4.2.1 Protokoll : IEC 60870-5-101


 

Telegrammstruktur

Das IEC60870-5-101 Standard Protokoll verwendet ausschliesslich die Formatklasse FT1.2, die in IEC 60870-5-1 ( Übertragungsformate ) definiert ist. Formate mit fester und variabler Länge sind ebenso wie die Einzelzeichen E5H und A2H zulässig.

Jedes Telegramm besteht aus einzelnen UART Zeichen, mit einem Startbit, 8 Bit Information, 1 Paritätsbit und einem Stoppbit. Die Übertragung der Zeichen erfolgt nach dem Prinzip "LSB first". Es handelt sich um ein asynchron Protokoll mit der Hammingdistanz = 4. Durch das Paritätsbit im Asynchronzeichen ist bereits jedes Byte mit d = 2 gesichert. Der durch die Blocklänge gekennzeichnete Telegrammteil wird zusätzlich mit einer Prüfsumme gesichert, womit für diesen Teil des Telegramms eine Hammingdistanz von d = 4 erreicht wird. Da das Startzeichen und die Blocklänge nicht in der Prüfsumme enthalten sind, werden sie 2mal übertragen und damit die gleiche hohe Übertragungssicherheit von d = 4 erzielt. Die Prüfsumme ist die arithmetische Summe über alle Anwenderdatenbytes.

 

Information zum Aufbau des Telegramms siehe
<IEC 60870-5-101 : Telegrammstruktur>

 


IEC 60870-5-101 : Konfiguration

 

 

Über den unteren Button ( Kanal 1 ...12 ) sind folgende Einstellungen möglich :

 

Die einzelnen Zeichen bestehen aus einem Start-Bit ( binär = 0 ), 8 Informationsbits, einem Paritätsbit ( normalerweise gerade ) und einem Stopp-Bit ( binär = 1 ).

 

Schnittstelle

Jedem Kanal kann eine beliebige COM-Schnittstelle ( COM 1 bis COM 24 ) zugeordnet werden.

Modem

Für jeden Kanal kann ein eigenes Modem installiert und angeschlossen sein. LIAN 98 bearbeitet bis zu zwölf Modems gleichzeitig im Bereich von COM1 bis COM24. Es wird das Modem angezeigt, welches dem eingestellten COM-Port zugeordnet ist. Normalerweise kennt LIAN 98 diese Zuordnung und stellt selbst das richtige Modem ein.

Setup Modem

Einstellungen für das Modem müssen generell über die WINDOWS Systemsteuerung "Telefon und Modemoptionen" durchgeführt werden. Über diesen Button kann man die Modem-Einstellungen nochmals überprüfen, ob sie mit der LIAN 98 Konfiguration übereinstimmen.

Verbindungsart

Achtung, für die Aufzeichnung ( Mithörbetrieb ) sollte immer Vollduplex eingestellt sein !
 

Vollduplex :

Die meisten Modems sind vollduplex und können Daten gleichzeitig in beide Richtungen übertragen. DTE ( LIAN 98 ) und DCE ( Modem ) arbeiten also simultan als Sender und Empfänger. Keiner der beiden Sender muss auf eine Sendefreigabe durch den Partner warten. Die Signale RTS und CTS sind also ohne Bedeutung. LIAN 98 setzt zwar die Signale RTS und DTR auf 1 solange es sende- und empfangsbereit ist, wertet dabei aber die Signale CTS und DSR nicht aus.

Halbduplex :

Bei der Halbduplexverbindung können sowohl DTE ( LIAN 98 ) als auch DCE ( Modem ) als Sender und Empfänger arbeiten, wobei nur eine einzige Datenleitung ( 2-Drahtverbindung ) zur Verfügung steht, die nur abwechselnd zum Senden oder Empfangen benutzt werden kann. Zur Verteilung der Rollen als Sender oder Empfänger dienen die Steuersignale RTS und CTS. Wenn LIAN 98 als Sender arbeiten möchte, aktiviert es das Signal RTS und wartet auf die Bestätigung über das Signal CTS vom Modem. Erhält LIAN 98 das Signal CTS werden die Daten gesendet und anschliessend das RTS-Signal zurückgenommen. In allen anderen Fällen abeitet LIAN 98 ausschliesslich als Empfänger.

Solange die LIAN 98 Software sende- und empfangsbereit ist setzt es das Signal DTR aktiv um dem Modem die Betriebsbereitschaft der DTE anzuzeigen, und erwartet ebenso vom Modem ein aktives DSR-Signal.

RTS-Vorlaufzeit

0 ... 1000 msec
Der Parameter ist nur für die Verbindunsart "halbduplex" von Bedeutung und wird durch das Einschwingverhalten der verwendeten Übertragungstechnik bestimmt.
Die RTS-Vorlaufzeit ist der Zeitraum von der Aktivierung des RTS-Signals bis zur Übertragung des ersten Zeichens und ist für Modems anwendbar die "kein CTS-Signal" zurückliefern. In diesem Fall, muss auch durch eine Lötbrücke im Monitor-Kabel das "RTS-Signal" über die "CTS-Leitung" zum PC zurückgeführt werden. Abhängig von dem verwendetem Modem ist es möglicherweise auch notwendig, zusätzlich den DTR-Pin mit dem DSR-Pin zu verbinden.
Diese Funktion ist deaktiviert, wenn die Vorlaufzeit und auch die Nachlaufzeit auf NULL gesetzt ist und somit die Steuersignale vom Modem ausgewertet werden.

RTS-Nachlaufzeit

0 ... 1000 msec
Der Parameter ist nur für die Verbindunsart "halbduplex" von Bedeutung und wird durch das Ausschwingverhalten der verwendeten Übertragungstechnik bestimmt.
Die RTS-Nachlaufzeit ist der Zeitraum nach der Übertragung des letzten Zeichens bis zum Löschen des RTS Signals.
Diese Funktion ist deaktiviert, wenn die Vorlaufzeit und auch die Nachlaufzeit auf NULL gesetzt ist.

 

Baudrate

Übertragungsgeschwindigkeit : 25 - 115200 Baud ( variabel )

Datenbyte

8 Bit ( fest )

Stopp Bit

1 Bit ( variabel )

Parität

gerade ( variabel )

Timeout

1 - 9999 msec ( variabel )

 

Übertragungsprozedur
S :
symmetrisch

Wenn die symmetrische Übertragungsprozedur benutzt wird, darf jede Station Nachrichtenübertragungen beginnen. Symmetrische Übertragung ist beschränkt auf "End-End Konfiguration" oder "Mehrfach End-End Konfiguration". Der symmetrische Mode kann in einer voll-duplex Übertragung angewendet werden.

U :
unsymmetrisch

Unsymmetrische Übertragung wird in SCADA Systemen verwendet, bei denen eine Master Station den Datenverkehr durch sequentielles Abfragen der Unterstationen steuert.
Die Master Station ist die Primärstation, die alle Nachrichtenübertragungen veranlasst, während Sekundärstationen ( Slaves ) nur übertragen dürfen, wenn sie aufgerufen sind.
Die unsymmetrische Übertragung kann generell verwendet, muss aber bei "Gemeinschaftsverkehr Konfiguration" angewendet werden.

 

Einstellungen im Kanalfenster

 

 

Link Adressfelder

0... 2, strukturiert oder unstrukturiert kann gewählt werden.

Das Linkadressfeld ist optional. Ist es vorhanden, besteht es aus einem Oktett oder 2 Oktetten in der Verbindungsschicht. Die Länge der Linkadresse ist ein Parameter, der vom System festgelegt ist.

. Ausgabeformat

dez / hex

Die Darstellung der Link-Adresse bei der Bildschirmausgabe erfolgt entsprechend der Einstellung des Ausgabeformats entweder als Dezimal- oder Hexadezimal-Zahl.

. Bitstruktur

Die 16-Bit Link-Adresse kann bei eingestellter Strukturierung in maximal 4 Bit-Felder unterteilt werden. Bei der Default-Unterteilung wird die Adresse byteweise strukturiert ( 8 + 8 ). Es können aber auch beliebige Werte ( z. B. 2 + 6 + 8 ) eingegeben werden. Die Angabe erfolgt immer vom höherwertigen Bit beginnend und die Summe aller Bits muss selbstverständlich 16 ergeben.

ASDU Adressfelder

1... 2, strukturiert oder unstrukturiert kann gewählt werden.

Das ASDU Adressfeld besteht aus einem Oktett oder 2 Oktetten in der Identifikation der Dateneinheit. Die Länge der Gemeinsamen Adresse der ASDU ist ein Parameter, der vom System festgelegt ist.

. Ausgabeformat

dez / hex

Die Darstellung der ASDU-Adresse bei der Bildschirmausgabe erfolgt entsprechend der Einstellung des Ausgabeformats entweder als Dezimal- oder Hexadezimal-Zahl.

. Bitstruktur

Die 16-Bit ASDU-Adresse kann bei eingestellter Strukturierung in maximal 4 Bit-Felder unterteilt werden. Bei der Default-Unterteilung wird die Adresse byteweise strukturiert ( 8 + 8 ). Es können aber auch beliebige Werte ( z. B. 2 + 6 + 8 ) eingegeben werden. Die Angabe erfolgt immer vom höherwertigen Bit beginnend und die Summe aller Bits muss selbstverständlich 16 ergeben.

Objekt Adressfelder

1... 3, strukturiert oder unstrukturiert kann gewählt werden.

Das Objekt Adressfeld besteht aus einem Oktett, 2 Oktetten oder 3 Oktetten in der Identifikation des Informationsobjekt. Die Länge der Adresse des Informationsobjekt ist ein Parameter, der vom System festgelegt ist.

. Ausgabeformat

dez / hex

Die Darstellung der Objekt-Adresse bei der Bildschirmausgabe erfolgt entsprechend der Einstellung des Ausgabeformats entweder als Dezimal- oder Hexadezimal-Zahl.

. Bitstruktur

Die 24-Bit Objekt-Adresse kann bei eingestellter Strukturierung in max. 6 Bit-Felder unterteilt werden. Bei der Default-Unterteilung wird die Adresse byteweise strukturiert ( 8 + 8 + 8 ). Es können aber auch beliebige Werte ( z. B. 2 + 6 + 4 + 4 + 8 ) eingegeben werden. Die Angabe erfolgt immer vom höherwertigen Bit beginnend und die Summe aller Bits muss selbstverständlich 24 ergeben.

Herkunftsadresse

ja / nein

 


IEC 60870-5-101 : Simulation

 

IEC 60870-5-101 : RTI ( Master )-Simulation

 

In der folgenden PDF-Datei ist eine typische Master-Simulation mit LIAN 98 dargestellt :

<Master-Simulation mit LIAN 98>

 

LIAN 98 simuliert einen MASTER und kann im Aufrufbetrieb ( unsymmetrisch ) mit bis zu 32 angeschlossenen Unterstationen gleichzeitig kommunizieren.

 

 

Linkadresse
( Adresse der Zielstation )

Alle zu sendenden Telegramme werden während der Master Simulation mit der Linkadresse aus der SIM-Liste versehen.

Ausgenommen bei unsymmetrischer Übertragung :
. Enthält ein Telegramm im TDB Puffer die Linkadresse 255 (1 Oktett-Adresse) oder 65535 (2 Oktett-Adresse) für einen 'AN ALLE' Befehl, so wird das Telegramm unverändert mit der bereits eingetragenen Adresse gesendet.
. Ist im Telegramm eine Linkadresse aus der Scan-Liste eingetragen, so wird das Telegramm unverändert mit der bereits eingetragenen Adresse gesendet.

Adresse der ASDU
( Adresse der Zielstation )

Alle zu sendenden Telegramme werden während der Master Simulation mit der ASDU-Adresse aus der SIM-Liste versehen.

Ausgenommen bei unsymmetrischer Übertragung :
. Enthält ein Telegramm im TDB Puffer die ASDU-Adresse 255 (1 Oktett-Adresse) oder 65535 (2 Oktett-Adresse) für einen 'AN ALLE' Befehl, so wird das Telegramm unverändert mit der bereits eingetragenen Adresse gesendet.
. Ist im Telegramm eine ASDU-Adresse aus der Scan-Liste eingetragen, so wird das Telegramm unverändert mit der bereits eingetragenen Adresse gesendet.

Herkunftsadresse
( Adresse des Absenders )

Alle zu sendenden Telegramme werden während der Master Simulation mit der Herkunftsadresse aus der SIM-Liste versehen.

Wartezeit auf Quittung

1 - 30 000 msec

Der IEC60870-5 Standard schreibt ein festes Zeitüberwachungsintervall vor, das für wiederholte Übertragungen verwendet werden muss. Dieses Zeitüberwachungsintervall und die maximale Anzahl der Wiederholungen sind konfigurierbar und geeignete Werte sind vom Übertragungssystem abhängig.

Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Millisekunden, die LIAN 98 als Primärstation maximal auf eine Quittung warten soll, bevor es die letzte Übertragung wiederholt.

Anzahl Telegrammwiederholungen

0 - 255

Mit diesem Parameter legt man fest, wie oft das Senden nach dem Fehlen der Quittung wiederholt werden soll.

Stationsinitialisierung

ja / nein

Die primäre Station synchronisiert ihre Verbindung mit der sekundären Station durch die Übertragung "Abfrage Linkstatus" und "Kommunikation normieren". Die sekundäre Station antwortet mit dem "Linkstatus" und "ACK". Wenn "ACK" von der primären Station empfangen wurde, ist die Verbindung aufgebaut.

Abfrage Linkstatus

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "Abfrage Linkstatus" ( PRM = 1, Funktion 9 ) gespeichert ist.

Kommunikation normieren

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "Kommunikation normieren" ( PRM = 1, Funktion 0 ) gespeichert ist.

Aktiviere Zeitsynchronisation

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Initialisieren der Kommunikation als erstes einen Uhrzeit-Synchronisationsbefehl senden und gegebenenfalls zyklisch in Abhängigkeit vom Parameter "Zeit SYNC Zyklus" wiederholen.

Zeit SYNC Zyklus

1 - 1440 Minuten

Abhängig von dieser Zeit wird LIAN 98 als Masterstation den Uhrzeit-Synchronisationsbefehl zyklisch senden.

Zeit SYNC Befehl

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "C_CS_NA_1" ( ID 103, COT 6 ) gespeichert ist.

Rechnerzeit verwenden

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird vor dem Senden der Telegramme die Systemzeit des PC's als Zeitmarke eingetragen. Anderenfalls bleibt das Telegramm unverändert, wie es zuvor vom Anwender editiert wurde.

Aktiviere Generalabfrage

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Initialisieren der Kommunikation einen General-Abfragebefehl senden und gegebenenfalls zyklisch in Abhängigkeit vom Parameter "GA Zykluszeit" wiederholen.

GA Zykluszeit

1 - 1440 Minuten

Abhängig von dieser Zeit wird LIAN 98 als Masterstation den General-Abfragebefehl zyklisch senden.

GA Befehl

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "C_IC_NA_1" ( ID 100, COT 6 ) gespeichert ist.

Scan-Adressen einfügen
Anzahl Adressen
entfernen
einfügen

Unsymmetrisch : ( Gemeinschaftsverkehr )
In der Scan-Liste werden alle Stationen eingetragen, die an dieser Linie bearbeitet werden sollen. LIAN 98 stellt die Verbindung mit all diesen Stationen ( max. 32 Stationen ) her und fragt anschliessend die Anwenderdaten von diesen Stationen ab.

Zum Eintagen der Adressen gehen Sie wie folgt vor :

"Scan-Adresse einfügen" aktivieren ( Button "einfügen" erscheint ).
In den Feldern "Linkadresse" / "Adresse der ASDU" die einzutragende Station angeben.
Mit "einfügen" die Adressen in die Scan-Liste übernehmen.
Nachdem alle Stationen eingetragen sind, "Scan Adresse einfügen" wieder deaktivieren ( Button "einfügen" verschwindet ).

Zum Löschen die Station in der Liste auswählen und auf "entfernen" klicken.

Automatischen Scan sperren

Unsymmetrisch : ja / nein

Nachdem der Verbindungsaufbau mit der Unterstation abgeschlossen ist, beginnt LIAN 98 automatisch mit dem Abfragen der Anwenderdaten ( Klasse 1/ 2 ). Sollte das nicht gewünscht sein, kann das Abfragen hier deaktiviert werden.

Abfrage Datenklasse 1

Unsymmetrisch :
Nummer des TDB Puffers in dem das Kurztelegramm "Abfrage Datenklasse 1" ( PRM = 1, Funktion 10 ) gespeichert ist.

Abfrage Datenklasse 2

Unsymmetrisch :
Nummer des TDB Puffers in dem das Kurztelegramm "Abfrage Datenklasse 2" ( PRM = 1, Funktion 11 ) gespeichert ist.

Scan delay

Unsymmetrisch : 0 - 30 000 msec

Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die das Programm LIAN 98 die nächste Abfrage der Daten Klasse 1 oder 2 verzögert.

Sende Befehl ausführen
( Execute command )

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der Master Simulation nach dem Empfang "Bestätigung der Aktivierung, Befehl anwählen" ( COT 7, Befehl anwählen ) automatisch eine "Aktivierung, Befehl ausführen" ( COT 6, Befehl ausführen ) senden.

ACTCON response timeout
( Bestätigung der Aktivierung )

Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Sekunden, die das Programm LIAN 98 als Primärstation maximal auf die "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) bzw. "Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung" ( COT 9 ) warten soll, bevor die Meldung "*F: ACTCON fehlt !" abgesetzt wird.

ACTTERM response timeout
( Beendigung der Aktivierung )

Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Sekunden, die das Programm LIAN 98 als Primärstation maximal auf die "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) warten soll, bevor die Meldung "*F: ACTTERM fehlt !" abgesetzt wird.

Aktiviere Test Prozedur

ja / nein

Die Prüfprozedur wird benutzt, um die gesamte Schleife von der überwachenden Station zur überwachten Station und zurück zu prüfen.

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Initialisieren der Kommunikation einen Prüfbefehl senden und gegebenenfalls zyklisch ( Test Zykluszeit ) wiederholen.

Test Zykluszeit

0 - 255 Sekunden

Abhängig von dieser Zeit wird LIAN 98 als Masterstation den Prüfbefehl immer wieder senden.

Prüfbefehl

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "C_TS_NB_1" ( ID 104, COT 6 ) gespeichert ist.

 

IEC 60870-5-101 : RTU ( Slave )-Simulation

 

In der folgenden PDF-Datei ist eine typische Slave-Simulation mit LIAN 98 dargestellt :

<Slave-Simulation mit LIAN 98>

 

 

Linkadresse

Alle zu sendenden Telegramme werden während der Slave Simulation mit der Linkadresse aus der SIM-Liste versehen.

Adresse der ASDU

Alle zu sendenden Telegramme werden während der Slave Simulation mit der ASDU Adresse aus der SIM-Liste versehen.

Herkunftsadresse

Alle zu sendenden Telegramme werden während der Slave Simulation mit der Herkunftsadresse ( Adresse des Masters ) aus der SIM-Liste versehen.

Wartezeit auf Quittung

Symmetrisch : 1 - 30 000 msec

Der IEC 870-5-101 Standard schreibt ein festes Zeitüber- wachungsintervall vor, das für wiederholte Übertragungen verwendet werden muss. Dieses Zeitüberwachungsintervall und die maximale Anzahl der Wiederholungen sind konfigurierbar und geeignete Werte sind vom Übertragungssystem abhängig.

Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Millisekunden, die das Programm LIAN 98 als Primärstation ( nur symmetrisch ) maximal auf eine Quittung warten soll, bevor es die letzte Übertragung wiederholt.

Anzahl Telegrammwiederholungen

Symmetrisch : 0 - 255

Mit diesem Parameter legt man fest, wie oft das Senden nach dem Fehlen der Quittung ( nur symmetrisch ) wiederholt werden soll.

Stationsinitialisierung

Symmetrisch : ja / nein

Die primäre Station synchronisiert ihre Verbindung mit der sekundären Station durch die Übertragung "Abfrage Linkstatus" und "Kommunikation normieren". Die sekundäre Station antwortet mit dem "Linkstatus" und "ACK". Wenn "ACK" von der primären Station empfangen wurde, ist die Verbindung aufgebaut.

Mit der Nachricht "Ende der Initialisierung" ( ID 70 ), gesendet von der überwachten Station, ist die Initialisierungsprozedur beendet.

Abfrage Linkstatus

Symmetrisch :
Nummer des TDB Puffers in dem das Kurzelegramm "Abfrage Linkstatus" ( PRM = 1, Funktion 9 ) gespeichert ist.

Kommunikation normieren

Symmetrisch :
Nummer des TDB Puffers in dem das Kurzelegramm "Kommunikation normieren" ( PRM = 1, Funktion 0 ) gespeichert ist.

Initialisierungsende

ja / nein

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "M_EI_NA_1" ( ID 70, COT 4 ) gespeichert ist.

Aktiviere Zeitsynchronisation

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird in der "Bestätigung der Aktivierung" auf den Uhrzeit-Synchronisationsbefehl die aktuelle Systemzeit des PC's zurückgegeben. Andernfalls wird die empfangene Uhrzeit nur gespiegelt.

Rechnerzeit aktualisieren

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird beim Empfangen eines Uhrzeit-Synchronisationsbefehls ( ID 103, COT 6 ) auch die Systemzeit des PC's mit den empfangenen Werten aktualisiert.

Zeitkorrektur
( für Systemzeit des PC's )

0 - 9 999 msec ( Telegramm-Laufzeitkorrektur )

Für das Einstellen der Systemzeit des PC's mit einem Uhrzeit-Synchronisationsbefehl kann hier ein Korrektur-Wert angegeben werden, der auf den aktuellen Wert im Synchronisationsbefehl aufaddiert wird.

Zeit SYNC Befehl
( spontan )

Nummer des TDB Puffers in dem das Telegramm "C_CS_NA_1" ( ID 103, COT 3 ) gespeichert ist.

Zusätzlich zu der Prozedur nach 6.7 aus IEC60870-5-5 darf der C_CS_NA_1 in Überwachungsrichtung zur spontanen Übertragung der Uhrzeit eingesetzt werden ( z.B. bei Stundenwechsel ).

Rechnerzeit verwenden

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird vor dem Senden der Telegramme die Systemzeit des PC's als Zeitmarke eingetragen. Anderenfalls bleibt das Telegramm unverändert, wie es zuvor vom Anwender editiert wurde.

E5H als Antwort
auf ABFR Datenklasse 2

Unsymmetrisch : ja / nein

In Abfragesystemen erfolgt die Datenaquisition durch zyklisches Senden des Kurztelegramms "Abfrage Daten der Datenklasse 2" ( FKT=11 ). Unterstationen, die keine Daten dieser Klasse haben antworten üblicherweise mit dem Kurztelegramm "Daten nicht verfügbar" ( FKT=9 ). Falls das ACD Bit = 0 ist darf auch mit dem Einzelzeichen "E5H" geantwortet werden.

nur Datenklasse 2 verwenden

Unsymmetrisch : ja / nein

 

 

 

Sende ACTCON respond

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der Slave Simulation nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( COT 6 ) bzw. "Abbruch der Aktivierung" ( COT 8 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) bzw. "Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung" ( COT 9 ) senden.

Sende ACTTERM respond

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der Slave Simulation nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( COT 6 ) automatisch eine "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) zeitverzögert um "ACTTERM delay time" senden.

ACTTERM delay time

Dieser Parameter bestimmt die Zeit in Sekunden, um die LIAN 98 das Senden der "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) verzögert.

 

IEC 60870-5-101 : Antwort auf Primärfunktion ( Quittungen )

 

 

LIAN 98 empfängt eine Nachricht mit einem der folgenden Funktionscodes von einer Primärstation ( PRM = 1 ) und wird das Telegramm in dem angegebenen TDB-Puffer als Quittung senden.

Normalerweise befinden sich in den TDB-Puffern 480 bis 495 nach Installation von LIAN 98 nur editierte confirm/ respond Telegramme mit einem 2 Oktetten Linkadressfeld. Falls eine unterschiedliche Adress-Struktur vorliegt, müssen diese Puffer abgeändert werden.

 

Von der Primärstation im Steuerfeld verwendete Funktionscode-Nummern ( PRM = 1 )

 

Funktion Telegrammtyp Dienstfunktion FCV
0 Senden/ Bestätigung erwartet Kommunikation normieren 0
1 Senden/ Bestätigung erwartet Normieren des Anwenderprozesses 0
2 Symmetrisch : Senden/ Bestätigung erwartet Prüffunktion für Link 1
3 Senden/ Bestätigung erwartet Anwenderdaten 1
4 Send/ Keine Bestätigung erwartet Anwenderdaten 0
5 Reserviert    
6 Reserviert für besondere Anwendungen nach Vereinbarung.    
7 Reserviert für besondere Anwendungen nach Vereinbarung.    
8 Unsymmetrisch :
Anfrage Zugriffsanforderung / Antwort erwartet
Erwartete Antwort fordert Zugriffsanforderung 0
9 Abfrage/ Antwort erwartet Abfrage Linkstatus 0
10 Unsymmetrisch : Abfrage/ Antwort erwartet Abfrage Anwenderdaten Klasse 1 1
11 Unsymmetrisch : Abfrage/ Antwort erwartet Abfrage Anwenderdaten Klasse 2 1
12 Reserviert    
13 Reserviert    
14 Reserviert für besondere Anwendungen nach Vereinbarung.    
15 Reserviert für besondere Anwendungen nach Vereinbarung.    

 

Von der Sekundärstation im Steuerfeld verwendete Funktionscode-Nummern ( PRM = 0 )

 

Funktion Telegrammtyp Dienstfunktion
0 Bestätigung ( confirm ) ACK : Positive Quittung
1 Bestätigung ( confirm ) NACK : Nachricht nicht angenommen, Link arbeitet
2 Reserviert  
3 Reserviert  
4 Reserviert  
5 Reserviert  
6 Reserviert für besondere Anwendungen nach Vereinbarung.  
7 Reserviert für besondere Anwendungen nach Vereinbarung.  
8 unsymmetrisch : Antwort ( respond ) Anwenderdaten
9 unsymmetrisch : Antwort ( respond ) NACK: Angeforderte Daten nicht verfügbar.
10 Reserviert  
11 Antwort ( respond ) Linkstatus oder Zugriffsanforderung
12 Reserviert  
13 Reserviert für besondere Anwendungen nach Vereinbarung.  
14   Linkdienst arbeitet nicht
15   Verbindungsschichtdienst nicht vorhanden

 

IEC 60870-5-101 : Simulationsablauf

 

Simulation der Kommunikationsdienste :

LIAN 98 orientiert sich am PRM Bit und am Funktionscode, im Steuerfeld der Linkschicht.

Der Parameter [Wartezeit auf Quittung] bestimmt die Zeit in Millisekunden, die LIAN 98 höchstens auf eine Quittung wartet, nachdem eine Primärnachricht gesendet wurde, bevor die Übertragung wiederholt bzw. eine neue Nachricht gesendet wird. Über den Parameter [Telgrammwiederholungen] wird festgelegt, wie oft die Nachricht wiederholt werden muss. Während das Programm LIAN 98 auf eine Quittung wartet, werden keine weiteren Telegramme gesendet. Die Sendesätze werden vorerst in der Sendeliste abgelegt, bis die Quittung empfangen wurde.

LIAN 98 versendet abhängig vom Funktionscode einer Primärnachricht automatisch Quittungen, abhängig von den oben festgelegten TDB-Nummern. Selbstverständlich müssen die richtigen Telegramme in den angegebenen TDB-Puffern editiert sein.

LIAN 98 wechselt das FCB-Bit für jede neue SENDEN/ BESTÄTIGUNG oder ABFRAGE/ ANTWORT Übertragung, die an die Sekundärstation gerichtet ist. Auf diese Weise erhält die Primärstation eine Kopie des Telegrammfolgebits pro Sekundärstation. Im Falle eines Rücksetzbefehls ist das Telegrammfolgebit immer 0 und auf die Antwort dieser Befehle wird die Sekundärstation immer so gesetzt, dass die nächste Datenübertragung von der Primär- zur Sekundärstation mit FCV = gültig ( FCV = 1 ) erwartet wird, um die entgegengesetzte Einstellung des FCB zu haben.

Bei symmetrischer Übertragung wird von LIAN 98 für alle zu sendenden Telegramme das DIR-Bit im Steuerfeld der Linkschicht während der Master Simulation auf EINS gesetzt und bei der Slave Simulation gelöscht. Bei der unsymmetrischen Übertragung wird das DIR-Bit immer auf NULL gesetzt.

 

Stationsinitialisierung

Die primäre Station synchronisiert ihre Verbindung mit der sekundären Station durch das Übertragen von "Abfrage Link Status" ( FKT = 9 ) und "Kommunikation normieren" ( FKT = 0 ). Die sekundäre Station antwortet mit dem "Link Status" ( FKT = 11 ) und mit "ACK" ( FKT = 0 ). Wenn "ACK" von der primären Station empfangen wurde, ist die Verbindung aufgebaut.

Die Normierung der Kommunikationseinheit wird von LIAN 98 automatisch erledigt, wenn die Master (RTI)- oder die Slave (RTU)-Simulation gestartet wird.

Die RTI Simulation beginnt nachdem die Verbindung normiert ist und die Test-Prozedur aktiviert wurde, mit einem Prüfbefehl um die Prüfprozedur zu starten. Optional kann auch die automatische Zeitsynchronisation und Generalabrage aktiviert werden.

Im Falle der RTU Simulation sendet LIAN 98, falls in der SIM Liste parametriert, die Meldung Initialisierungsende "M_EI_NA_1" ( ID 70, COT 4 ).

Datenerfassung durch zyklisches Abfragen
( unsymmetrisch )

Diese Datenerfassung wird bei unsymmetrischen Datenübertragungsprozeduren angewendet um die überwachende Station mit den aktuellen Zuständen aus den überwachten Stationen zu versorgen. Die überwachende Station führt die Erfassung durch sequenzielles Abfragen ( Funktion 10 und 11 ) der überwachten Stationen durch. Überwachte Stationen dürfen nur übertragen, nachdem sie gefragt wurden.

Das zyklische Abfragen wird von LIAN 98 automatisch erledigt, wenn die Master(RTI)-Simulation gestartet und in der Konfiguration die Übertragungsprozedur auf "U = unsymmetrisch" gesetzt ist und über die SIM Liste nicht deaktiviert wurde.

 

Normierung der Kommunikationseinheit bei symmetrischer Übertragung

 

Simulation der Anwendungsfunktionen :

 

Zyklische Datenübertragung

Zyklische Datenübertragung wird angewandt um eine ständige Updatefunktion der aktuellen Werte von Prozessvariablen bei symmetrischen und unsymmetrischen Übertragungsprozeduren zu gewährleisten.

Eine zyklische Übertragung wird in LIAN 98 entweder durch das Absetzen von zyklischen Sendeaufträgen ( siehe "Senden" ) oder durch eine nicht terminierte Sendesequenz ( siehe "Sendesequenzliste" ) erreicht.

Ereigniserfassung
( unsymmetrisch )

Es gibt zwei Klassen von festgelegten Daten, Klasse 1 beinhaltet spontane Daten und Klasse 2 zyklische Daten. Ebenso ist der Linkdienst "Abfrage Anwenderdaten Klasse 2" ( FKT 11 ) festgelegt, der verwendet wird, um überwachte Stationen abzufragen. Wenn das Abfragetelegramm empfangen wird, gibt es in jeder überwachten Station zwei Möglichkeiten.

Keine spontanen Daten verfügbar :
In diesem Fall antwortet die Verbindungsschicht der überwachten Station mit einem Telegramm im Format mit fester Länge "abgefragte Daten nicht verfügbar" ( FKT 9 ) und die überwachende Station setzt ihre Abfrage fort, indem sie die nächste überwachte Station abfragt.

Spontane Daten verfügbar :
In diesem Fall antwortet die überwachte Station auch mit dem Telegrammformat mit fester Länge "abgefragte Daten nicht verfügbar" ( FKT 9 ), aber dieses Mal mit gesetztem "ACD Bit", das anzeigt, dass spontane Daten verfügbar sind und auf die Übertragung warten. Darauf sendet die überwachende Station das Telegramm "Abfrage Anwenderdaten Klasse 1" ( FKT 10 ) und die überwachte Station antwortet, indem sie eine Ereignis ASDU sendet.

Eine spontane Übertragung wird bei der RTU Simulation in LIAN 98 entweder durch das Absetzen von einzelnen Sendeaufträgen ( siehe "Senden" ) oder durch eine Sendesequenz ( siehe "Sendesequenzliste" ) erreicht.

Generalabfrage

Die Generalabfrage wird benutzt, um die überwachende Station nach der Initialisierungsprozedur zu aktualisieren oder wenn durch die überwachende Station ein Informationsverlust festgestellt wird.

Die Generalabfrage-Funktion der überwachenden Station fordert die überwachte Station auf, die aktuellen Werte aller ihrer Prozessvariablen zu übertragen. Die Abfrageprozedur ist beendet, wenn die überwachende Station die Nachricht "Ende der Generalabfrage" erhält.

Die Übertragung der Information wird durch einen Abfragebefehl ( ID 100, COT 6 ) der überwachenden Station an die überwachte Station ausgelöst, die mit einer Abfragebestätigung ( ID 100, COT 7 ) antwortet. Die überwachte Station überträgt die abgefragten Informationen mittels eines oder mehrerer Meldetelegramme. Die letzte Information der ASDU ist gefolgt von einem "Ende der Generalabfrage" Telegramm ( ID 100, COT 10 ), das anzeigt, dass alle Informationen übertragen sind

Bei der Unterstationssimulation werden die Abfragebestätigung ( ACTCON ) und das Ende der Generalabfrage (ACTTERM ) in LIAN 98 automatisch erzeugt, falls das laut dem Eintrag in der Simulationsliste gewünscht wird. Das Senden der abgefragten Anwenderdaten wird durch einen Eintrag im Aktionsfilter erreicht ( siehe auch "Aktionsfilter" ) oder falls Prozessdaten geladen sind, durch Senden der Daten aus der Datenpunktliste ( siehe auch "Datenpunkt Simulation" ).

Uhrzeitsynchronisation

Uhrzeiten von überwachten Stationen werden am Anfang durch die überwachende Station nach der Initialisierung und danach in zeitlichen Abständen immer wieder synchronisiert.

Ein Uhrzeitsynchronisationsbefehl ( ID 103 ), der die gesamte aktuelle Uhrzeit enthält, wird von der überwachenden Station gesendet. Nach Ausführung der Uhrzeitsynchronisation erzeugt die überwachte Station ein Bestätigungstelegramm, das die lokale Zeit vor der Synchronisation beinhaltet.

Befehlsübertragung

Die überwachende Station sendet einen "ANWAHL Befehl" ( ID 45... 50, COT 6 ) zur überwachten Station, die mit einer "ANWAHL Bestätigung" ( COT 7 ) antwortet, wenn sie bereit ist, den angekündigten Befehl anzunehmen. Die Zeit zwischen "ANWAHL Befehl" und "ANWAHL Bestätigung" wird durch ein konfigurierbares Zeitüberwachungsintervall ( Wartezeit auf Quittung ) kontrolliert.

Eine erfolgreiche Anwahlprozedur kann durch einen Abbruch deaktiviert werden. Dieser Abbruch wird durch den "ABBRUCH Befehl" ( COT 8 ) übertragen und die überwachte Station antwortet mit einer "ABBRUCH Bestätigung" ( COT 9 ). Die Zeit zwischen diesen Nachrichten wird durch einen Timeout ( Wartezeit auf Quittung ) kontrolliert.

Nach einer erfolgreichen Anwahl wird ein "AUSFÜHREN Befehl" ( ID 45... 51 ) zur überwachten Station gesendet, die mit einer "AUSFÜHREN Bestätigung" antwortet ( positiv wenn die bestimmte Steueraktion beginnt, andernfalls negativ ). Diese Prozedur kann nicht unterbrochen werden und die Zeit zwischen dem "AUSFÜHREN Befehl" und der "AUSFÜHREN Bestätigung" wird von einem konfigurierbaren Zeitüberwachungsintervall kontrolliert. Ein "AUSFÜHREN Ende" ( COT 10 ) Telegramm wird von der überwachten Station ausgestellt, wenn die Anwendungsprozedur erfolgreich abgeschlossen ist. Die angesprochene Anlage sollte nun ihren Zustand ändern und sowie der neue Zustand erreicht ist, dies der überwachenden Station mit einem spontanen Datentelegramm angezeigen.

Bei der Unterstationssimulation werden die Bestätigungen ( ACTCON ) für den "ANWAHL Befehl" und den "AUSFÜHREN Befehl" bzw. "AUSFÜHREN Ende" ( ACTTERM ) in LIAN 98 automatische erzeugt, falls das laut dem Eintrag in der Simulationsliste gewünscht wird. Das Senden der Zustandsänderung kann manuell oder durch einen Eintrag im Aktionsfilter ( sh. "Aktionsfilter" ) erreicht werden. Sind Prozessdaten geladen und ist der entsprechende Datenpunkt vorhanden, wird die Zustandsänderung aus der Datenpunktliste gesendet ( siehe auch "Datenpunkt Simulation" ).

Zählwertübermittlung

Zählwerte sind Werte, die über eine festgelegte Zeitspanne aufgezählt werden.

Laden von Parametern

Laden von Parametern wird benutzt, um vorherbestimmte Parameter zu ändern, z.B. Grenzwerte, die festlegen, wann analoge Messwerte übertragen werden sollen. Parameter können nur von der überwachendenden Station als Ergebnis eines Bediener Befehls gesendet werden.

Die überwachende Station sendet ein LADEN VON PARAMETERN Befehlstelegramm ( ID 110...112 ) zur überwachten Station um einen neuen Parameter zu laden. Der LADEN VON PARAMETERN Befehl wird von der überwachten Station durch Senden einer LADEN VON PARAMETERN Bestätigung quittiert.

Prüfprozedur

Die Prüfprozedur wir benutzt um die komplette Schleife von der überwachenden zur überwachten Station und zurück zu überprüfen.

Die überwachende Station initiiert einen Prüfbefehl durch Senden eines "TEST Befehls" ( ID 104, COT 6 ). Diese ASDU wird von der überwachten Station als "TEST Bestätigung" ( COT 7 ) gespiegelt. Die überwachende Station vergleicht das gesendete TEST Telegramm mit dem gespiegelten Telegramm und wenn beide Telegramme identisch sind, ist das Prüfergebnis positiv.

Dateiübermittlung

Dateiübermittlung wird von der überwachten Station hauptsächlich benutzt, um die überwachende Station über geschehene Ereignisse zu informieren. Dies betrifft die Erfassung umfangreicher Datensätze.

Dateiübermittlung in Befehlsrichtung wird hauptsächlich benutzt, um Listen von Programm-Parametern zu laden.

 

IEC 60870-5-101 : Datenpunkt Simulation

 

Im Leitstellenrechner sind alle prozessabhängen Daten in einem Datenhaltungssystem abgelegt. LIAN 98 bietet nun die Möglichkeit diese Prozessdaten zu importieren und bei der Simulation zu verwenden.
( siehe auch : <PAR File : Prozessdaten-Beschreibung> )

 

 

Datenpunkte verwenden
( PAR-Liste )

ja / nein

Enthält die Parameterliste gültige Prozessdaten, so können diese auch für die Simulation verwendet werden. Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 bei der Simulation auch diese Prozessdaten berücksichtigen. Zum Beispiel wird LIAN 98 während der Unterstationssimulation nach dem Empfang eines Schaltbefehls ( ID 45, 46, 58 und 59 ), abhängig von den Datenpunktbeschreibungen, den korrekten Schalterstellungswechsel an den Client zurückmelden.

 

 

Simulationsbereich

Die Prozessdaten-Beschreibung ist zeilenweise organisiert und kann bis zu 5800 Datenpunkte enthalten, wobei jeder Datenpunkt jeweils einer Zeile entspricht.
Mit dem Einschalten des Prozess-Sende-Buttons werden die Datenpunkte, beginnend ab "Zeile von", in Prozesstelegrammen verpackt und gesendet. Die Übertragung wird bei "Zeile bis" oder durch wiederholtes Drücken beendet.

Zeile von

1 ... Anzahl Datenpunkte

LIAN 98 beginnt ab dieser oder einer nachfolgenden Zeile mit dem Erzeugen und Senden von Prozesstelegrammen. Voraussetzung ist, dass der Datentyp auch zum Simulationsmodus passt. RTI Simulation verwendet nur Datentypen in Steuerrichtung und RTU Simulation Datentypen in Überwachungsrichtung.

Zeile bis

> zeile von ; maximal Anzahl Datenpunkte

LIAN 98 beendet bei dieser oder einer vorangegangenen Zeile das Erzeugen und Senden von Prozesstelegrammen.

 

 

Sperrzeit

0 ... 255 [sec]

Ist die Zeit, die zwischen dem Senden von zwei aufeinanderfolgenden Prozesstelegrammen eingehalten wird. Ist diese Zeit auf 0 gesetzt wird intern eine Sperrzeit von 100 msec verwendet.

Anzahl Durchläufe

1 ... 255

Die Abarbeitung des Simulationsbereiches kann beliebig wiederholt werden, abhängig vom Parameter "Anzahl Durchläufe".

 

Sende Zustandsänderung
auf Schaltbefehl

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der RTU-Simulation, nach dem Empfang eines Schaltbefehls ( ID 45, 46, 58 und 59 ), den korrekten Schalterstellungswechsel an den Master zurückmelden, sofern in den Datenpunktbeschreibungen die Rückmeldung vorhanden ist.

Sende abgefragte
Information auf GA-Befehl

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 während der RTU-Simulation, nach dem Empfang eines Generalabfragebefehls ( ID 100 ), anhand der Meldungen aus der PAR-Liste, abgefragte Information an den Master senden. Die Auswahl der Meldungen wird durch den Simulationsbereich "Zeile von" und "Zeile bis" eingeschränkt.

Störstellungsunterdrückung

ja / nein

 

Anzahl Telegramme
pro GA-Block

1 ... 128

Der Parameter gibt die Anzahl der abgefragten Meldungen an, die jeweils blockweise zu Telegrammen aufgebaut und anschliessend gesendet werden. Nachdem ein Block aufgebaut wurde, wird entsprechend des Parameters "Sperrzeit zwischen GA-Blöcken" vor dem Aufbau des nächste Blockes eine Pause eingelegt. Die Blockung und Sperrzeit variiert in Abhängigkeit von der verwendeten Baudrate.

Sperrzeit
zwischen GA-Blöcken

1 ... 36000 [x 100 msec]

Der Aufbau eines GA Blockes benötigt wesentlich weniger Zeit als das anschliessende Senden. Die Übertragungszeit wird dabei von der Baudrate bestimmt. Die Sperrzeit zwischen den Blöcken enstspicht in etwa der Übertragungszeit für die Telegramme in einem Block. Bei 9600 Baud und einer Blockung von 10 Telegrammen sind ca. 3 Sekunden angebracht.

 

IEC 60870-5-101 : Routing Daten

 

Ein weiteres Highlight von LIAN 98 ist der Einsatz der Software als Protokoll-Router zwischen den Protokollen IEC 101 und IEC 104. Bei Verwendung aller zwölf Kanälen können IEC101-Unterstationen über die Känale 1...11 angeschlossen werden und über Kanal 12 ( TCP/ IP Netzwerk ) mit einem IEC104-Client kommunizieren. Die Stationen können dabei Punkt-zu-Punkt als auch im Gemeinschaftsverkehr betrieben werden.

( siehe : <IEC 60870-5-101 Master/ IEC104 Router> und <IEC 60870-5-104 Server/ IEC101 Router> )

 

 

aktiviere Router

ja / nein

Ist dieser Parameter aktiviert, startet LIAN 98 für den zugeordneten Kanal den "IEC101 Master" mit Router-Funktion und baut eine Verbindung zur Unterstation auf. Die Zuordnung zum Kanal wird in der Konfiguration ( KNF ) über den Parameter "Simulationsliste" eingestellt.
( siehe auch : IEC 60870-5-101 : RTI ( Master )-Simulation )

Telegrammformat

Mit diesem Parameter wird das Telegrammformat des angeschlossenen Client/ Masters ausgewählt ( IEC 60870-5-104 ).

Route ACTCON respond

ja / nein

Eine Unterstation sendet nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( COT 6 ) bzw. "Abbruch der Aktivierung" ( COT 8 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) bzw. "Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung" ( COT 9 ).

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Empfang einer "Bestätigung" diese an den Leitstellenrechner weitergeben.

Route ACTTERM respond

ja / nein

Eine Unterstation sendet z. B. am Ende einer Generalabfrage oder nach Ausführung eines Schaltbefehls automatisch eine "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ).

Ist der Parameter aktiviert, wird LIAN 98 nach dem Empfang einer "Beendigung" diese an den Leitstellenrechner weitergeben.

Route Testbefehl respond

ja / nein

Eine Unterstation sendet nach dem Empfang einer "Testbefehlaktivierung" ( ID 104, COT 6 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( ID 104, COT 7 ).

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Empfang der "Bestätigung" ( ID 104, COT 7 ) diese in eine Bestätigung laut IEC 104 ( ID 107, COT 7 ) umwandeln und an den Leitstellenrechner weitergeben.

Routing Kanal einfügen
Anzahl Kanäle
löschen
einfügen

In die Kanalliste werden alle angeschlossenen Clients eingetragen, die vom LIAN 98 Router berücksichtigt werden sollen.

Zum Eintragen der Kanalnummern gehen Sie wie folgt vor :

"Routing Kanal einfügen" aktivieren ( Button "einfügen" erscheint ).
Im Feld "Kanalnummer" die einzutragende Kanalnummer angeben. Mit "einfügen" die Kanalnummer in die Kanalliste übernehmen. Nachdem alle Kanäle eingetragen sind, "Routing Kanal einfügen" wieder deaktivieren ( Button "einfügen" verschwindet wieder ).

Zum Löschen, ein oder mehrere Kanäle in der Liste auswählen und auf "entfernen" klicken.

 


IEC 60870-5-101 : Vorfilter/ Vortrigger

 

Bei der Filter- oder Trigger-Eingabe muss unbedingt ein Startbyte ( 10H oder 68H ) angeben werden. Mit dem Startbyte wird festgelegt, ob die Filter-Definition für ein Telegramm mit fester Länge oder ein Telegramm mit variabler Länge gültig ist.

 

IEC 60870-5-101 : Empfangsfilter

 

Empfangsfilter dienen dazu, die Aufzeichnung auf bestimmte, vorher genau definierte Datensätze zu beschränken. Bei einer entsprechenden Filterwahl wird eine gezielte Datenvorauswahl erreicht, wodurch bereits bei der Aufzeichnung eine Datenreduktion für die spätere Analyse erzielt wird.

 

 

Filter freigeben

ja / nein

Mit dieser Option können für einen Kanal bereits eingestellte Filter vorübergehend deaktiviert werden ohne diese zu löschen.

protokoll-spezifische
Filtermaske

Hier lässt sich die Aufzeichnung nach telegramm-spezifischen Merkmalen filtern, wobei mehrere ODER- verknüpfte Filtermasken für einen Kanal bestimmt werden können.

= Es werden nur Werte gleich 'von' durchgelassen.
# Es werden nur Werte ungleich 'von' durchgelassen.
< Es werden nur Werte kleiner 'von' durchgelassen.
> Es werden nur Werte grösser 'von' durchgelassen.
B Der Bereich wird durch 'von' und 'bis' definiert.
hinzufügen Fügt das nächste ODER-Element hinzu.
entfernen Entfernt das aktuelle Oder-Element.

 

IEC 60870-5-101 : Aktionsfilter

 

Für die Simulation bzw. die Durchführung von Datentests lassen sich beim Empfang bestimmter Sätze Sendeaktionen auslösen. Zu diesem Zweck besteht die Möglichkeit, Aktionsfilter zu definieren, die eine Sendefolge starten bzw. einen oder mehrere Telegrammpuffer ( TDB ) senden.

 

 

Aktionsfilter freigeben

ja / nein

Mit dieser Option können für einen Kanal bereits eingestellte Aktionsfilter vorübergehend deaktiviert werden ohne diese zu löschen.

protokoll-spezifische
Filtermaske

Der Aktionsfilter wird über telegramm-spezifische Merkmale, entsprechend einer Filtereinstellung, beschrieben. Zusätzlich muss zu jedem Aktionsfilter eine Zuweisung zu einem Sendepuffer oder alternativ zu einer Sendesequenz erfolgen.

= Es werden nur Werte gleich 'von' durchgelassen.
# Es werden nur Werte ungleich 'von' durchgelassen.
< Es werden nur Werte kleiner 'von' durchgelassen.
> Es werden nur Werte grösser 'von' durchgelassen.
B Der Bereich wird durch 'von' und 'bis' definiert.
Sendepuffernummer
( von, von/ bis )

Bei Übereinstimmung mit dem Aktionsfilter wird der Telegrammpuffer "von" bzw. die Telegrammpuffer "von - bis" gesendet.

Sequenz-Zeilennummer
( von, von/ bis )

Bei Übereinstimmung mit dem Aktionsfilter wird die Sendesequenz bei der Zeilennummer "von" gestartet, bzw. eine Teil-Sequenz bei der Zeilennummer "von" gestartet und bei Zeilennummer "bis" beendet.

hinzufügen Fügt das nächste ODER-Element hinzu.
entfernen Entfernt das aktuelle Oder-Element.

 

IEC 60870-5-101 : Start Trigger

 

Beim Empfang eines als Starttrigger definierten Telegramms wird die Aufzeichnung gestartet.

 

 

Start Trigger freigeben

ja / nein

Mit dieser Option können für einen Kanal bereits eingestellte Trigger vorübergehend deaktiviert werden ohne diese zu löschen.

protokoll-spezifische
Triggermaske

Hier lassen sich telegramm-spezifische Start Trigger definieren, wobei mehrere ODER-verknüpfte Trigger für einen Kanal bestimmt werden können.

= Es werden nur Werte gleich 'von' durchgelassen.
# Es werden nur Werte ungleich 'von' durchgelassen.
< Es werden nur Werte kleiner 'von' durchgelassen.
> Es werden nur Werte grösser 'von' durchgelassen.
B Der Bereich wird durch 'von' und 'bis' definiert.
hinzufügen Fügt das nächste ODER-Element hinzu.
entfernen Entfernt das aktuelle Oder-Element.

 

IEC 60870-5-101 : Stopp Trigger

 

Mit Hilfe eines telegramm-spezifischen Stopptriggers und/ oder mit "Stopp bei Fehler" wird die Aufzeichnung nach einer bestimmten Anzahl nachfolgender Empfangssätze beendet. Die Anzahl wird mit dem Feld "Sätze nach Stopp bei Fehler/ Stopptrigger" in den globalen VFL-Einstellungen festgelegt.

 

 

Stopp Trigger freigeben

ja / nein

Mit dieser Option können für einen Kanal bereits eingestellte Trigger vorübergehend deaktiviert werden ohne diese zu löschen.

protokoll-spezifische Triggermaske

Hier lassen sich für die Auswertung telegramm-spezifische Stopp Trigger definieren, wobei mehrere ODER-verknüpfte Trigger für einen Kanal bestimmt werden können.

= Es werden nur Werte gleich 'von' durchgelassen.
# Es werden nur Werte ungleich 'von' durchgelassen.
< Es werden nur Werte kleiner 'von' durchgelassen.
> Es werden nur Werte grösser 'von' durchgelassen.
B Der Bereich wird durch 'von' und 'bis' definiert.
hinzufügen Fügt das nächste ODER-Element hinzu.
entfernen Entfernt das aktuelle Oder-Element.

 


Jede Änderungen in den Filtern wird durch einen Stern * in der Titelleiste angezeigt und ist erst nach dem Speichern wirksam.

 


IEC 60870-5-101 : Telegrammausgabeformat

 

Die gesendeten bzw. empfangenen Sätze aller Kanäle werden binär in der sogenannten Archivdatei abgelegt. Vor der Ausgabe werden sie in Klartext übersetzt und auf dem Bildschirm dargestellt, wobei das Ausgabeformat für jeden Kanal getrennt eingestellt wird. Um die Ausgabe zu optimieren kann zwischen fünf verschiedenen Klartext-Einstellungen gewählt werden.
( siehe "FMT File - Ausgabeformat" )

 

 

Klartext-Format 1

Alles anzeigen :
Verbindungsschicht + Identifikation der Dateneinheit + Informationsobjekte/ -Elemente

Klartext-Format 2

Alles ohne Verbindungsschicht anzeigen :
Identifikation der Dateneinheit + Informationsobjekte/ -Elemente

Klartext-Format 3

Nur Information anzeigen :
Informationsobjekte/ -Elemente

Klartext-Format 4

Nur Verbindungsschicht anzeigen

Klartext-Format 5

Alles ohne Informationsobjekte anzeigen :
Verbindungsschicht + Identifikation der Dateneinheit

 

Falls so gewünscht, kann man sich zusätzlich zur Klartext-Ausgabe die Übertragungsdaten in hexadezimal, dezimal, ASCII, binär ( LSB first ) oder binär ( MSB first ) anzeigen lassen. Selbstverständlich kann die Klartext-Ausgabe auch deaktiviert werden um z.B. die Übertragungsdaten nur hexadezimal darzustellen.

 


IEC 60870-5-101 : Fehlermeldungen

 

Fehlerprüfung beim Empfangen

 

pro Zeichen

das Start Bit, das Stopp Bit und die Parität.

pro Telegramm

das Startzeichen, die Telegrammprüfsumme und das Ende Zeichen, die Länge ( 2 Bytes ) und das 2. Startzeichen bei Telegrammen mit variabler Länge.

 

*** TimeOut !

Während der Telegrammübertragung dürfen zwischen den einzelnen Zeichen keine grossen Pausen entstehen. Beim Auftreten eines Timeouts wird davon ausgegangen, dass es sich um das Telegrammende handelt und die Telegrammprüfung gestartet. Die Empfindlichkeit wird in der Konfiguration parametriert ( Timeout ).
Normalerweise ist ein Timeout kein Fehler, aber er wird im Rahmen eines Serien-Fehlers zur besseren Analyse der fehlerhaften Übertragungsstrecke zusammen mit dem ursprünglichen Fehler ins PRO File eingetragen.

*F: COM-PORT !

Fehler beim Schreiben auf das COM Port. Möglicherweise ist es durch ein anderes Programm bereits belegt.

*F: Länge !

Die Telegrammlänge ist falsch.

*F: Format !

Die Längen- oder die Startzeichenwiederholung ( 68H ) ist falsch, oder das Stopp-Byte ( 16H ) ist nicht an der richtigen Position. Tritt der Fehler bei Telegrammen mit fester Länge auf, stimmt möglicherweise der Parameter "Anzahl Link Adressfelder" nicht.

*F: Prüfsumme !

Die Telegrammprüfsumme im Prüfbyte stimmt nicht.

*F: SYNC !

Die Empfangsroutine sucht beim Aufsetzen nach 68H, 10H, E5H ( oder A2H ). Jedes andere Zeichen wird als Synchronisationsfehler vermerkt und nur ins PRO File eingetragen.

*F: Überlauf !

Fehlermeldung vom UART. Der Fehler wird nur im PRO File vermerkt.

*F: Parität !

Fehlermeldung vom UART. Der Fehler wird nur im PRO File vermerkt.

*F: Start/ Stopp !

Fehlermeldung vom UART. Der Fehler wird nur im PRO File vermerkt.

 

 

*F: TypeID !

Die in der Nachricht angegebene TypeID ist nicht vorgesehen.
( sh. Protokoll spezifische Parameter - PAR File )

*F: Ursache !

Die in der Nachricht angegebene Ursache ist für diese TypeID nicht vorgesehen, oder wurde als Rückmeldung nicht erwartet.
( sh. Protokoll spezifische Parameter - PAR File )

*F: INFOBJ Länge !

Die Länge des Informationsobjekts ist nicht plausibel.
( sh. Protokoll spezifische Parameter - PAR File )

*F: VSQ !

Die im Feld variable Strukturkennung abgelegte Information ist unsinnig, sie wird möglicherweise durch falsche Feldlängen bei der Parametrierung verursacht.

 

Fehlerprüfung während der Simulation

 

*F: DIR-Bit !

Symmetrisch : Richtungsbit hat falschen Wert.

*F: PRM-Bit !

Primär-Nachrichtenbit hat falschen Wert.

*F: FCB-Bit !

Telegrammfolgebit hat falschen Wert.

*F: FCV-Bit !

Telegrammfolgebit gültig ist falsch gesetzt.

*F: unerwartet !

Es erfolgte eine Rückmeldung, die zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet wurde.

*F: Link Status !

Es wurde noch keine Stationsinitialisierung durchgeführt, trotzdem ist in der Nachricht das FCV-Bit bereits gesetzt.

*F: Link Adresse !

Die empfangene Link Adresse ist falsch oder der Eintrag in der SIM Liste stimmt nicht.

*F: ASDU Adresse !

Die empfangene ASDU Adresse ist falsch oder der Eintrag in der SIM Liste stimmt nicht.

*F: ACTCON fehlt !

Eine erwartete "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) wurde nicht innerhalb der parametrierten Überwachungszeit empfangen.

*F: ACTTERM fehlt !

Eine erwartete "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) wurde nicht innerhalb der parametrierten Überwachungszeit empfangen.

 


IEC 60870-5-101 : Parameterliste

 

IEC 60870-5-101 : ASDU Parameter

 

Die ASDU Liste dient der Plausibilitierung der empangenen Telegrammen, sowohl bei der Aufzeichnung als auch bei der Simulation. Telegrammtypen, die im Projekt verwendet werden, müssen in der Liste angekreuzt und die jeweils zulässigen Ursachen ( COT ) für diese TypeID eingetragen sein. Anderenfalls führt das Telegramm beim Empfang zu einer Fehlermeldung ( *F:TypeID, *F:Ursache ). Zusätzlich ist für jede TypeID die Länge eines Informationsobjektes ohne Länge der Objektadresse angegeben.

 

 

IEC 60870-5-101 : Prozessdaten

 

LIAN 98 bietet die Möglichkeit, die vom Leitstellenrechner zur Verfügung gestellten Prozessdaten zu importieren und bei der Simulation zu verwenden. Dies führt bei Tests zu einer erheblichen Reduzierung der Zeitaufwendung, da Telegramme nicht mehr einzeln editiert werden müssen sondern die Telegramme von LIAN 98 anhand der Datenpunktliste automatisch erzeugt werden.
( siehe auch : <PAR File : Prozessdaten-Beschreibung> und <Senden mit Prozessdatenliste> )

 

Das Laden von Prozessdaten und die Anwendung bei der Simulation ist im LIAN 98 Forum in einem Beitrag für das Protokoll IEC 104 detailiert beschrieben. ( siehe : <Simulation IEC 60870-5-104: Prozessdaten laden und verwenden> ) Diese Vorgehensweise gilt auch für die Prozessdaten von Protokoll IEC 101.

 

 

Die Prozessdaten-Beschreibung ist zeilenweise organisiert und kann bis zu 5800 Datenpunkte enthalten, wobei jeder Datenpunkt jeweils einer Zeile entspricht.

 

Adresse der ASDU
( Stationsnummer )
high, low

Die "gemeinsame Adresse der ASDU" ist normalerweise die Stationsnummer und ist für alle Objekte in einer ASDU gleich. Gemäss Standard besteht diese aus 2 Oktetten ( high, low ). In LIAN 98 beziehen sich die Prozessdaten immer auf eine Station. Bei der Simulation muss diese Adresse auch in die RTI- bzw. RTU-Liste eingetragen werden.
( siehe auch : <IEC 60870-5-101 : Simulation> )

Die Eingabe kann sowohl strukturiert als auch unstrukturiert erfolgen.

Stationsname

maximal 15 ASCII Zeichen
Zur besseren Dokumentation der Datentests wird bei der Simulation der Stationsname zusammen mit der Datenpunkt-Bezeichnung als Klartext ausgegeben.

 

 

Informationsobjekt-Adresse
( IOA )
high ... low

Adresse des Datenpunktes
Die Adresse des Informationsobjekts wird als Zieldresse in Steuerrichtung oder als Quelladresse in Überwachungsrichtung benutzt. Das 3. Oktett ( high ) wird nur verwendet, falls die Adresse des Informationsobjekts strukturiert wird, um innerhalb eines bestimmten Systems eindeutige Adressen zu definieren.

Die Eingabe kann sowohl strukturiert als auch unstrukturiert erfolgen.

Type
ASDU Name

Typkennung ( TypeID )
Mit der Typkennung ist der Typ, die Struktur und das Format des Informationsobjekts festgelegt.
Zur besseren Übersicht wird automatisch von LIAN 98 der ASDU Name zusätzlich eingeblendet.

Status

Objekt-Zustand ( AUS, EIN, ... )
. Einzel- oder Doppelbefehlszustand bzw. Zustand des Schrittbefehls
. Einzel- oder Doppelmeldungszustand

Step

Zustandsänderung
Mit dem Einschalten des Prozess-Sende-Buttons wird der Datenpunkt erstmals mit dem in der Liste angegebenen Objekt-Zustand gesendet und anschliessend um den "Step-Wert" erhöht. Dies hat beim Testen den Vorteil, dass im nächsten Durchlauf der Datenpunkt einen geänderter Zustand hat. Ist kein Step-Wert angegeben oder ist er Null erfolgt keine Zustandsänderung
( siehe auch <IEC 60870-5-101 : Datenpunkt Simulation> ).

S/ E

Befehlskennung ( QOC - S/ E ) : anwählen / ausführen
0 : ausführen
1 : anwählen

Ist bei Befehlen in den Daten kein S/E angegeben, wird eine Null gesendet !

QU

Befehlskennung ( QOC - QU ) : Befehlsausführungszeit
0 : Ausführungszeit in der Unterstation fest vorgegeben
1 : kurze Befehlsausführungszeit ( Leistungsschalter )
2 : lange Befehlsausführungszeit ( Trenner )
3 : Dauerbefehl

Ist bei Befehlen in den Daten keine Ausführungszeit angegeben, wird die Null gesendet !

Datenpunkt

maximal 69 ASCII Zeichen
Zur besseren Dokumentation der Datentests wird bei der Simulation die Datenpunkt-Bezeichnung zusammen mit dem Stationsnamen als Klartext ausgegeben.

 


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Handbuch LIAN 98


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