zu einer Sendesequenz erfolgen.

= Es werden nur Werte gleich 'von' durchgelassen.
# Es werden nur Werte ungleich 'von' durchgelassen.
< Es werden nur Werte kleiner 'von' durchgelassen.
> Es werden nur Werte grösser 'von' durchgelassen.
b Der Bereich wird durch 'von' und 'bis' definiert.
Sendepuffernummer
( von, von/ bis )

Bei Übereinstimmung mit dem Aktionsfilter wird der Telegrammpuffer "von" bzw. die Telegrammpuffer "von - bis" gesendet.

Sequenz-Zeilennummer
( von, von/ bis )

Bei Übereinstimmung mit dem Aktionsfilter wird die Sendesequenz bei der Zeilennummer "von" gestartet, bzw. eine Teil-Sequenz bei der Zeilennummer "von" gestartet und bei Zeilennummer "bis" beendet.

hinzufügen Fügt das nächste ODER-Element hinzu.
entfernen Entfernt das aktuelle Oder-Element.

 

IEC 60870-5-104 : Start Trigger

 

Beim Empfang eines als Starttrigger definierten Telegramms wird die Aufzeichnung gestartet.

 

 

Start Trigger freigeben

ja / nein

Mit dieser Option können für einen Kanal bereits eingestellte Trigger vorübergehend deaktiviert werden ohne diese zu löschen.

protokoll-spezifische Triggermaske

Hier lassen sich für die Auswertung telegramm-spezifische Start Trigger definieren, wobei mehrere ODER-verknüpfte Trigger für einen Kanal bestimmt werden können.

= Es werden nur Werte gleich 'von' durchgelassen.
# Es werden nur Werte ungleich 'von' durchgelassen.
< Es werden nur Werte kleiner 'von' durchgelassen.
> Es werden nur Werte grösser 'von' durchgelassen.
b Der Bereich wird durch 'von' und 'bis' definiert.
hinzufügen Fügt das nächste ODER-Element hinzu.
entfernen Entfernt das aktuelle Oder-Element.

 

IEC 60870-5-104 : Stopp Trigger

 

Mit Hilfe eines telegramm-spezifischen Stopptriggers und/ oder mit "Stopp bei Fehler" wird die Aufzeichnung nach einer bestimmten Anzahl nachfolgender Empfangssätze beendet. Die Anzahl wird mit dem Feld "Sätze nach Stopp bei Fehler/ Stopptrigger" in den globalen VFL-Einstellungen festgelegt.

 

 

Stopp Trigger freigeben

ja / nein

Mit dieser Option können für einen Kanal bereits eingestellte Trigger vorübergehend deaktiviert werden ohne diese zu löschen.

protokoll-spezifische Triggermaske

Hier lassen sich für die Auswertung telegramm-spezifische Stopp Trigger definieren, wobei mehrere ODER-verknüpfte Trigger für einen Kanal bestimmt werden können.

= Es werden nur Werte gleich 'von' durchgelassen.
# Es werden nur Werte ungleich 'von' durchgelassen.
< Es werden nur Werte kleiner 'von' durchgelassen.
> Es werden nur Werte grösser 'von' durchgelassen.
b Der Bereich wird durch 'von' und 'bis' definiert.
hinzufügen Fügt das nächste ODER-Element hinzu.
entfernen Entfernt das aktuelle Oder-Element.

 


Jede Änderungen in den Filtern wird durch einen Stern * in der Titelleiste angezeigt und ist erst nach dem Speichern wirksam.

 


IEC 60870-5-104 : Telegrammausgabeformat

 

Die gesendeten bzw. empfangenen Sätze aller Kanäle werden binär in der sogenannten Archivdatei abgelegt. Vor der Ausgabe werden sie in Klartext übersetzt und auf dem Bildschirm dargestellt, wobei das Ausgabeformat für jeden Kanal getrennt eingestellt wird. Um die Ausgabe zu optimieren kann zwischen fünf verschiedenen Klartext-Einstellungen gewählt werden.
( siehe "FMT File - Ausgabeformat" )

 

 

Klartext-Format 1

Alles anzeigen :
Verbindungsschicht + Identifikation der Dateneinheit + Informationsobjekte/ -Elemente

Klartext-Format 2

Alles ohne Verbindungsschicht anzeigen :
Identifikation der Dateneinheit + Informationsobjekte/ -Elemente

Klartext-Format 3

Nur Information anzeigen :
Informationsobjekte/ -Elemente

Klartext-Format 4

Nur Verbindungsschicht anzeigen

Klartext-Format 5

Alles ohne Informationsobjekte anzeigen :
Verbindungsschicht + Identifikation der Dateneinheit

 

Falls so gewünscht, kann man sich zusätzlich zur Klartext-Ausgabe die Übertragungsdaten in hexadezimal, dezimal, ASCII, binär ( LSB first ) oder binär ( MSB first ) anzeigen lassen. Selbstverständlich kann die Klartext-Ausgabe auch deaktiviert werden um z.B. die Übertragungsdaten nur hexadezimal darzustellen.

Bei der Aufzeichnung des Protokolls IEC 104 können noch die einzelnen Netzwerk-Header ( MAC, IP, TCP ) ausgegeben werden.

 


IEC 60870-5-104 : Fehlermeldungen

 

Fehlerprüfung beim Empfangen

 

pro Telegramm

das Startzeichen, die Länge, die Telegrammprüfsumme und das Ende Zeichen.

 

*F: NETWORK !

Fehler beim Schreiben auf das Netzwerk. System Fehler, z. B. Socket Fehler.

*F: NET PACKET !

Aufgezeichnete Länge stimmt nicht mit der Paketlänge überein.

*F: MAC HEADER !

Die Länge des MAC Headers stimmt nicht oder Datenpaket ist nicht interpretierbar.

*F: IPv4 HEADER !

Die Länge des IPv4 Headers stimmt nicht.

*F: TCP HEADER !

Die Länge des TCP Headers stimmt nicht.

 

 

*F: Länge !

Die Anwenderdatenlänge stimmt nicht mit der APDU Länge überein. Es kann auch die Länge des MAC, IP oder TCP Headers falsch sein.

*F: Format !

Das APCI Format ist falsch ( Application Protocol Control Information/ Anwendungsprotokoll der Kontroll-Information ).

*F: SYNC !

Die Empfangsroutine sucht beim Aufsetzen nach 68H. Jedes andere Zeichen wird als Synchronisationsfehler angezeigt.

 

 

*F: TypeID !

Die in der Nachricht angegebene TypeID ist nicht vorgesehen.
( sh. Protokoll spezifische Parameter - PAR File )

*F: Ursache !

Die im ASDU angegebene Ursache ist für diese TypeID nicht vorgesehen, oder wurde als Rückmeldung nicht erwartet.
( sh. Protokoll spezifische Parameter - PAR File )

*F: INFOBJ Länge !

Die Längen des Informations(objekt)-Bereichs ist nicht plausibel.
( sh. Protokoll spezifische Parameter - PAR File )

*F: VSQ !

Die im Feld variable Strukturkennung abgelegte Information ist unsinnig.

*F: Kontrollfeld !

Der U-Format Frame mit fester Länge ist nicht interpretierbar.

 

Fehlerprüfung während der Simulation

 

*F: unerwartet !

Es erfolgte eine Rückmeldung, die zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet wurde.

*F: Sequenz !

Die empfangene Sendesequenznummer oder Empfangssequenznummer ist falsch oder ein Telegramm mit variabler Länge ( I-Format ) ist verloren gegangen.

*F: Parameter k !

Die maximale Differenz ( k ) zwischen der empfangenen Sequenznummer ( RSN ) und der letzten quittierten RSN ist überschritten ( sh. Einstellungen für die RTI- bzw. RTU-Simulation im SIM File ).

*F: Richtung !

Während der Unterstationssimulation wurde in Steuerrichtung ein Meldetelegramm empfangen. Diese Fehlermeldung kann durch entsprechende Parametrierung in der SIM Liste unterdrückt werden ( sh. Einstellungen für die RTU Simulation im SIM File ).

*F: ACTCON fehlt !

Eine erwartete "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) wurde nicht innerhalb der parametrierten Überwachungszeit empfangen.

*F: ACTTERM fehlt !

Eine erwartete "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) wurde nicht innerhalb der parametrierten Überwachungszeit empfangen.

 


IEC 60870-5-104 : Parameter Liste

 

IEC 60870-5-104 : ASDU Parameter

 

Die ASDU Liste dient der Plausibilitierung der empangenen Telegrammen, sowohl bei der Aufzeichnung als auch bei der Simulation. Telegrammtypen, die im Projekt verwendet werden, müssen in der Liste angekreuzt und die jeweils zulässigen Ursachen ( COT ) für diese TypeID eingetragen sein. Anderenfalls führt das Telegramm beim Empfang zu einer Fehlermeldung ( *F:TypeID, *F:Ursache ). Zusätzlich ist für jede TypeID die Länge eines Informationsobjektes ohne Länge der Objektadresse angegeben.

 

 

IEC 60870-5-104 : Prozessdaten

 

LIAN 98 bietet die Möglichkeit, die vom Leitstellenrechner zur Verfügung gestellten Prozessdaten zu importieren und bei der Simulation zu verwenden. Dies führt bei Tests zu einer erheblichen Reduzierung der Zeitaufwendung, da Telegramme nicht mehr einzeln editiert werden müssen sondern die Telegramme von LIAN 98 anhand der Datenpunktliste automatisch erzeugt werden.
( siehe auch : <PAR File : Prozessdaten-Beschreibung> und <Senden mit Prozessdatenliste> )

 

Das Laden von Prozessdaten und die Anwendung bei der Simulation ist im LIAN 98 Forum in einem Beitrag detailiert beschrieben. ( siehe : <Simulation IEC 60870-5-104: Prozessdaten laden und verwenden> )

 

 

Die Prozessdaten-Beschreibung ist zeilenweise organisiert und kann bis zu 5800 Datenpunkte enthalten, wobei jeder Datenpunkt jeweils einer Zeile entspricht.

 

Adresse der ASDU
( Stationsnummer )
high, low

Die "gemeinsame Adresse der ASDU" ist normalerweise die Stationsnummer und ist für alle Objekte in einer ASDU gleich. Gemäss Standard besteht diese aus 2 Oktetten ( high, low ). In LIAN 98 beziehen sich die Prozessdaten immer auf eine Station. Bei der Simulation muss diese Adresse auch in die RTI- bzw. RTU-Liste eingetragen werden.
( siehe auch : <IEC 60870-5-104 : Simulation> )

Die Eingabe kann sowohl strukturiert als auch unstrukturiert erfolgen.

Stationsname

maximal 15 ASCII Zeichen
Zur besseren Dokumentation der Datentests wird bei der Simulation der Stationsname zusammen mit der Datenpunkt-Bezeichnung als Klartext ausgegeben.

 

 

Informationsobjekt-Adresse
( IOA )
high ... low

Adresse des Datenpunktes
Die Adresse des Informationsobjekts wird als Zieldresse in Steuerrichtung oder als Quelladresse in Überwachungsrichtung benutzt. Das 3. Oktett ( high ) wird nur verwendet, falls die Adresse des Informationsobjekts strukturiert wird, um innerhalb eines bestimmten Systems eindeutige Adressen zu definieren.

Die Eingabe kann sowohl strukturiert als auch unstrukturiert erfolgen.

Type
ASDU Name

Typkennung ( TypeID )
Mit der Typkennung ist der Typ, die Struktur und das Format des Informationsobjekts festgelegt.
Zur besseren Übersicht wird automatisch von LIAN 98 der ASDU Name zusätzlich eingeblendet.

Status

Objekt-Zustand ( AUS, EIN, ... )
. Einzel- oder Doppelbefehlszustand bzw. Zustand des Schrittbefehls
. Einzel- oder Doppelmeldungszustand

Step

Zustandsänderung
Mit dem Einschalten des Prozess-Sende-Buttons wird der Datenpunkt erstmals mit dem in der Liste angegebenen Objekt-Zustand gesendet und anschliessend um den "Step-Wert" erhöht. Dies hat beim Testen den Vorteil, dass im nächsten Durchlauf der Datenpunkt einen geänderter Zustand hat. Ist kein Step-Wert angegeben oder ist er Null erfolgt keine Zustandsänderung
( siehe auch : <IEC 60870-5-104 : Datenpunkt Simulation> ).

S/ E

Befehlskennung ( QOC - S/ E ) : anwählen / ausführen
0 : ausführen
1 : anwählen

Ist bei Befehlen in den Daten kein S/E angegeben, wird eine Null gesendet !

QU

Befehlskennung ( QOC - QU ) : Befehlsausführungszeit
0 : Ausführungszeit in der Unterstation fest vorgegeben
1 : kurze Befehlsausführungszeit ( Leistungsschalter )
2 : lange Befehlsausführungszeit ( Trenner )
3 : Dauerbefehl

Ist bei Befehlen in den Daten keine Ausführungszeit angegeben, wird die Null gesendet !

Datenpunkt

maximal 69 ASCII Zeichen
Zur besseren Dokumentation der Datentests wird bei der Simulation die Datenpunkt-Bezeichnung zusammen mit dem Stationsnamen als Klartext ausgegeben.

 


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Handbuch LIAN 98


LIAN 98 Protocol Router, Simulator and Analyzer
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