Teil VI : Protokoll Router für den Prozessbetrieb


 

 

 

6.1  104Router ( Stand-Alone Router )


 

Für die Leitstellenankopplung wird zunehmend das Protokoll IEC 60870-5-104 ( TCP/ IP ) über LAN verwendet. Unternehmen, die bereits IEC 60870-5-101 Unterstationen betreiben, können mit dem eigenständigen Programm 104ROUTER das serielle IEC 101 Protokoll auf das netzwerkfähige Protokoll IEC 60870-5-104 umsetzen und somit ihre komplette Fernwirktechnik beibehalten. Besonders geeignet für kleine Leitsysteme ( Hausleittechnik, Notsysteme, ... ) mit einer überschaubaren Anzahl von Unterstationen.

Der 104ROUTER bietet eine schnelle und kostengünstige Lösung für die Übertragung zwischen der Leitstelle und den Unterstationen.

 

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Mit dem 104Router können folgende Protokolle umgesetzt werden :

  • IEC 60870-5-101  nach  IEC 60870-5-104  ( IEC101 seriell auf IEC104 TCP/IP Netzwerk )

  • Siemens SINAUT ST1  nach  IEC 60870-5-104  ( SINAUT ST1 seriell auf IEC104 TCP/IP Netzwerk )

  • Modbus RTU-Mode  nach  Modbus NET-Mode  ( Modbus seriell auf Modbus TCP/IP Netzwerk )

Zusätzlich sind im 104Router folgende Funktionen enthalten :

  • Automatischer Wähldienst ( AWD ) für das Protokoll IEC 60870-5-101

  • Diagnosefunktionen, wie z.B. das Aufzeichnen der Übertragungsdaten einzelner Kanäle

 


Programm 104Router

 

Bei Verwendung von allen zwölf Kanälen können mit dem Programm 104ROUTER z. B. 10 ( Punkt zu Punkt ) Unterstationen mit dem Protokoll IEC 101 auf 2 netzwerkfähige IEC 104 Leitsysteme geroutet werden. Selbstverständlich können die Unterstationen auch als Linie angeschlossen sein und im Gemeinschaftsverkehr betrieben werden.

Aufgrund des geringen Parametrieraufwands ist im 104ROUTER die Integration von Systemen sehr einfach und somit ist der Router schnell und problemlos einzurichten. Die Konfiguration beschränkt sich nur auf wenige Parameter, wie z. B. die Zuordnung von den ASDU Adressen zur Kanalnummer.

 

 

Stehen zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme einige der Systemkomponenten, wie der IEC104 Client oder eine der IEC101 Unterstationen, noch nicht zur Verfügung, ist es selbstverständlich möglich, für den Integrationstest die fehlenden Komponenten mit LIAN 98 vorübergehend zu simulieren.

In diesem Beispiel ist der IEC 104 Client am Router-Kanal 4 und jeweils eine IEC101-Unterstation "Punkt-zu-Punkt" an den Kanälen 1 und 2 angeschlossen.

104Router : IEC 60850-5-101 Unterstationen verwenden symmetrische Übertragungsprozedur
( PDF file - size 1.094 KB )


In diesem Beispiel ist der IEC 104 Client am Router-Kanal 4 und die IEC101-Unterstationen am Kanal 1 in Linie angeschlossen.

104Router : IEC 60850-5-101 Unterstationen verwenden unsymmetrische Übertragungsprozedur
( PDF file - size 927 KB )


104Router : Symbolleiste - Hauptrahmen

 

 

Datei neu erstellen

Erstellt eine neue leere Datei.

Normalerweise wird diese Funktion vom Anwender nicht benötigt. Sie ist nur für besondere Fälle vorhanden !

Datei öffnen

Öffnet ein existierende Datei.

Diese Funktion wird vom Anwender nicht benötigt. Sie ist nur für besondere Fälle vorhanden !

Dokument speichern

Speichert die Datei, die gerade geöffnet ist und bearbeitet wird. Nicht gespeicherte Änderungen werden mit einem * in der Titelleiste angezeigt. Nach dem Speichern verschwindet der Stern.

Dokument speichern unter

Speichert die Datei, die gerade geöffnet ist und bearbeitet wird, unter einem neuen Namen. Dadurch ist es möglich, für unterschiedliche Tests z. B. mehrere unterschiedliche Konfigurationen, Simulationslisten oder Parameterlisten vorzubereiten, die später bei Bedarf über die Konfiguration verwendet werden.

     
RTG

Router-Fenster öffnen
 

Zum Öffnen des Router-Fensters kann auch die Taste "R" verwendet werden.

KNF

Prozesskonfiguration festlegen
Einstellen der Hard- und Softwareparameter für den Betrieb und Parametrierung der einzelnen Kanäle nach Protokolltyp, Übertragungsart, Datenformat usw.

Zum Öffnen der Konfigurationsdatei kann auch die Taste "K" verwendet werden.

SIM

Simulationsliste bearbeiten
Kanal-bezogene Einstellungen aller für den Betrieb benötigten Parameter.

Zum Öffnen der Simulationsdatei kann auch die Taste "S" verwendet werden.

VFL

Filter-/ Trigger verwendet bei der Aufzeichnung ( Aufzeichnungsfilter )
Mit Hilfe von protokoll-spezifischen Filter können bei der Aufzeichnung die Aufzeichnungsdaten durch setzen von Empfangsfiltern auf bestimmte Datensätze beschränkt werden.

Triggern bedeutet, dass mit Hilfe von protokoll-spezifischen Filter ein bestimmtes Telegramm definiert werden kann, das die Aufzeichnung startet ( Starttrigger ) oder beendet ( Stopptrigger ). Ebenso kann der Benutzer die Anzahl der nachfolgenden Telegramme nach dem Eintreten eines Ereignisses festlegen. Es gibt Start-, Stopp-, Zeittrigger und Trigger bei Fehler.

Zum Öffnen der Vorfilter-Datei kann auch die Taste "V" verwendet werden.

NFL

Filter-/ Trigger verwendet zur Auswertung der Aufzeichnungsdaten ( Auswertungsfilter )
Mit Hilfe von protokoll-spezifischen Filter kann bei der Auswertung der aufgezeichneten Daten eine gezielte Reduktion der zu analysierenden Daten erreicht werden.

Triggern bedeutet, dass mit Hilfe von protokoll-spezifischen Filter ein bestimmtes Telegramm definiert werden kann, das die Auswertung startet ( Starttrigger ) oder beendet ( Stopptrigger ). Ebenso kann der Benutzer die Anzahl der nachfolgenden Telegramme nach dem Eintreten eines Ereignisses festlegen. Es gibt Start-, Stopp-, Zeittrigger und Trigger bei Fehler.

FMT

Formate für die Telegramm-Darstellung bei der Aufzeichnung
Mit der Einstellung des Formats kann der Benutzer bestimmen, in welchem Format die Telegramme bei der Ausgabe dargestellt werden sollen. Die Einstellung gilt sowohl für das Aufzeichnungsfenster als auch bei der Auswertung der Archiv-Datei.

Zum Öffnen der Format-Datei kann auch die Taste "F" verwendet werden.

PRO

PRO File öffnen - Übertragungsfehler analysieren
Treten bei der Übertragung Störungen auf, werden diese detailiert in der Protokolldatei ( PRO File ) festgehalten.

ARC

ARC File öffnen - Auswertung der Aufzeichnungsdaten
Die im ARC File binär abgelegten Sende- und Empfangsdaten werden in Klartext entsprechend der Formateinstellung ( Button FMT ) dargestellt. Beim Öffnen des ARC Files wird zugleich ein TRP File mit gleichem Namen erzeugt.

TRP

TRP File öffnen
Bei der Auswertung der Aufzeichnungsdaten ( Button ARC ) wird automatisch ein TRP File ( nur Text oder Rich-Text ) zur externen Weiterbearbeitung erzeugt. Über die Funktion speichern unter kann aus dem Archiv auch ein TRP File unter neuen Namen angelegt werden.

PAR

PAR File öffnen - Parameterliste bearbeiten
In der Parameterliste sind protokoll- und prozess-spezifische Beschreibungsdaten enthalten, die für den Betrieb des Routers benötigt werden.

Diese Liste ist nur beim Routen von Siemens SINAUT ST1 nach IEC 60870-5-104, sowohl für SINAUT ST1 als auch für das Protokoll IEC104 erforderlich.

Zum Öffnen des Parameterliste kann auch die Taste "P" verwendet werden.

     
Seitenansicht

Zeigt eine Vorschau des aktiven Fensters. In dieser Ansicht können Sie durch die einzelnen Seiten blättern und bei Bedarf seitenweise oder alles ausdrucken.
Bevor diese Funktion verwendet werden kann muss unter dem Betriebssystem bereits ein Drucker installiert sein.
Die Schriftart und Grösse für die Seitenansicht und Druckausgabe kann über den Menüpunkt <Ansicht - Druckerschrift> auf Ihre Bildschirmauflösung angepasst werden. Die Druckränder werden über den Menüpunkt <Datei - Seite einrichten> eingestellt.

Drucken

Druckt das aktive Fenster bzw. Dokument mit den aktuellen Einstellungen, durchgeführt über die Menüpunkte <Ansicht - Druckerschrift> und <Datei - Seite einrichten>.

Fenster überlappend

Ordnet alle geöffneten Fenster überlappend an.

Fenster nebeneinander

Ordnet die geöffneten Fenster nebeneinander an, wobei sich die Grösse der geöffneten Fenster automatisch dem Hauptrahmen anpasst.

Fenster untereinander

Ordnet die geöffneten Fenster untereinander an, wobei sich die Grösse der geöffneten Fenster automatisch dem Hauptrahmen anpasst.

Information zum 104Router

Zeigt Informationen zur 104Router Software bzw. zu 104Router-Funktionen an.

 

104Router : Symbolleiste - Router Fenster

 

Datei speichern

Speichert die Datei, die gerade geöffnet ist und bearbeitet wird. Nicht gespeicherte Änderungen werden mit einem * in der Titelleiste angezeigt. Nach dem Speichern verschwindet der Stern. In diesem Fall wird der Inhalt des Router-Übersichtsfensters in die RTG-Datei gespeichert.

Datei speichern unter

Speichert die Datei, die gerade geöffnet ist und bearbeitet wird, unter einem neuen Namen. In diesem Fall wird der Inhalt des Router-Übersichtsfensters in eine RTG-Datei unter anderen Namen gespeichert.

     
Router starten

Startet die Router-Funktion für jeden der 12 Kanäle, falls in der SIM-Liste der einzelnen Kanäle der Parameter "aktiviere Router" markiert ist.

Router stoppen

Beendet die Router-Funktion auf alle aktivierten Kanälen gemeinsam.

     
Aufzeichnung aktiviert
( ist nur eine Statusanzeige )

Dieser Button dient nur zur Anzeige, ob die Aufzeichnung aktiviert oder deaktiviert ist. Ein gedrückter Button bedeutet, dass die Aufzeichnung für mindestens einen Kanal eingeschaltet wurde.

Pause - Bildschirmausgabe
vorübergehend ausschalten

Unterdrückt die Bildschirmausgabe im Aufzeichnungsfenster, die automatische Eintragung ins Archiv erfolgt dabei ungestört. Durch nochmaliges Drücken wird die Bildschirmausgabe wieder fortgesetzt.

Anstatt des Buttons kann zum Anhalten und Fortsetzen auch die "Leertaste" verwendet werden.

Aufzeichnung beenden
( Stopp )

Beendet die Aufzeichnung für alle Kanäle gemeinsam. Der Routerbetrieb läuft ungestört weiter.

Aktiven Fensterbereich löschen Bereinigt den aktiven Fensterbereich des Router-Fensters.
Schriftart wählen

Auswahl der Bildschirmschriftart. Sowohl für das Statusfenster als auch für das Aufzeichnungsfenster kann die Schriftart und Grösse getrennt eingestellt werden. Klicken Sie zuerst auf das entsprechende Fenster und anschliessend auf Schriftart wählen. Allerdings beim Schliessen des Router-Fensters gehen diese Einstellungen wieder verloren.

Seitenansicht

Zeigt eine Vorschau des aktiven Fensterbereichs. In dieser Ansicht können Sie durch die einzelnen Seiten blättern und bei Bedarf seitenweise oder alles ausdrucken.
Bevor diese Funktion verwendet werden kann muss unter dem Betriebssystem bereits ein Drucker installiert sein.
Die Schriftart und Grösse für die Seitenansicht und Druckausgabe kann über den Menüpunkt <Ansicht - Druckerschrift> auf Ihre Bildschirmauflösung angepasst werden. Die Druckränder werden über den Menüpunkt <Datei - Seite einrichten> eingestellt.

Drucken

Druckt den aktiven Fensterbereich mit den aktuellen Einstellungen, welche über die Menüpunkte <Ansicht - Druckerschrift> und <Datei - Seite einrichten> durchgeführt wurden.

 

104Router : Kanalbezogene Symbolleiste im Router-Fenster

 

 

Aufzeichnung
für einen bestimmten Kanal
starten

.
.
.

Durch das Drücken eines bestimmten Kanal-Buttons wird die Aufzeichnung für diesen Kanal gestartet. Die Steuer- und Überwachungsrichtungstelegramm werden daraufhin im Aufzeichnungsfenster ausgegeben. Es werden alle gesendeten und empfangenen Telegramme dieses Kanals in zeitlicher Reihenfolge dargestellt. Durch nochmaliges Drücken wird die Aufzeichnung für diesen Kanal wieder beendet.

Selbstverständlich ist es auch möglich mehrere Kanäle gleichzeitig aufzuzeichnen.

Router starten

Durch Drücken wird die Router-Funktion nur für diesen Kanal manuell gestartet.

Router stoppen

Durch Drücken wird die Router-Funktion nur für diesen Kanal beendet. Anderen Kanäle arbeiten ungestört weiter und werden dadurch nicht gestoppt.

RTI ( Master ) aktiv
( ist nur eine Statusanzeige )

Dieser Button dient nur zur Anzeige, dass dieser Kanal die Funktion eines Masters ausführt.

RTU ( Server ) aktiv
( ist nur eine Statusanzeige )

Dieser Button dient nur zur Anzeige, dass dieser Kanal die Funktion eines Servers ausführt.

Modemverbindung aufbauen

Nach dem Drücken dieses Telefon-Buttons öffnet sich das Modem-Statusfenster. Der 104Router ist nun bereit für die Annahme von eingehenden Anrufen. Falls der Button nicht freigeschaltet ist, so ist für diesen Kanal kein Modem installiert.

Modemverbindung trennen

Das Modem-Statusfenster wird erst mit Drücken dieses Buttons geschlossen. Dabei wird auch eine bestehende Verbindung aufgelegt und der 104Router kann nicht mehr angerufen werden. Zuvor sollte für diesen Kanal die Kommunikation mit dem Partner unbedingt über den Butten "Router stoppen" gezielt beendet werden.

Sendeliste anzeigen

Durch Drücken wird für diesen Kanal die Liste der momentan aktiven Sendeaufträge angezeigt. Bei Bedarf können einzeln Aufträge durch Markieren und anschliessendes Entfernen gelöscht werden.

Normalerweise wird diese Funktion vom Anwender nicht benötigt. Sie ist nur für besondere Fälle vorhanden !

 


104Router : Parametrierung

 

 

104Router : Konfiguration

 

 

Autostartfunktion aktivieren

ja / nein

Ist dieser Parameter aktiviert, baut der 104Router automatisch für alle parametrierten Kanäle unmittelbar nach dem Programmstart die Verbindungen zu den Unterstationen auf und wartet auf den Verbindungsaufbau mit dem Leitstellensystem.

Die Autoaktivierung sollte erst nach vollständiger Parametrierung und nach dem Test der Einstellungen eingeschaltet werden.

Autostart-Verzögerung [sec]

Die Autoaktivierung des Routers wird nach dem Programmstart um die angegebene Zeit verzögert.

Diese Verzögerung ist sinnvoll, wenn der 104Router zusammen mit MS Windows® über die Autostart-Liste gestartet wird.

 

Über den unteren Button ( Kanal 1 ...12 ) sind folgende Einstellungen möglich :

 

Einstellungen für den Anschluss von Unterstationen

 

Schnittstelle

Jedem Kanal kann eine beliebige COM-Schnittstelle ( COM 1 bis COM 24 ) zugeordnet werden.

Modem

Für jeden Kanal kann ein eigenes Modem installiert und angeschlossen sein. Der 104Router bearbeitet bis zu zwölf Modems gleichzeitig im Bereich von COM1 bis COM24. Es wird das Modem angezeigt, welches dem eingestellten COM-Port zugeordnet ist. Normalerweise kennt der Router diese Zuordnung und stellt selbst das richtige Modem ein.

Setup Modem

Einstellungen für das Modem müssen generell über die WINDOWS Systemsteuerung "Telefon und Modemoptionen" durchgeführt werden. Über diesen Button kann man die Modem-Einstellungen nochmals überprüfen, ob sie mit der 104Router Konfiguration übereinstimmen.

Verbindungsart
Vollduplex :

Die meisten Modems sind vollduplex und können Daten gleichzeitig in beide Richtungen übertragen. DTE ( 104ROUTER ) und DCE ( Modem ) arbeiten also simultan als Sender und Empfänger. Keiner der beiden Sender muss auf eine Sendefreigabe durch den Partner warten. Die Signale RTS und CTS sind also ohne Bedeutung. Der 104Router setzt zwar die Signale RTS und DTR auf 1 solange er sende- und empfangsbereit ist, wertet dabei aber die Signale CTS und DSR nicht aus.

Halbduplex :

Bei der Halbduplexverbindung können sowohl DTE ( 104ROUTER ) als auch DCE ( Modem ) als Sender und Empfänger arbeiten, wobei nur eine einzige Datenleitung ( 2-Drahtverbindung ) zur Verfügung steht, die nur abwechselnd zum Senden oder Empfangen benutzt werden kann. Zur Verteilung der Rollen als Sender oder Empfänger dienen die Steuersignale RTS und CTS. Wenn der 104Router als Sender arbeiten möchte, aktiviert er das Signal RTS und wartet auf die Bestätigung über das Signal CTS vom Modem. Erhält der Router das Signal CTS werden die Daten gesendet und anschliessend das RTS-Signal zurückgenommen. In allen anderen Fällen abeitet der Router ausschliesslich als Empfänger.

Solange die Software 104ROUTER sende- und empfangsbereit ist setzt es das Signal DTR aktiv um dem Modem die Betriebsbereitschaft der DTE anzuzeigen, und erwartet ebenso vom Modem ein aktives DSR-Signal.

RTS-Vorlaufzeit

0 ... 1000 msec
Der Parameter ist nur für die Verbindunsart "halbduplex" von Bedeutung und wird durch das Einschwingverhalten der verwendeten Übertragungstechnik bestimmt.
Die RTS-Vorlaufzeit ist der Zeitraum von der Aktivierung des RTS-Signals bis zur Übertragung des ersten Zeichens und ist für Modems anwendbar die "kein CTS-Signal" zurückliefern. In diesem Fall, muss auch durch eine Lötbrücke im Monitor-Kabel das "RTS-Signal" über die "CTS-Leitung" zum PC zurückgeführt werden. Abhängig von dem verwendetem Modem ist es möglicherweise auch notwendig, zusätzlich den DTR-Pin mit dem DSR-Pin zu verbinden.
Diese Funktion ist deaktiviert, wenn die Vorlaufzeit und auch die Nachlaufzeit auf NULL gesetzt ist und somit die Steuersignale vom Modem ausgewertet werden.

RTS-Nachlaufzeit

0 ... 1000 msec
Der Parameter ist nur für die Verbindunsart "halbduplex" von Bedeutung und wird durch das Ausschwingverhalten der verwendeten Übertragungstechnik bestimmt.
Die RTS-Nachlaufzeit ist der Zeitraum nach der Übertragung des letzten Zeichens bis zum Löschen des RTS Signals.
Diese Funktion ist deaktiviert, wenn die Vorlaufzeit und auch die Nachlaufzeit auf NULL gesetzt ist.

 

Baudrate

Übertragungsgeschwindigkeit : 25 - 115200 Baud ( variabel )

Datenbyte

8 Bit ( fest )

Stopp Bit

1 Bit ( variabel )

Parität

gerade ( variabel )

Timeout

1 - 9999 msec ( variabel )

 

Übertragungsprozedur
S :
symmetrisch

Wenn die symmetrische Übertragungsprozedur benutzt wird, darf jede Station Nachrichtenübertragungen beginnen. Symmetrische Übertragung ist beschränkt auf "End-End Konfiguration" oder "Mehrfach End-End Konfiguration". Der symmetrische Mode kann in einer voll-duplex Übertragung angewendet werden.

U :
unsymmetrisch

Unsymmetrische Übertragung wird in SCADA Systemen verwendet, bei denen eine Master Station den Datenverkehr durch sequentielles Abfragen der Unterstationen steuert.
Die Master Station ist die Primärstation, die alle Nachrichtenübertragungen veranlasst, während Sekundärstationen ( Slaves ) nur übertragen dürfen, wenn sie aufgerufen sind.
Die unsymmetrische Übertragung kann generell verwendet, muss aber bei "Gemeinschaftsverkehr Konfiguration" angewendet werden.

 

Einstellungen für den Netzwerk-Anschluss

 

Dieser Computer

 

Netzwerkkarte

Falls mehrere Netzwerkkarten im PC eingebaut sind, wird hier die gewünschte Karte für den Anschluss ans Leitsystem ausgewählt.

Netzwerkprotokoll

Es muss das passende Protokoll ( hier TCP/ IP ) eingestellt werden.

Host Name

Hier nur ein Anzeigefeld, keine Eingabe möglich !

In diesem Feld wird der Host-Name angezeigt, der bei der Netzwerkinstallation für diesen PC vergegeben wurde. Einstellbar über Netzwerkeinstellungen in der MS Windows® Systemsteuerung.

IP Adresse

Hier nur ein Anzeigefeld, keine Eingabe möglich !

In dem Feld wird die IP-Adresse angezeigt, die der ausgewählten Netzwerkkarte zugeordnet ist. Einstellbar über die Netzwerkeinstellungen in der MS Windows® Systemsteuerung.

Ist beim Öffnen der Registerkarte keine IP-Adresse eingetragen, so ist in MS Windows® das Netzwerk nicht richtig eingerichtet oder es besteht keine Verbindung zum Netzwerk-Hub oder Switch.

Port Nummer

Der 104Router arbeitet immer als Server ( RTU ) und somit muss für IEC 104 die Port Nummer = 2404 angegeben werden.

 

Server/ Testobjekt

 

Port Nummer

Dieser Parameter ist für den 104Router irrelevant ( Port Nummer = 0 ).

 

Datenempfang/ Aufzeichnung

 

Timeout [msec]

Empfehlung : 100 msec
Ist die Zeit, die der Router wartet, bevor die empfangenen Netzwerk-Pakete weiterverarbeitet werden. Ein Timeout signalisiert auch das Ende der Übertragung.

 

104Router : IEC 60870-5-104 Server

 

 

aktiviere Router

ja / nein

Ist dieser Parameter aktiviert, startet der 104Router für den zugeordneten Kanal den "IEC104 Server" automatisch und wartet auf den Verbindungsaufbau mit dem Leitstellensystem. Die Zuordnung zum Kanal wird in der Konfiguration ( KNF ) über den Parameter "Simulationsliste" eingestellt.
( siehe auch : IEC 60870-5-104 : RTU ( Server/ Slave )-Simulation )

Telegrammformat

Mit diesem Parameter wird das Telegrammformat der angeschlossenen Unterstationen ausgewählt.

. IEC 60870-5-101
. Siemens SINAUT ST 1

Route Testbefehl

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird der router nach dem Empfang eines Testbefehls ( ID 107, COT 6 ) diesen nach IEC 101 ( ID 104, COT 6 ) umwandeln und an die Unterstation weitergeben. Dadurch kann der komplette Übertragungsweg vom Leitsystem zur Unterstation und zurück geprüft werden.

Stationsadressen einfügen
Anzahl Adressen
löschen
einfügen

In der Stationsliste werden alle angeschlossenen Unterstationen eingetragen, die vom 104Router berücksichtigt werden sollen.

Zum Eintragen der Adressen gehen Sie wie folgt vor :

"Stationsadressen einfügen" aktivieren ( Button "einfügen" erscheint ).
In den Feldern "Linkadresse" / "Adresse der ASDU" / "Kanalnummer" die einzutragende Station angeben. Mit "einfügen" die Adresse in die Stationsliste übernehmen. Nachdem alle Stationen eingetragen sind, "Stationsadressen einfügen" wieder deaktivieren ( Button "einfügen" verschwindet wieder ).

Zum Löschen ein oder mehrere Stationen in der Liste auswählen und auf "entfernen" klicken.

 

 

Initialisierungsende

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird nach dem Verbindungsaufbau mit einem Client vom 104Router automatisch "Initialisierungsende" übertragen.

Dieser Parameter kann für den 104Router deaktiviert sein, da die Unterstationsmeldung "Initialisierungsende" von den IEC 101 Unterstationen gesendet werden sollte.

Aktiviere Zeitsynchronisation

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird in der Aktivierungsquittung ( ACTCON ) die aktuelle Systemzeit des PC's zurückgegeben. Anderenfalls wird die empfangene Uhrzeit nur gespiegelt. Betrifft beim Router normalerweise nur den Uhrzeit-Synchronisationsbefehls ( TypId 103 ).

Für den 104Router muss dieser Parameter deaktiviert sein, da der Synchronisationsbefehl normalerweise an die Unterstation weitergegeben wird.

Rechnerzeit verwenden

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird vor dem Senden der Telegramme die Systemzeit des PC's als Zeitmarke eingetragen. Anderenfalls bleibt die Zeit im Telegramm unverändert, wie sie von der Unterstation eingetragen wurde.

Für den Router-Einsatz muss dieser Parameter deaktiviert sein, da die aktuelle Uhrzeit bereits von der Unterstation eingetragen wird.

Sende ACTCON respond

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( COT 6 ) bzw. "Abbruch der Aktivierung" ( COT 8 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) bzw. "Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung" ( COT 9 ) senden.

Für den 104Router muss dieser Parameter deaktiviert sein, da die "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) bzw. "Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung" ( COT 9 ) von der Unterstation kommen muss.

Sende ACTTERM respond

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( COT 6 ) automatisch eine "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ) zeitverzögert um "ACTTERM delay time" senden.

Für den 104Router muss dieser Parameter deaktiviert sein, da die "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ), z. B. am Ende einer Generalabfrage oder nach Ausführung eines Schaltbefehls von der Unterstation gesendet werden muss.

Sende ACTCON respond
auf Testbefehl

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Empfang einer "Testbefehl-Aktivierung" ( ID 107, COT 6 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( ID 107, COT 7 ) senden.

 

104Router : IEC 60870-5-101 Master

 

 

Aktiviere Router

ja / nein

Ist dieser Parameter aktiviert, startet der 104Router automatisch den "IEC101 Master" für den zugeordneten Kanal und baut die Verbindung zur Unterstation auf. Die Zuordnung SIM-Datei zum Kanal wird in der Konfiguration ( KNF ) mit dem Parameter "Simulationsliste" festgelegt.
( siehe auch : IEC 60870-5-101 : RTI ( Master )-Simulation )

Telegrammformat

Mit diesem Parameter wird das Telegrammformat des angeschlossenen Client/ Masters ausgewählt.

. IEC 60870-5-104

Route ACTCON respond

ja / nein

Eine Unterstation sendet nach dem Empfang einer "Aktivierung" ( COT 6 ) bzw. "Abbruch der Aktivierung" ( COT 8 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( COT 7 ) bzw. "Bestätigung des Abbruchs der Aktivierung" ( COT 9 ).

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Empfang einer "Bestätigung" diese an den Leitstellenrechner weitergeben.

Route ACTTERM respond

ja / nein

Eine Unterstation sendet z. B. am Ende einer Generalabfrage oder nach Ausführung eines Schaltbefehls automatisch eine "Beendigung der Aktivierung" ( COT 10 ).

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router dem Empfang einer "Beendigung" diese an den Leitstellenrechner weitergeben.

Route Testbefehl respond

ja / nein

Eine Unterstation sendet nach dem Empfang einer "Testbefehlaktivierung" ( ID 104, COT 6 ) automatisch eine "Bestätigung der Aktivierung" ( ID 104, COT 7 ).

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Empfang der "Bestätigung" ( ID 104, COT 7 ) diese in eine Bestätigung laut IEC 104 ( ID 107, COT 7 ) umwandeln und an den Leitstellenrechner weitergeben.

Routing Kanal einfügen
Anzahl Kanäle
löschen
einfügen

In die Kanalliste werden alle angeschlossenen Clients eingetragen, die vom LIAN 98 Router berücksichtigt werden sollen.

Zum Eintragen der Kanalnummern gehen Sie wie folgt vor :

"Routing Kanal einfügen" aktivieren ( Button "einfügen" erscheint ).
Im Feld "Kanalnummer" die einzutragende Kanalnummer angeben. Mit "einfügen" die Kanalnummer in die Kanalliste übernehmen. Nachdem alle Kanäle eingetragen sind, "Routing Kanal einfügen" wieder deaktivieren ( Button "einfügen" verschwindet wieder ).

Zum Löschen, ein oder mehrere Kanäle in der Liste auswählen und auf "entfernen" klicken.

 

 

Aktiviere Wählmodem-Verbindung

ja / nein

Ist dieser Parameter aktiviert, baut der 104Router automatisch eine Telefonverbindung über ein Modem zur Unterstation auf. Die Zuordnung SIM-Datei zum Kanal wird in der Konfiguration ( KNF ) mit dem Parameter "Simulationsliste" festgelegt.
siehe : Automatischer Wähldienst ( AWD )

Rufnummer

Rufnummer der Partner-Station, die angewählt werden soll, ohne Leerzeichen und Klammern.
( z.B. 09131755714 ).

Die Rufnummer darf maximal 32 Zeichen lang sein.

RTI Kennwort

Wählt eine Unterstation über Modem den 104Router an, so sendet diese Station nach dem Aufbau der Telefonverbindung ein Kennwort, welches der Router mit dem RTI-Kennwort vergleicht. Ist der Vergleich positiv, so übernimmt der Router die Aufgaben einer Masterstation. Im Fehlerfall wird die Verbindung wieder beendet.

Das RTI Kennwort darf maximal 16 Zeichen lang sein.

RTU Kennwort

Der 104Router wählt über das Modem eine Unterstation an und nach dem Aufbau der Telefonverbindung sendet er das RTU-Kennwort zu dieser Station. Danach wartet der Router etwa 10 Sekunden, ob diese Station die Verbindung wegen eines Kennwortfehlers wieder beendet. Falls in dieser Zeit nicht aufgelegt wird, übernimmt der Router die Aufgaben einer Masterstation.

Das RTU Kennwort darf maximal 16 Zeichen lang sein.

Trennen nach Leerlauf

10... 3600 Sekunden

Falls dieser Parameter aktiviert ist, wird die Modemverbindung nach Ablauf der angegeben Leerlaufzeit vom 104Router automatisch beendet. Die Leerlaufzeit ist der Zeitraum in dem keine Datentelegramme mit variable Länge ( 68H ) von der Unterstation empfangen wurden.

Wiederanwahl nach

1... 10080 Minuten ( max. 7 Tage )

Falls dieser Parameter aktiviert ist, wird nach Ablauf der angegeben Zykluszeit die Modemverbindung zur Unterstation wieder aufgebaut. Die Anwahl-Zykluszeit ist der Zeitraum vom letzten Auflegen der Telefonverbindung bis zur nächsten Wiederanwahl.

 

 

Aktiviere Zeitsynchronisation

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Initialisieren der Kommunikation als erstes einen Uhrzeit-Synchronisationsbefehl an die Unterstation senden und gegebenenfalls zyklisch ( Zeit SYNC Zyklus ) wiederholen.

Für den 104Router kann der Parameter entweder aktiviert oder deaktiviert sein. Ist er deaktiviert, so wird der Uhrzeit-Synchronisationsbefehl vom Leitstellenrechner erwartet und an die Unterstation weitergegeben.

Rechnerzeit verwenden

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird vor dem Senden der Telegramme die Systemzeit des PC's als Zeitmarke eingetragen. Anderenfalls bleibt die Zeit im Telegramm unverändert, wie sie vom Leitstellensystem eingetragen wurde.

Für den 104Router muss dieser Parameter deaktiviert sein, da die aktuelle Uhrzeit bereits vom Leitstellenrechner eingetragen wird.

Aktiviere Generalabfrage

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Initialisieren der Kommunikation einen General-Abfragebefehl senden und gegebenenfalls zyklisch ( GA Zykluszeit ) wiederholen.

Für den 104Router kann der Parameter entweder aktiviert oder deaktiviert sein. Ist er deaktiviert, so wird der Generalabfragebefehl vom Leitstellenrechner erwartet und an die Unterstation weitergegeben.

Scan-Adressen einfügen
Anzahl Adressen
entfernen
einfügen

Unsymmetrisch : ( Gemeinschaftsverkehr )
In der Scan-Liste werden alle Stationen eingetragen, die an dieser Linie bearbeitet werden sollen. LIAN 98 stellt die Verbindung mit all diesen Stationen ( max. 32 Stationen ) her und fragt anschliessend die Anwenderdaten von diesen Stationen ab.

Zum Eintagen der Adressen gehen Sie wie folgt vor :

"Scan-Adresse einfügen" aktivieren ( Button "einfügen" erscheint ).
In den Feldern "Linkadresse" / "Adresse der ASDU" die einzutragende Station angeben.
Mit "einfügen" die Adressen in die Scan-Liste übernehmen.
Nachdem alle Stationen eingetragen sind, "Scan Adresse einfügen" wieder deaktivieren ( Button "einfügen" verschwindet ).

Zum Löschen die Station in der Liste auswählen und auf "entfernen" klicken.

Sende Befehl ausführen
( execute command )

ja / nein

Ist der Parameter aktiviert, wird der 104Router nach dem Empfang "Bestätigung der Aktivierung, Befehl anwählen" ( COT 7, Befehl anwählen ) automatisch eine "Aktivierung, Befehl ausführen" ( COT 6, Befehl ausführen ) senden.

Für den 104Router muss dieser Parameter deaktiviert sein, da die Schaltbefehl-Durchführung vom Leitstellenrechner verwaltet wird.

 


104Router : Diagnose

 

104Router : Aufzeichnung/ Mithörbetrieb

 

 

 

 


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Wuerzburger Ring 39,  D 91056 Erlangen

Handbuch LIAN 98


LIAN 98 Protocol Router, Simulator and Analyzer
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