IEC 60870-5-104 : Telegrammstruktur

Das LIAN 98 Handbuch kann und darf aus rechtlichen Gründen nicht die komplette IEC-Dokumentation enthalten. In diesem Handbuch wurde nur auszugsweise aufgeführt, was zur Anwendung der LIAN 98 Software unbedingt an Wissen erforderlich ist.

Detailierte Informationen zum Protokoll findet man in der IEC-Standard-Dokumentation
<IEC 60870-5-104 : Fernwirkeinrichtungen und -systeme>
( Deutsche Fassung EN 60870-5-104:2006 ).

 

Telegrammformat mit variabler Länge

 

 

Telegrammformat mit fester Länge

 

 

APCI

Application Protocol Control Information ( Anwendungsprotokoll der Kontroll-Information )

APDU

Application Protocol Data Unit ( Anwendungsprotokoll der Dateneinheit )

ASDU

Application Service Data Unit ( Anwendungsdienste der Dateneinheit )

 

Kontrollfeld-Formate

Es werden 3 verschiedene Kontrollfeld-Formate verwendet um die Informationsübertragungen ( I-Format ), die Überwachungsfunktionen ( S-Format ) und die Kontrollfunktionen ( U-Format ) auszuführen.

 

I-Format ( Frame mit variabler Länge ) :

Bit 0 = 0 des 1. Oktetts des Kontrollfeldes definiert das I-Format. I-Format APDUs beinhalten immer eine ASDU.

 

S-Format ( Frame mit fester Länge ) :

Bit 0 = 1 und Bit 1 = 0 des 1. Oktetts des Kontrollfeldes definieren das S-Format. S-Format APDUs bestehen immer nur aus einer APCI.

 

U-Format ( Frame mit fester Länge ) :

Bit 0 = 1 und Bit 1 = 1 des 1. Oktetts des Kontrollfeldes definieren das U-Format. U-Format APDUs bestehen immer nur aus der APCI. Immer nur eine Funktion, TESTFR, STOPDT oder STARTDT kann aktiv sein.

 

Aufbau der ASDU

 

 

Typ-Identifikation ( TypeID ) :

Der Wert <0> wird nicht verwendet. Der Bereich der Nummern 1 bis 127 wird für Standard-Definitionen des IEC 60870-5-101 Standard verwendet. Der Bereich 128 bis 135 ist reserviert für die Wegevermittlung von Nachrichten. Die Nummern von 136 bis 255 sind für besondere Anwendungen.

Der Bereich der Nummern 128 bis 255 ist für besonderen Gebrauch und im Standard nicht definiert, aber es wird empfohlen, dass die Identifikationsfelder der Dateneinheit von persönlichen ASDU das gleiche Format haben wie Standard ASDU

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Definition der Typidentifikationsnummern für Prozess- und Systeminformationen in Steuer- und Überwachungsrichtung.

 

Prozessinformation in Überwachungsrichtung :

 

1 Einzelmeldung M_SP_NA_1
2 Einzelmeldung mit Zeitmarke M_SP_TA_1
3 Doppelmeldung M_DP_NA_1
4 Doppelmeldung mit Zeitmarke M_DP_TA_1
5 Stufenstellungsmeldung M_ST_NA_1
6 Stufenstellungsmeldung mit Zeitmarke M_ST_TA_1
7 Bitmuster 32 Bit M_BO_NA_1
8 Bitmuster 32 Bit mit Zeitmarke M_BO_TA_1
9 Messwert, normierter Wert M_ME_NA_1
10 Messwert, normierter Wert mit Zeitmarke M_ME_TA_1
11 Messwert, skalierter Wert M_ME_NB_1
12 Messwert, skalierter Wert mit Zeitmarke M_ME_TB_1
13 Messwert, verkürzte Gleitkommazahl M_ME_NC_1
14 Messwert, verkürzte Gleitkommazahl mit Zeitmarke M_ME_TC_1
15 Zählwerte M_IT_NA_1
16 Zählwerte mit Zeitmarke M_IT_TA_1
17 Schutzereignis mit Zeitmarke M_EP_TA_1
18 Geblockte Anwendungen des Schutzes mit Zeitmarke M_EP_TB_1
19 Geblockte Auslösungen des Schutzes mit Zeitmarke M_EP_TC_1
20 Geblockte Einzelmeldungen mit Zustandsanzeige M_PS_NA_1
21 Messwert, normierter Wert ohne Qualitätskennung M_ME_ND_1

 

Prozesstelegramme mit langer Zeitmarke ( 7 Oktette ) :

 

30 Einzelmeldung mit Zeitmarke CP56Time2a M_SP_TB_1
31 Doppelmeldung mit Zeitmarke CP56Time2a M_DP_TB_1
32 Stufenstellungsmeldung mit Zeitmarke CP56Time2a M_ST_TB_1
33 Bitmuster 32 Bit mit Zeitmarke CP56Time2a M_BO_TB_1
34 Messwert, normierter Wert mit Zeitmarke CP56Time2a M_ME_TD_1
35 Messwert, skalierter Wert mit Zeitmarke CP56Time2a M_ME_TE_1
36 Messwert, verkürzte Gleitkommazahl mit Zeitmarke CP56Time2a M_ME_TF_1
37 Zählwerte mit Zeitmarke CP56Time2a M_IT_TB_1
38 Schutzereignis mit Zeitmarke CP56Time2a M_EP_TD_1
39 Geblockte Anwendungen des Schutzes mit Zeitmarke CP56time2a M_EP_TE_1
40 Geblockte Auslösungen des Schutzes mit Zeitmarke CP56Time2a M_EP_TF_1

 

Prozessinformationen in Steuerrichtung :

 

45 Einzelbefehl C_SC_NA_1
46 Doppelbefehl C_DC_NA_1
47 Stufenstellbefehl C_RC_NA_1
48 Sollwert-Stellbefehl, normierter Wert C_SE_NA_1
49 Sollwert-Stellbefehl, skalierter Wert C_SE_NB_1
50 Sollwert-Stellbefehl, verkürzte Gleitkommazahl C_SE_NC_1
51 Bitmuster 32 Bit C_BO_NA_1

 

Befehlstelegramme mit langer Zeitmarke ( 7 Oktette ) :

 

58 Einzelbefehl mit Zeitmarke CP56Time2a C_SC_TA_1
59 Doppelbefehl mit Zeitmarke CP56Time2a C_DC_TA_1
60 Stufenstellbefehl mit Zeitmarke CP56Time2a C_RC_TA_1
61 Sollwert-Stellbefehl, normierter Wert mit Zeitmarke CP56Time2a C_SE_TA_1
62 Sollwert-Stellbefehl, skalierter Wert mit Zeitmarke CP56Time2a C_SE_TB_1
63 Sollwert-Stellbefehl, verkürzte Gleitkommazahl mit Zeitmarke CP56Time2a C_SE_TC_1
64 Bitmuster 32 Bit mit Zeitmarke CP56Time2a C_BO_TA_1

 

Systeminformationen in Überwachungsrichtung :

 

70 Initialisierungsende M_EI_NA_1

 

Systeminformation in Steuerrichtung :

 

100 (General-)Abfragebefehl C_IC_NA_1
101 Zähler-Abfragebefehl C_CI_NA_1
102 Abfragebefehl C_RD_NA_1
103 Uhrzeit-Synchronisationsbefehl C_CS_NA_1
104 ( IEC 101 ) Prüfbefehl C_TS_NA_1
105 Prozess-Rücksetzbefehl C_RP_NC_1
106 ( IEC 101 ) Befehl zur Telegramm-Laufzeiterfassung C_CD_NA_1
107 Testbefehl mit mit Zeitmarke CP56Time2a C_TS_TA_1

 

Parameter in Steuerrichtung :

 

110 Parameter für Messwerte, normierter Wert P_ME_NA_1
111 Parameter für Messwerte, skalierter Wert P_ME_NB_1
112 Parameter für Messwerte, verkürzte Gleitkommazahl P_ME_NC_1
113 Parameter für Aktivierung P_AC_NA_1

 

Dateiübertragung :

 

120 Datei bereit F_FR_NA_1
121 Abschnitt bereit F_SR_NA_1
122 Abfrage Dateiverzeichnis, Dateiauswahl, Dateiabfrage, Abschnittsabfrage F_SC_NA_1
123 Letzter Abschnitt, letztes Segment F_LS_NA_1
124 Dateibestätigung, Abschnittsbestätigung F_AF_NA_1
125 Segment F_SG_NA_1
126 Dateiverzeichnis F_DR_TA_1
127 Abfrage Archiv-Datei F_SC_NB_1

 

LIAN 98 kann benutzerdefinierte Telegramme bis 255 ebenfalls bearbeiten, vorausgesetzt sie haben den gleichen ASDU-Aufbau wie IEC 60870-5-104 Standard-Telegramme.

 

Variable Strukturkennung :

Mit dem SQ Bit wird die Adressierungsart der nachfolgenden Informationsobjekte oder Elemente festgelegt.

SQ = 0

Jedes Einzelelement oder jede Kombination aus Elementen wird durch die Adresse des Informationsobjekts adressiert. Die ASDU darf aus einem oder mehr als einem gleichen Informationsobjekt bestehen. Die Anzahl der Objekte ist binär codiert ( Anzahl Objekte ) und legt die Anzahl der Informationsobjekte fest.

SQ = 1

Eine Folge gleicher Informationselemente ( z. B. Messwerte gleichen Formats ) werden durch die Adresse des Informationsobjekts adressiert. Die Adresse des Informationsobjekts definiert die zugehörige Adresse des ersten Informationselements der Folge. Die anschliessenden Informationselemente werden durch aufsteigende Zahlen gekennzeichnet, die kontinuierlich in Schritten von + 1 auf dieser Adresse aufsetzen. Die Anzahl der Objekte ist binär codiert ( Anzahl Elemente ) und legt die Anzahl der Informationselemente fest. Im Falle einer Folge von Informationselementen wird nur ein Informationsobjekt in einer ASDU angeordnet.

Anzahl Objekte/
Anzahl Elemente

= 0 : ASDU enthält kein Informationsobjekt
> 0 : Anzahl der Informationsobjekte oder -Elemente

 

Übertragungsursache ( COT ) :

Die Übertragungsursache leitet die ASDU zur Weiterbearbeitung an eine bestimmte Anwendungsaufgabe ( Programm ) weiter. ASDU in Steuerrichtung sind bestätigte Anwendungsdienste und dürfen in Überwachungsrichtung mit abweichenden Übertragungsursachen gespiegelt werden.

 

P/ N

Das P/ N-Bit zeigt die positive oder negative Bestätigung eines Auftrags an, der von einer primären Anwendungsfunktion eingeleitet wurde. In bedeutungslosen Fällen wird das P/ N-Bit auf Null gesetzt.

T

Zusätzlich zur Ursache werden mit dem Testbit ASDU gekennzeichnet, die während der Prüfung erzeugt wurden. Das Testbit wird z. B. für die Prüfung der Übertragung und der Einrichtung benutzt, ohne den Prozess zu beeinflussen.

 

...    
1 periodisch, zyklisch  
2 Hintergrundabfrage  
3 spontan  
4 initialisiert init
5 Abfrage oder abgefragt req
6 Aktivierung act
7 Bestätigung der Aktivierung actcon
8 Abbruch der Aktivierung deact
9 Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung deactcon
10 Beendigung der Aktivierung actterm
11 Rückmeldung, verursacht durch Fernbefehl  
12 Rückmeldung, verursacht durch örtlichen Befehl  
13 Dateiübermittlung  
...    
20 abgefragt durch Generalabfrage inrogen
21 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 1  
22 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 2  
23 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 3  
24 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 4  
25 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 5  
26 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 6  
27 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 7  
28 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 8  
29 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 9  
30 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 10  
31 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 11  
32 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 12  
33 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 13  
34 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 14  
35 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 15  
36 abgefragt durch Abfrage der Gruppe 16  
37 abgefragt durch Zähler-Generalabfrage  
38 abgefragt durch Abfrage der Zählergruppe 1  
39 abgefragt durch Abfrage der Zählergruppe 2  
40 abgefragt durch Abfrage der Zählergruppe 3  
41 abgefragt durch Abfrage der Zählergruppe 4  
...    
44 Typ-Identifikation unbekannt  
45 Ursache unbekannt  
46 ASDU Adresse unbekannt  
47 Informationsobjektadresse unbekannt  
...    

 

Herkunftsadresse :

Die Herkunftsadresse leitet gespiegelte ASDU und abgefragte ASDU in Melderichtung ( z. B. abgefragt durch eine Generalabfrage ) zur Quelle, die die Prozedur ausgelöst hat. ( Bei redundanten Leitsystemen )

Wenn die Herkunftsadresse nicht benutzt wird und mehr als eine einzige Quelle in einem System definiert ist, müssen die ASDU in Überwachungsrichtung an alle zutreffenden Quellen des Systems gerichtet werden. In diesem Fall muss die betroffene Quelle ihre zugehörige ASDU auswählen.

 

Gemeinsame Adresse der ASDU :

Die "Gemeinsame Adresse" ist für alle Objekte in einer ASDU gleich. Die globale Adresse ist eine an alle Stationen eines bestimmten Systems gerichtete Adresse ( Broadcast address ). ASDU mit einer "Adresse an Alle" in Steuerrichtung müssen in Überwachungsrichtung mit der Adresse beantwortet werden, die die spezifisch festgelegte "Gemeinsame Adresse" ist ( Stationsadresse ). Gemäss Standard besteht diese aus 2 Oktetten.

 

Adresse des Informationsobjekts :

Die Adresse des Informationsobjekts wird als Zieldresse in Steuerrichtung und als Quelladresse in Überwachungsrichtung benutzt.

Das 3. Oktett wird nur verwendet, falls die Adresse des Informationsobjekts strukturiert wird, um innerhalb eines bestimmten Systems eindeutige Adressen zu definieren. In jedem Fall ist die Anzahl der unterschiedlichen Adressen der Informationsobjekte auf 65535 ( wie für zwei Oktette ) beschränkt. Wenn die Adresse des Informationsobjekts in einigen ASDU nicht relevant ( nicht benützt ) ist, wird sie auf Null gesetzt.

 


IEC 60870-5-104 : Ethernet-Rahmen

 

Link Ebene ( Layer 2 )

 

Ethernet v.2.0 MAC Header

 

I/ G = 0

Individuelle Adresse

I/ G = 1

Gruppen Adresse

U/ L = 0

Global verwaltete Adresse

U/ L = 1

Lokal verwaltete Adresse

 

Preamble ( Präambel )

7 Bytes
Die Präambel dient dazu, dass der oder die Empfänger ( Netzwerkkarte ) sich mit dem Sender ( Netzwerkkarte ) synchronisieren und damit der Startbegrenzer und somit der nachfolgende Ethernet-Datenrahmen richtig interpretiert werden kann.

Diese Felder werden von der Netzwerkkarte nicht an die Software weitergegeben !

Start Frame Delimiter ( Startrahmenbegrenzer )

Der Startrahmenbegrenzer ist 1 Byte lang und ist die Sequenz 10101011 Binär.
Er folgt unmittelbar den Präambel-Pattern und signalisiert den Beginn eines Ethernet-Datenrahmens.

Dieses Feld wird von der Netzwerkkarte nicht an die Software weitergegeben !

Ziel-Adresse

Empfänger-Adresse, für die das Paket bestimmt ist.

Quell-Adresse

Identifiziert die Station, von welcher das Paket gesendet wurde.

Ethernet
Längen- / Typ-Feld

Internet Protokoll ( IPv4 ) = 0800 HEX

Für IEC 60870-5-104 wird dieses Feld als Typ-Feld verwendet und hat einen festen Wert von 0800H. Dieses Feld zeigt die Art des MAC Client Protokolls an.

MAC Client Daten

Die Daten bestehen aus :
. IPv4 Header
. TCP Header
. Anwenderdaten IEC 60870-5-104 ( APDU oder nur APCI )

. PAD Felder ( Trailer ), falls vorhanden

Die Client Daten müssen eine Mindestlänge aufweisen, damit der Ethernet-Datenrahmen beginnend mit der Zieladresse bis einschliesslich des Trailers eine Mindestrahmenlänge von 60 Bytes aufweist. Sind zuwenig Daten vorhanden, müssen die Client-Daten mit PAD Felder ( Padding Bits ) auf die erforderliche Mindestlänge gebracht werden. Dies wird automatisch von der Netzwerkkarte durchgeführt.

Frame Check Sequence ( Blockprüfsumme )

4 Bytes
Der Inhalt des Ethernet-Datenrahmen, beginnend mit der Zieladresse bis einschliesslich der Client-Daten wird durch eine Blockprüfsumme gesichert. Der Empfänger ( Netzwerkkarte ) erkennt somit kleinste Übertragungsfehler.

Diese Felder werden von der Netzwerkkarte nicht an die Software weitergegeben !

 

Netzwerk Ebene ( Layer 3 )

 

IPv4 Header

Für detaillierte Informationen über den IPv4 Header lesen Sie bitte auch auf der IETF Webseite
das Dokument <RFC 791 : Internet Protocol>.

 

 

Version

Internet Protocol Version = 4 ( IPv4 ), siehe auch [ RFC 791 ].
Dieses Feld zeigt das Format des IP Headers an und hat einen festen Wert von 4 für IPv4.

IHL

Die Internet Header Länge ist die Länge des IP Headers, gezählt in Double Words ( 32 Bit Einheiten ), und zeigt so den Beginn des Datenbereichs an. Der kleinste Wert für einen korrekten Header ist 5 ( = 20 Bytes ).

Type of service

Bit 0 : Reserviert
Bit 1 : Reserviert
Bit 2 : R ( Zuverlässigkeit )
Bit 3 : T ( Durchsatz )
Bit 4 : D ( Verzögerung )
Bit 5 - 7 : PRIORITÄT

Der Service-Typ beschreibt die Angabe der abstrakten Parameter der gewünschten Dienstart. Diese Parameter werden verwendet um die Auswahl der aktuellen Service-Parameter während der Übertragung eines Datenpaketes durch einen Netzknoten anzugeben. Mehrere Netzwerke ermöglichen Vorrangbehandlung, welche hohe Priorität irgendwie vorrangiger behandeln als anderen Datenverkehr ( gewöhnlich während Zeiten hoher Last nur unter Akzeptanz von Datenverkehr über einer gewissen Priorität ). Die beste Wahl ist ein Kompromiss zwischen geringer Verzögerung, hoher Zuverlässigkeit und hohem Durchsatz.

R : 0 = Normale Zuverlässigkeit, 1 = Hohe Zuverlässigkeit
T : 0 = Normaler Durchsatz, 1 = Hoher Durchsatz
D : 0 = Normale Verzögerung, 1 = Geringe Verzögerung

Total Länge

Total Länge ist die Gesamtlänge des Datenpakets, gemessen in Oktetten, und umfasst Internet Header und Daten.

Identifikation

Ein identifizierender Wert des Senders um anzuzeigen, zu welchem Datenpaket die Fragmente gehören.

Flags

Bit 5 : MF ( more fragments )
Bit 6 : DF ( don't fragment )
Bit 7 : reserviert, muss 0 sein

Verschiedene Kontrollflags

MF : 0 = Letztes Fragment, 1 = Mehr Fragmente
DF : 0 = darf fragmentiert werden, 1 = darf nicht fragmentiert werden

Fragment Offset

Dieses Feld zeigt an, an welche Stelle im Datenpaket dieses Fragment gehört. Es wird in Einheiten von 8 Oktetts ( 64 Bits ) gemessen. Das erste Fragment hat den Offset 0.

Time to live

Dieses Feld zeigt die maximale Lebensdauer eines Datenpakets im Internet an. Wenn das Feld den Wert 0 zeigt, muss das Datenpaket zerstört werden. Dieses Feld verändert sich während der Bearbeitung. Die Zeit wird in Sekunden gemessen, aber jeder Netzknoten, den das Datenpaket durchläuft, muss die TTL um eine Stelle verringern, auch wenn die Bearbeitung des Datenpaketes weniger als eine Sekunde dauert.

Protokoll

Transmission Control Protocol = 6 ( TCP ), siehe auch [ RFC 793 ].
Dieses Feld definiert, welches Protokoll höherer Schichten als nächstes dem Datenteil vorangestellt ist. Es hat für TCP einen festen Wert von 6.

Header Prüfsumme

Die Prüfsumme gilt nur für den Header. Weil sich einige Header-Felder ändern ( z. B. time to live ), muss die Prüfsumme nach jedem Durchlauf durch den Rooter neu berechnet werden.

Quell-Adresse

Der Parameter bestimmt die IP-Adresse des sendenden Hosts. ( Absender )

Ziel-Adresse

Der Parameter bestimmt die IP-Adresse des empfangenden Hosts. ( Empfänger )

Optionen ( variable )

Das Optionsfeld hat eine variable Länge.
Optionen können im Datenpaket vorhanden sein oder nicht. Sie müssen von allen IP-Modulen ( Host und Gateway ) implementiert sein. Optional ist nur die Übertragung in jedem einzelnen Datenpaket, nicht die Implementierung. Die Sicherheitsoption ist in manchen Rechnern in jedem Datenpaket vorgeschrieben.

Padding ( variabel )

Das Füllfeld hat eine variable Länge.
Das Padding-Feld ( Füllfeld ) wird benutzt, um sicher zu stellen, dass der IP Header immer im 32-Bit Format endet. Ein Füllzeichen ist immer Null.

 

Transport Ebene ( Layer 4 )

 

TCP Header

Für detaillierte Informationen über den TCP Header lesen Sie bitte auch auf der IETF Webseite
das Dokument <RFC 793 : Transmission Control Protocol>.

 

 

Quell-Port

Identifiziert den PORT, von dem das Paket veranlasst wurde.

Ziel-Port

Identifiziert den PORT, für den das Paket bestimmt ist.

Sequenz-Nummer

Ist die Sequenznummer des ersten Datenbytes in diesem Segment, ausgenommen das SYN Bit ist gesetzt. Wenn das SYN Bit gesetzt ist, ist die Sequenznummer die Initial-Sequenznummer ( ISN ) und das erste Datenbyte ist ISN + 1.

Quittungsnummer

Falls das ACK Bit gesetzt ist, ist diese Nummer die nächste Sequenznummer, die der Sender des Pakets erwartet. Sobald eine Verbindung aufgebaut ist, wird diese immer wieder gesendet.

Daten Offset

Die Anzahl von Double Words ( 32 Bit Einheiten ) im TCP Header. Hiermit wird der Beginn der Daten angezeigt. Der TCP Header ( und auch eine enthaltene Option ) ist eine Integralzahl mit einer Länge von 32 Bit.

Reserviert

Reserviert für spätere Anwendung und muss 0 sein.

Steuerfeld

URG : Urgent Pointer
ACK : Acknowledgment
PSH : Push Funktion
RST : Zurücksetzung der Verbindung
SYN : Synchronisierung der Sequenznummern
FIN  : Keine weiteren Daten vom Sender.

Window

Die Anzahl der Bytes, die der Sender dieses Segments ab dem bereits bestätigten Byte zu akzeptieren bereit ist.

Prüfsumme

Die Prüfsumme wird auf alle 16 Bit Einheiten im Header und in den Daten angewendet. Wenn ein Segment eine ungerade Zahl von zu prüfenden Header- und Datenbytes enthält, wird das letzte Byte rechts mit Nullen aufgefüllt um ein 16 Bit Word für die Prüfung zu bilden. Der Block wird nicht als Teil des Segments übertragen. Während die Prüfsumme berechnet wird, wird das Prüffeld selbst mit Nullen ersetzt.

Urgent pointer

Dieses Feld übermittelt den aktuellen Wert des Urgent Pointers als positiven Offset der Sequenznummer in diesem Segment. Der Urgent Pointer zeigt auf die Sequenznummer des Bytes, das den dringenden Daten folgt. Dieses Feld wird nur in Segmenten interpretiert, in denen das "URG Bit" im Steuerfeld gesetzt ist.

Optionen ( variable )

Das Optionsfeld hat eine variable Länge.
Optionen können Platz am Ende des TCP Headers belegen und haben eine Länge von mehreren Bytes. Alle Optionen sind in der Prüfsumme enthalten. Eine Option kann mit jedem Byte beginnen.

Padding ( variable )

Das Füllfeld hat eine variable Länge.
Das Padding-Feld ( Füllfeld ) wird benutzt, um sicher zu stellen, dass der TCP Header immer im 32-Bit Format endet. Ein Füllzeichen ist immer Null.

 

Anwenderdaten

IEC 60870-5-101/ 104 Datentelegramm ( APDU oder nur APCI )

 

 


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